Nu hat´s mich wieder ins Krankenhaus verschlagen.
Diesmal ist es Harnwegsinfektion die schon fast zu lange nicht richtig behandelt worden ist.
Ich hab aber auch nichts gemerkt.
Nur wenn ich untersucht worden bin hieß es in den letzten Jahren immer „Harnwegsinfektion“, dann gab es Antibiotika aber nachkontrolliert wurde nie.
Irgendwann rächt sich das dann.
Ich wollte das schon zwei Tage in meinen Blog schreiben, aber dazugekommen bin ich nicht.
Wenn es das gäbe, dass man zu viele Leute kennen könnte würde ich sagen ich kenne zu viele leue, aber zum Glück gibt’s das nicht.
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Atmen …
Nicht Vergangenheit, nicht Zukunft, wenn man bewusst atmet befasst man sich mit dem Hier und Jetzt.
Wohl mancher lebte zumindest die anderthalb Stunde lang im Hier und Jetzt, die der Vortrag was eher en Gruppengespräch war, und lauschte in sich hinein wie seine Atmung funktionierte.
Der Atemtherapeut Herr Seiß war bei der Selbsthilfegruppe Hirnschädigung zu Gast und erzählte übers Atmen und speziell über Atemtherapie.
Es ist schwierig den Inhalt des gesamten Vortrages hier zusammenzufassen, denn das Atmen ist mehr als Luftholen, es ist eng mit dem komplexen Vorgang des Lebens verbunden und es zeigt sich dass Körper, Geist und Seele eine Einheit sind, dass ein leichtverletzliches Gleichgewicht aller Körperfunktionen besteht und dass Krankheiten nur ein Zweckprogramm des Körpers sind um ein gestörtes Gleichgewicht wieder herzustellen.
Doch spätestens jetzt würde die Diskussion weitergehen weshalb ich noch ein paar Bilder daruntersetze und auf das nächste Mal vertage.
Die Selbsthilfegruppe Aphasie durch erworbene Hirnschädigung trifft sich jeden zweiten Donnerstag im Monat im Diakonieheim „Komturhof“, jedoch auch Interessenten und Hirngeschädigte oder Angehörige ohne Sprachschwierigkeiten sind herzlich willkommen.
Ich selber steh allem was fernöstlich ist kritisch gegenüber aber das ist interesant:
Die fünf Freiheiten
Die Freiheit, das zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist, anstatt was sein sollte oder gewesen ist.
Die Freiheit, das auszusprechen, was ich wirklich fühle und denke, und nicht das, was von mir erwartet wird.
Die Freiheit, zu meinen Gefühlen zu stehen, und nicht etwas anderes vorzutäuschen.
Die Freiheit, um das zu bitten, was ich brauche, anstatt immer erst auf Erlaubnis zu warten.
Die Freiheit, in eigener Verantwortung Risiken einzugehen, anstatt immer nur auf Nummer Sicher zu gehen und nichts Neues zu wagen
12.10.11 Wieder mal Muskulatur
Bevor ich zum eigentlichen Thema komme erst mal zwei
einleitende Dinge.
Muskulatur
Über die Muskulatur ist vieles zu sagen.
Kein Muskel zieht autonom, alles funktioniert irgendwie zusammen.
Wenn ein Muskel zieht gibt es mindest einen Anderen der nachlässt. Es bringt
also gar nichts den Finger einer Hand zu therapieren. Wenn man nicht das ganze
System der Arme beachtet entsteht ein Ungleichgewicht.
Spastik
Um das mit der Spastik verstehen zu wollen muss man um die
Ecke denken.
Man spricht zwar von der spastischen Muskulatur aber eigentlich ist es eine
Gehirnssache, die sich auf die Muskulatur auswirkt.
Ich hab mich gefragt „Wieso merk ich diesen Psoasmuskel
eigentlich nur manchmal? Und zwar dann wenn ich größere Fortschritte beim
Therapieren der gesamten Muskulatur gemacht habe, obwohl mir damals von Professor
Reichelt in Zwickau eine Psoasspastik prognostiziert wurde.“
Das letzte Mal war das der Fall als ich gelernt hatte meinen Oberkörper auf dem
Beckenkamm zu balancieren.
