Zwischenfrage

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Da kam doch gestern eine andere Frage noch dazwischen. Wie fühlt sich denn so eine Tetraparese im Unterschied zwischen rechts und links an.
Die Antwort ist kompliziert, denn wie erklärt man einem voll funktionierendem Menschen wie sich eine Lähmung anfühlt? Gefühllos jedenfalls nicht.
Im Krankenbericht bei der Entlassung damals steht: “Tetraparese links betont”, nur sensibel gelähmt bin ich auf der rechten Seite.
Jetzt ist die Frage: “Was ist gemeint, oder wie kommt das?”
Ist das deshalb weil der diagnostizierende Arzt mir gegenüber stand, also alles Seitenverkehrt wie ich, der ich in dem Körper stecke, gesehen hat oder ist das deshalb weil ich links kraftloser als auf der anderen Seite bin?
Die sensible Lähmung ist auch nicht vollständig, mehr so zu 95%, wobei es dort wo die Haut etwas dünner erscheint, in den Armbeugen etwa etwas mehr ist.
Ein ganz interessanter Effekt tritt auch noch auf: wenn eine Fliege auf meiner rechten Seite rumkrabbelt das spüre ich, wenn man mit einer Nadel rein sticht dagegen nicht.
Motorisch gibt es auch noch einen Unterschied. Links bin ich zu feingliedrigen Bewegungen imstande wogegen ich auf der rechten Seite nur Massenbewegungen zustande bringe.
Damit komme ich zu der unangenehmsten Sache bei der ganzen Sache. Den neuropatischen Schmerzen oder Nervenschmerzen, die man offenbar auch als Thalamusschmerzen bezeichnet.
Die sind immer da, werden medikamentös bei mir mit Lyrica bekämpft man kann offenbar auch psychologisch etwas dagegen machen, was schon zeigt, dass die Schmerzen in der Ruhephase, also wenn ich am Einschlafen und Aufwachen bin am schlimmsten sind; wogegen sie bei Ablenkung durch Tätigkeit auszuhalten sind.

Doch mal was in eigener Sache. Es wäre schön wenn mal eine Rückmeldung käme. Hier kann man nämlich die Artikel auch Kommentieren und weitere Fragen stellen.

Muskeltraining vs. Medikamente

Irgendwie ist das ein endloser Kreislauf sich ein bisschen Kraft und Funktionalität anzutrainieren.
Auf der einen Seite nimmt man Medikamente um den Grundtonus der Muskulatur zu senken was den Nebeneffekt hat, dass die auf die Kraft gehen und auf der anderen Seite trainiert man bestimmte Muskelgruppen um deren Funktion zu steigern und damit macht man auch Krafttraining.
Nun hat das Training der Muskeln eigentlich den Haupteffekt dass verantwortliche Gehirnzentren lernen oder wieder lernen wie Bewegungen physiologisch richtig ausgeführt werden. Irgendwann soll das ja automatisch gehen.
Gegenwärtig sind bestimmte Bewegungen überhaupt nicht ausführbar, z.B. alleine aufsetzen, was nur mit Hilfe geht
Selbst wenn ich keine Tetraparese, sondern nur eine Halbseitenlähmung hätte würde ich damit Probleme haben.
Seitliche Muskelgruppen müssen die nötige Kraft aufwenden können zu ziehen, doch auf der gegenüberliegenden Seite müssen Muskelgruppen sein die gegenhalten und nachlassen können.
Eigentlich ist das immer so, dass wenn irgendein Muskel zieht irgendwo ein Muskel ist der auch nachlässt.
Selbst auf einer Seite z.B. bei einem Arm ist das so. Wenn der Bizeps innen zieht um das Bierglas hochheben zu können muss der Trizeps außen nachlassen, sonst schüttet man sich das ganze Zeugs über die Hose.
Und in dem Fall ist es so dass die Medikamente der Muskelkraft entgegen wirken, deren Dosis ich ja auch ganz schön senken konnte, die ich aber nehmen muss um etwas gegen die Symptome der Spastik machen zu können, was ein anderes Problem ist.

12.10.11 Wieder mal Muskulatur

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme erst mal zwei
einleitende Dinge.

Muskulatur

Über die Muskulatur ist vieles zu sagen.

Kein Muskel zieht autonom, alles funktioniert irgendwie zusammen.

Wenn ein Muskel zieht gibt es mindest einen Anderen der nachlässt. Es bringt
also gar nichts den Finger einer Hand zu therapieren. Wenn man nicht das ganze
System der Arme beachtet entsteht ein Ungleichgewicht.