Jetzt merk ich das Ding wieder. Ich hab nämlich vorgestern das erste Mal seit
sieben Jahren wieder gekniet, natürlich unter festhalten mit beiden Händen.
Dabei habe ich gemerkt, dass ich ja gar nicht zur Stabilisierung des Körpers
den Hintern nach vorne schiebe und so einen weiteren Teil dieses Psoasmuskels
zu belasten, der immerhin vom Oberschenkel bis zum Rücken durchgeht.
Ich weiß aber auch nicht ob es die prognostizierte Spastik ist, erstens weil
sich das Gefühl wie meistens bis jetzt wieder normalisieren kann, zweitens weil es mit Prognosen immer so
eine Sache ist, man weiß nämlich nie ob sie tatsächlich dann eintreten und
drittens nehme ich noch Muskelrelaxiernde Medikamente, die sich auf den
gesamten Körper auswirken..
Außerdem tut mir seit gestern der obere Teil des Rückens weh. Wenn man den
Hintern nach vorn schiebt, schiebt es automatisch den Kopf und die
Schultermuskulatur nach hinten.
Bei all den Problemen die da kommen hilft eigentlich nur vorsichtig
weiterzumachen und zu hoffen, dass alles gut geht. Man sieht ja Prognosen kann
man nur bedingt vertrauen weil die gesamte Materie zu komplex ist.
Nichts kann man dabei verallgemeinern und eine kleine Veränderung kann Großes
bewirken.
22.8.11 Hirntransplantation?
Hier kommt einer aus der Abteilung „kleine Kuriositäten aus
dem Schlaganfall Forum.“
Da kommt doch jemand mit der Idee ein Stammhirn zu verpflanzen.
Diese Idee ist natürlich der Verzweiflung entsprungen, hat aber schon zumindest
einen wunden Punkt.
Ein Organ wird man nur entnehmen können, nachdem der Tod eines Menschen
festgestellt worden ist.
Der Tod ist der Hirntod. Ein totes Organ zu transplantieren wird keinen Wert
haben, zudem wären innerhalb einer Minute nach einem eventuellen Herztod Milliarden
von Verbindungen zu knüpfen wozu wohl niemand in der Lage wäre.
Dazu kommt noch dass das Thema wahrscheinlich an ethische Grenzen kommen würde.
6.8.11 Das war´s dann erstmal
Heut noch, dann sind die zwei Wochen Verhinderungspflege
vorbei.
Und ich habe nicht alles was ich erledigen wollte erledigt. Zuhause geht es
also wie gewohnt weiter.
Eine neue Methode meine Beine zu kräftigen habe ich gefunden. Dazu brauche ich allerdings
etwas.
Ungefähr ein Meter Handlauf, also ein Stück Treppengeländer dient dazu mich
festzuhalten und aufzustehen.
Es sind Beinwechsel möglich und Bewegungen bis hin zu Kniebeugen.
Der einzige Nachteil ist, dass man die Bohrmaschine rausholen muss um das Ding richtig fest anzuschrauben.
Im Forum tauchte die Frage auf was man denn als erstes
therapieren sollte wenn man z.B. nach einem Schlaganfall mehrere problematische
Glieder hat.
Ich erachte es als weitgehend gleich.
Der Mensch ist ein komplexes System und jede Veränderung zieht Veränderungen
in anderen Körperregionen mit sich.
Wenn ich wie in den letzten Tagen meine Beine am Handlauf trainiert habe so hat
sich das nebenher auf den gesamten Oberkörper Ausgewirkt.
Wenn man stehen will, so muss man den Beckenkamm in aufrechte Position bringen,
den Brustkorb darüber anordnen und darüber den Kopf, wobei man das Kinn
zurückgeschoben hat.
Bei mir ist vieles anders, durch mehr als ein Jahr liegen, die fehlenden
Hüftköpfe, die Außendrehung des rechten Knies usw.
Wenn man irgendwas verändert, verändert sich zusammenhängende Muskulatur auch.
Trotzdem muss man irgendwie Prioritäten setzen, wobei man dieses Thema nicht
aus den Augen verlieren darf.