Spastik

Um das mit der Spastik verstehen zu wollen muss man um die
Ecke denken.

Man spricht zwar von der spastischen Muskulatur aber eigentlich ist es eine
Gehirnssache, die sich auf die Muskulatur auswirkt.

Ich hab mich gefragt „Wieso merk ich diesen Psoasmuskel
eigentlich nur manchmal? Und zwar dann wenn ich größere Fortschritte beim
Therapieren der gesamten Muskulatur gemacht habe, obwohl mir damals von Professor
Reichelt in Zwickau eine Psoasspastik prognostiziert wurde.“

Das letzte Mal war das der Fall als ich gelernt hatte meinen Oberkörper auf dem
Beckenkamm zu balancieren.

Jetzt merk ich das Ding wieder. Ich hab nämlich vorgestern das erste Mal seit
sieben Jahren wieder gekniet, natürlich unter festhalten mit beiden Händen.

Dabei habe ich gemerkt, dass ich ja gar nicht zur Stabilisierung des Körpers
den Hintern nach vorne schiebe und so einen weiteren Teil dieses Psoasmuskels
zu belasten, der immerhin vom Oberschenkel bis zum Rücken durchgeht.

Ich weiß aber auch nicht ob es die prognostizierte Spastik ist, erstens weil
sich das Gefühl wie meistens bis jetzt wieder normalisieren  kann, zweitens weil es mit Prognosen immer so
eine Sache ist, man weiß nämlich nie ob sie tatsächlich dann eintreten und
drittens nehme ich noch Muskelrelaxiernde Medikamente, die sich auf den
gesamten Körper auswirken..

Außerdem tut mir seit gestern der obere Teil des Rückens weh. Wenn man den
Hintern nach vorn schiebt, schiebt es automatisch den Kopf und die
Schultermuskulatur nach hinten.

Bei all den Problemen die da kommen hilft eigentlich nur vorsichtig
weiterzumachen und zu hoffen, dass alles gut geht. Man sieht ja Prognosen kann
man nur bedingt vertrauen weil die gesamte Materie zu komplex ist.

Nichts kann man dabei verallgemeinern und eine kleine Veränderung kann Großes
bewirken.

1.9.11 Fitnesstudio

Ich hatte das schon mal gestern auf Facebook angesprochen, doch da ist es
leicht missverstanden worden.

Nehmen wir mal an ich denke an ein Fitnessstudio.

Die meisten Fragen, die man bei dem Gedanken an ein Fitnessstudio als
Behinderter hat sind,

wie komm ich hin,

komm ich rein,

steh ich dann allein da,

kann ich das bezahlen,

wo bekomm ich Zuschüsse her um das zu bezahlen.

Das sind grundsätzliche Fragen, die den meisten Behinderten unklar sind, nicht
nur mir.

Neben dem Fakt, dass wir in Plauen höchstwahrscheinlich kein Fitnessstudio
haben das Behindertengerecht ist.

Dort sollten wir auch als Verein Vital nachhaken und für Aufklärung sorgen.

Zudem kommt mir auch der Gedanke, dass bei rund 10%
Behinderten in der Bevölkerung auch den
Fitnessstudios einiges durch die Lappen geht

6.8.11 Das war´s dann erstmal

Heut noch, dann sind die zwei Wochen Verhinderungspflege
vorbei.

Und ich habe nicht alles was ich erledigen wollte erledigt. Zuhause geht es
also wie gewohnt weiter.

Eine neue Methode meine Beine zu kräftigen habe ich gefunden. Dazu brauche ich allerdings
etwas.

Ungefähr ein Meter Handlauf, also ein Stück Treppengeländer dient dazu mich
festzuhalten und aufzustehen.

Es sind Beinwechsel möglich und Bewegungen bis hin zu Kniebeugen.
Der einzige Nachteil ist, dass man die Bohrmaschine rausholen muss um das Ding richtig fest anzuschrauben.

Im Forum tauchte die Frage auf was man denn als erstes
therapieren sollte wenn man z.B. nach einem Schlaganfall mehrere problematische
Glieder hat.

Ich erachte es als weitgehend gleich.

Der Mensch ist ein komplexes System und jede Veränderung zieht Veränderungen
in  anderen Körperregionen mit sich.

Wenn ich wie in den letzten Tagen meine Beine am Handlauf trainiert habe so hat
sich das nebenher auf den gesamten Oberkörper Ausgewirkt.

Wenn man stehen will, so muss man den Beckenkamm in aufrechte Position bringen,
den Brustkorb darüber anordnen und darüber den Kopf, wobei man das Kinn
zurückgeschoben hat.

Bei mir ist vieles anders, durch mehr als ein Jahr liegen, die fehlenden
Hüftköpfe, die Außendrehung des rechten Knies usw.

Wenn man irgendwas verändert, verändert sich zusammenhängende Muskulatur auch.

Trotzdem muss man irgendwie Prioritäten setzen, wobei man dieses Thema nicht
aus den Augen verlieren darf.

Also erstmal
zum letzten Mal auf der Terrasse gefrühstückt.

margy-auf-der-terrasse

 

 

14.7.11 Zustand

Es ist Zeit wieder ml einen kleinen Zustandsbericht zu geben,
ich hab ja vor einiger Zeit an den Medikamenten rumgedreht. Der Endzustand ist
zwar noch nicht erreicht, weil sich der Gesamtmedkamentenpegel in mir drin nur
langsam angleicht.

Ein bisschen anders ist mir aber schon.

Im Gesamten kann man sagen, dass der Tonus höher, also die Muskulatur fester
und verspannter ist und auch die Nervenschmerzen wieder zugenommen haben.

Warum nehme ich das in kauf?

Der Hauptgrund ist dass diese Symptome vorher abgenommen haben und die
Medikation im Gesamten sehr hoch ist.

Alles weniger an Medikamenten ist für den Organismus schädig, weil auch
Nebenwirkungen im Spiel sind und alles mehr an dieser Art von Medikamenten über
die Nieren abgebaut werden muss. Weniger ist also besser.

Nun soll man ja im Allgemeinen nicht selbst die Medikamentendosis verändern,
sondern das dem behandelnden Arzt überlassen, der sie auch verschrieben hat.

Doch mit dieser Art von Medikament verhält es sich ein wenig anders. In Grenzen
kann nur der Patient selbst wissen wie viel er braucht um den Gesamtzustand zu
Regeln. Die Wirkung zielt ja darauf ab den Muskeltonus zu regeln und der beste
Indikator ist der Patient selbst.

24.9.10

Es kommen jetzt auch eben andere Sachen zurück. Seit gestern abend bin ich das erste Mal ein bischen erkältet. Das allein ist nicht weiter schlimm, doch automatisch geht es auf die Kraft und die Kraft wird von meinereiner dazu mit benötigt den vom Tonus erzwungenen Verrenkungen etwas entgegenzusetzen.
So will der rechte Arm in Ruhiglage in die Beugung gehen und die Hand zieht nach innen.
Das ist nun mal so eingerichtet, dass wenn ein Muskel ziehen soll ein anderer Muskel der gegenhält nachlassen muss, wenn dieser im falle des Bizeps der Trizeps nicht nachlässt und genug Kraft hat, kann sich der Bizeps bemühen wie er will, der Arm beugt sich nicht. Das Gegenteil ist ier der Fall. DerTonus, was die Vorspannung des Bizeps ist, ist so hoch, dass sie in Ruhestellung den Arm beugt.
Auch Käse.

20.9.10

Heut ist wieder Montag, Großkampftag und das Wetter scheint noch mal schön zu werden. Zwei Therapien, wie sich meine Hand anfühlt kann ich die auch gebrauchen, nur dass sich die Therapie nicht positiv auf das Schmerzverhalten auswirkt, eher tritt das Gegenteil ein. Die Muskulatur wird gestreckt, die Verkürzungen bessern sich doch auf die Nervenschmerzen hat das fast keinen Einfluss. Eher scheint es sie wären Jahreszeitbedingt.
Der Tonus der gesamten rechten Seite wird höher. Es hat den Anschein, die Psoasspastik wird stärker und sie zieht die schon früher erwähnte scheinbare Sehne, die vom Fuß bis zur Hand reicht an.
Dabei ist es eigentlich die Spastik der Skelettmuskulatur, der Tonus steigt in der gesamten Seite.
Gestern und Vorgestern war ich mit meinem E-Rollstuhl unterwegs gewesen. Das ist immer mehr eine Möglichkeit gewesen am öffentlichen Leben wieder Teilzunehmen.
Am Samstag hab ich mir mal angeschaut was die Sprecher am Theaterplatz zu sagen hatten. Nun zur Septemberrevolution hat es nicht gereicht, vielmehr war es ein ganz kleines Septemberrevolutiönchenchen, doch trotzdem ein Anfang. Forderungen sind mir noch im Ohr, die von “Grundgesetz verteidigen, damit es nicht noch mehr ausgehöhlt wird” bis zu der Frage “wozu braucht du eine nationale Identität” reichte.
Gestern bin ich dann mal einen etwas größeren Ring, die Bahnhofstrasse hinunter, übern Markt und die Reisiger Strasse wieder zurück, die Rollstuhltauglichkeit von Plauen austesten.
Den Rollstuhl lernt man auch besser kennen, vor allem was man ihm zumuten kann und das ist nicht wenig.
Wenn ich zum Fenster rausgucke wirds heut wohl wieder losgehn.