Also erstmal
zum letzten Mal auf der Terrasse gefrühstückt.

29.9.10
Diese Woche wird eine Großkampfwoche.
Nicht nur dass fast jeden Tag Therapie auf dem Plan steht, am Wochenende geht es erst einmal richtig los.
Wandertag mit der Elterninitiative und mit der Selbsthilfegruppe “junge Behinderte” geht es mit dem Auto nach Lichtenstein.
Na dann auf in den Kampf, die Schwiegermutter naht.
Das Internet funzt auf meinem Laptop jetzt auch. Nur ich glaube, dass ein ganz normaler Nutzer, geschweige denn der DAU (dümmster anzunehmender User) da dahinter gekommen wäre.
In den Netzwerkeinstellungen, die man mit dem Browser abrufen kann war ein zweiter Netzwerkschlüssel hinterlegt.
Gesundheitlich geht es grade so mittelmässig. Ich hab mit dem Training mal zwei Tage etwas zurückgeschalten, über die normale Therapie nichts zusätzliches gemacht und so geht es mir etwas besser, was die Nervenschmerzen betrifft.
Es ist ein ganz schmaler Grat auf dem man seine Leistungsfähigkeit steigern kann. Ein bischen zu viel wirkt sich sofort auf die Nervenschmerzen aus.]
24.9.10
Es kommen jetzt auch eben andere Sachen zurück. Seit gestern abend bin ich das erste Mal ein bischen erkältet. Das allein ist nicht weiter schlimm, doch automatisch geht es auf die Kraft und die Kraft wird von meinereiner dazu mit benötigt den vom Tonus erzwungenen Verrenkungen etwas entgegenzusetzen.
So will der rechte Arm in Ruhiglage in die Beugung gehen und die Hand zieht nach innen.
Das ist nun mal so eingerichtet, dass wenn ein Muskel ziehen soll ein anderer Muskel der gegenhält nachlassen muss, wenn dieser im falle des Bizeps der Trizeps nicht nachlässt und genug Kraft hat, kann sich der Bizeps bemühen wie er will, der Arm beugt sich nicht. Das Gegenteil ist ier der Fall. DerTonus, was die Vorspannung des Bizeps ist, ist so hoch, dass sie in Ruhestellung den Arm beugt.
Auch Käse.
1.9.10
Ich merke, dass das Fühlen besonders wichtig sein kann bei irgendwelcher physiologischer Therapie und besonders erst danach, wenn man besonders berücksichtigt, dass ich an einige Sachen wie die Füße nicht mit den Händen rankomme. Denn was macht man wenn man etwas gefühlsmäßig nachprüfen will? Man betatscht es mit den Fingern und schaut was da so über die Rezeptoren zurückkommt.
Wenn man das nicht kann man nur in den Fuß hineinhorchen ob da an Gefühl was ist.
Nun hat meine Physiotherapeutin mir gestern den rechten Fuß massiert und dabei die Nerven der Ferse und des Fußballens dermaßen sensibilisiert, dass man denken könnte man hat ein Oberflächengefühl.
Doch wenn man eins von beidem auf den Boden bringt ist, Blickkontakt ist da besonders wichtig, ist da nichts. Das Gefühl ist nur innenwendig. Besonders schwer ist diese Art des Fühlens zu beschreiben, allenfalls als stell-dir-vor-da-wäre-ein-Gefühl-Gefühl, man nimmt alle Informationen die an kriegen kann und bildet sich daraus etwas Neues.
Auf jeden Fall hat meine Physiotherapeutin sozusagen gestern den Nerv getroffen und ich lerne den Boden zu fühlen, denn ich stehe fast nur auf der Außenkante weil das die Spastik begünstigt, das aber teilweise willentlich überwindbar ist, wenn man den Boden fühlt. Und so schließt sich der Kreis.
Wenn ich mich nicht irre haben wir wieder eine eins vornedran und bis auf weiteres das letzte Mal Gelegenheit Sachen aus Meister Schwasrzens Schatzkästchen der logopädischen Grausamkeiten zu lesen welche sind:
Die klitze kleine kotzende Katze kotzt klitze kleine Katzenklötzchen,klitze kleine Katzenklötzchen kotzt die klitze kleine kotzende Katze…, daneben am Ammersee aßen achtzig Afrikaner alle Abend appetitliche Ananas.