1.9.10

Ich merke, dass das Fühlen besonders wichtig sein kann bei irgendwelcher physiologischer Therapie und besonders erst danach, wenn man besonders berücksichtigt, dass ich an einige Sachen wie die Füße nicht mit den Händen rankomme. Denn was macht man wenn man etwas gefühlsmäßig nachprüfen will? Man betatscht es mit den Fingern und schaut was da so über die Rezeptoren zurückkommt.
Wenn man das nicht kann man nur in den Fuß hineinhorchen ob da an Gefühl was ist.
Nun hat meine Physiotherapeutin mir gestern den rechten Fuß massiert und dabei die Nerven der Ferse und des Fußballens dermaßen sensibilisiert, dass man denken könnte man hat ein Oberflächengefühl.
Doch wenn man eins von beidem auf den Boden bringt ist, Blickkontakt ist da besonders wichtig, ist da nichts. Das Gefühl ist nur innenwendig. Besonders schwer ist diese Art des Fühlens zu beschreiben, allenfalls als stell-dir-vor-da-wäre-ein-Gefühl-Gefühl, man nimmt alle Informationen die an kriegen kann und bildet sich daraus etwas Neues.
Auf jeden Fall hat meine Physiotherapeutin sozusagen gestern den Nerv getroffen und ich lerne den Boden zu fühlen, denn ich stehe fast nur auf der Außenkante weil das die Spastik begünstigt, das aber teilweise willentlich überwindbar ist, wenn man den Boden  fühlt. Und so schließt sich der Kreis.

Wenn ich mich nicht irre haben wir wieder eine eins vornedran und bis auf weiteres  das letzte Mal Gelegenheit Sachen aus Meister Schwasrzens Schatzkästchen der logopädischen Grausamkeiten zu lesen welche sind:

Die klitze kleine kotzende Katze kotzt klitze kleine Katzenklötzchen,klitze kleine Katzenklötzchen kotzt die klitze kleine kotzende Katze…, daneben am Ammersee aßen achtzig Afrikaner alle Abend appetitliche Ananas.

Na prima!

29.8.10

Es ist nachts kühler und ich bemerke es mit schmerzhaften Erfahrungen. Gestern Nacht hatte ich den Arm auf der Bettdecke, bin zwar nicht aufgewacht, hab es aber mit Schmerzen bemerkt.
Was soll das erst im Winter mal werden, wenn man jetzt schon bis zur Schulter die Bettdecke hochziehen muss?

Ich bin ja Anhänger von Professor Altvaters Theorie, dass der Kapitalismus wie wir ihn kennen an fossile Rohstoffe  gebunden ist und mit deren zur Neige gehen verschwinden wird. Und so frage ich mich manchmal was wohl danach kommen wird.
Professor Altvater geht ja von einem solidarisch gearteten Kapitalismus. Die Anzeichen dafür sind ja da wenn ich solche Dinge les, wie dass wieder eine Stiftung aufgebaut wurde, sich einige Milliardäre von der Hälfte ihres Vermögens trennten, oder ihr vermögen in Projekte stecken, die sich zu Lebzeiten keinesfalls rentieren, wie die Aufforstung tausender Quadratkilometer südamerikanischen Urwaldes und damit ganze Regionen lebensfähig zu machen.
Viele gehen beim Thema “Ende dieses Kapitalismus” von meiner Meinung nach falschen Voraussetzungen aus.
Es muss nicht automatisch zu etwas wie einer politischen Revolution kommen. Wer sagt dass die Eigentumsverhältnisse die  gleichen sein werden und vor allem dass die Entwicklungszentren in der alten Welt und Nordamerika liegen. Hier verschmilzt dieses Thema mit dem ganzen Bereich Globalisierung und damit wird es noch undurchsichtiger.