Na prima!
26.8.10 Neglect, die halbe Wahrnehmung
Das Neglect ist eine Störung der Wahrnehmung einer gesamten Seite. Es erstreckt sich über alle fünf Sinne, hören, sehen, riechen, schmecken und den Tastsinn. Wird aber meistens zuerst über das Sehen definiert.
Wer ein Neglect hat, hat Schwierigkeiten eine Seite seiner Umgebung und auch seines eigenen Körpers wahrzunehmen, dabei empfindet er die Situation meistens als normal, ist sich seines Schadens nicht bewusst.
Dinge auf einer Seite werden unbewusst missachtet, der Patient stößt gegen Gegenstände, isst nur einen Teil des Tellers leer, oder schreibt nur einen Teil einer Seite voll. Wenn ihm auf der eingeschränkten jemand entgegenkommt reagiert er nicht, manche Neglectpatienten reagieren Nichtmahl, wenn ihnen auf der eingeschränkten Seite schmerz zugefügt wird auch wenn keine Lähmung vorliegt.
Ein Neglectpatient kann also normal sehen, hören und fühlen, jedoch ‚bemerkt‘ er Reize einfach nicht, welche auf der eingeschränkten Seite liegen. Die Patienten richten ihren Blick normalerweise nur auf die Seite aus, auf der die Läsion liegt (ipsiläsionäre Seite) und schauen selten von sich aus auf die beeinträchtigte Seite. Das bedeutet, dass die meisten Neglectpatienten andauernd nach rechts schauen. Wenn sie nach einem Objekt suchen, z. B. nach einem Kreis, der auf einem Blatt mit Quadraten abgebildet ist, suchen sie zuerst auf der ipsiläsionären Seite nach ihm und blicken nur selten, wenn überhaupt, auf die kontraläsionäre (gegenüberliegend der Schädigung) Seite. Die Patienten sind sich ihrer Einschränkung nicht bewusst. Die meisten Neglectpatienten antworten daher, wenn man sie nach ihrer Wahrnehmung fragt, dass sie ihr gesamtes Gesichtsfeld ohne Einschränkung wahrnehmen können.
Der Neglect verbessert sich meist spontan, und bei ca. 65 % der Patienten ist nach 15 Monaten kein Neglect mehr nachweisbar. Bei den verbliebenen 35 % bleiben weitere deutliche Einschränkungen bestehen. Eine früh einsetzende Therapie kann den Neglect nachweislich verbessern. Patienten mit einem linksseitigen Neglect erholen sich generell schneller als Patienten mit einem rechtsseitigen Neglect.
25.8.10 Die liebe Wahrnehmung
Wahrnehmung erfolgt bewusst und unbewusst, bei mir ist die Wahrnehmung etwas verzögert, man bezeichnet das als verlangsamte Wahrnehmung. Das einzige mir mögliche um irgendwelche koordinierte Bewegungen der muskulatur (das betrifft auch die Sprechmuskulatur) erfolgen zu lassen ist den eigenen Rythmus zu finden.
Wenn nun jemand mir helfen möchte, oder etwas mit mir zusammen machen möchte dann muss er sich auf diesen Rythmus einstellen oder meine motorischen Abläufe kommen durcheinander.
gemessen wurde die Wahrnehmung damals in Pulsnitz mit einem Aparat, bei dem auf einem Bildschirm ein Kreuz auftauchte und an dann eine Taste drücken msste, die Reaktion erfolgte also zwei Mal.
Das Kreuz erscheint – Impuls von Auge an Hirn – verarbeitung -Impuls von Hirn an Muskulatur -Hand bewegen – Taste wird gedrückt.
Nun ja, hauptsache die Messprozedur ist bei Jedem gleich.
Von anfang 2005 bis jetzt wird sich wohl einiges getan haben, was man mit dem Sprechen begründen könnte. Ich werde versuchen den Dingen bei der Reha im Nov./Dez. dieses Jahres auf den Grund zu gehen.




