| Ich habe von Angehörigen gehört, die mit ihrem Patienten da stehen und sehr Hoffnungslose Aussagen machen. Im Sinne: “es hätte doch sowieso keinen Sinn und ihnen hätte jemand gesagt es ginge sowieso nicht mehr aufwärts”. Bei Angehörigen eines von Schlaganfall, Hirnblutung, Schädel,- Hirn Trauma oder ähnlicher schwerer Hirnschädigungen, eigentlich aller schwerer und sehr langwieriger Krankheiten, scheint es so zu sein, dass die Angehörigen auch einen Krankheitsbewältigungsprozess durchmachen. Sie sind am Anfang auch keine fertigen Angehörigen, doch die Wechselwirkungen von negativ beantworteten grundlegenden Fragen können scheinbar den gesamten Prozess negativ ausgehen lassen. Angenommen ein Arzt hat eine negative Meinung in Bezug auf die Zukunft ,verpackt in sogenannten Prognosen, besteht die Gefahr der betreuende Angehörige nimmt sie als objektive Wahrheit, teilt das dem Patienten mit und der Krankheitsverarbeitungsprozess und damit der gesamte zukünftige Verlauf der Krankheit verläuft mit negativem Ergebnis. Nicht nur dass das Ergebnis einer Handlung eine Auswirkung ist, sie beeinflusst auch alle folgenden Handlungen. Ist es nicht besser einem Patienten eine zwar wahrscheinlich unerreichbare aber positive “Hoffnung” zu geben? Ich hab kurz nachdem ich aus dem künstlichen Tiefschlaf geweckt wurde gewusst, dass ich im Herbst in die Ranch muggen musste, das gab Hoffnung. Dass es dazu erst sieben Jahre später oder gar nicht kommen sollte ahnte ich erst später. Die heimliche Hoffnung hatte ich aber. Jetzt wo das Ziel erreicht ist, ein neues Ziel in Form bestens einer Aufgabe muss her. Dass das Ziel aber erreicht wurde ist Selbstbestätigung, die letzten Jahre betrachtet ist aber eher der Weg das Ziel. Der Patient und auch der Angehörige brauchen Visionen um ein Weiterkommen zu bewirken. Insgesamt scheinen Aufgaben in mehrerlei Hinsicht positiv zu wirken. Als erstes geben sie ein Ziel wie bei dem vorhergehenden Beispiel. Als z.B. Haushaltstätigkeit oder Handarbeit wirken sie aufwertend und ergotherapeutisch. Das lässt sich bestimmt noch weiter fortsetzen. Insgesamt sollte eigentlich das gesamte Umfeld positiv eingestellt sein um die zukünftige Gesamtentwicklung nicht negativ zu beeinflussen. |
| Krankheitsbewältigung aus psychologischer Sicht von Magister Franz Wendtner, Klinischer und Gesundheits-Psychologe und Psychotherapeut, Landeskrankenhaus Salzburg, Österreich Im Verlauf schwerer, langwieriger oder chronischer Erkrankungen und den damit einhergehenden Auswirkungen auf das körperliche, psychische und soziale Leben der Patienten und Angehörigen wird ein angemessener Umgang mit der Erkrankung und ihrenFolgen – die Krankheitsbewältigung – entscheidend für die Lebensqualität. Was ist Krankheitsbewältigung? Eine sehr treffende Definition versteht unter Krankheitsbewältigung – auch Krankheitsverarbeitung oder “Coping” (von englisch: to cope = fertig werden mit etwas) “das Bemühen, bereits bestehende oder erwartete Belastung durch die Krankheit innerpsychisch (emotional, kognitiv) oder durch zielgerichtetes Handeln aufzufangen, auszugleichen, zu meistern oder zu verarbeiten”. Nun erfolgt die Bewältigung der Probleme und Veränderungen, welche eine Krankheit mit sich bringt, aber nicht auf einmal, sondern ist ein prozesshaftes Geschehen, das sich sowohl in zeitlich und inhaltlich unterscheidbare Verarbeitungsmodi, als auch unterschiedliche Stile differenzieren läßt. Krisen-/Krankheitsbewältigung Jede schwere Erkrankung stellt eine temporär krisenhaft erlebte Zeit im Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen dar. Ihre Bewältigung in eine regelhafte Abfolge zu gliedern, ist nicht möglich, da die einzelnen Phasen in der Regel nicht schrittweise aufeinander folgen, sondern einander überspringen, sich abwechseln, sich wiederholen können oder auch parallel zueinander laufen. Daher ist das folgende Phasenmodell als eine Art “Roter Faden” durch den Verlauf einer Erkrankung zu verstehen, der ein Verständnis der Krankheitsverarbeitung erleichtern soll, nicht als Fahrplan. 1. Phase: Schock/Verleugnung Die Konfrontation mit der Diagnose einer schweren Erkrankung, die womöglich mit körperlichen Funktionseinbußen und Schmerzen einher geht und einen sich verschlimmernden Verlauf erwarten lässt, führt häufig zu einem “Sturz aus der Wirklichkeit”, zu einem Schock, zu Unruhe und Angst. Kognitive (intellektuelle) Fähigkeiten zeigen sich dann oft (vorübergehend) eingeschränkt. Häufig wird versucht, die Bedrohung durch die Diagnose mittels Verleugnung zu reduzieren Dieses “Nicht-wahrhaben-wollen” hat eine Pufferwirkung, die es dem Patienten günstigenfalls ermöglicht, die Tatsache, wirklich krank zu sein, nach und nach annehmen zu können. Es kann aber auch zu unrealistischen Verhaltensweisen kommen wie: Glauben an eine Fehldiagnose oder Verwechslung bis hin zur Verzögerung oder sogar Verweigerung der notwendigen Behandlung. In dieser Phase brauchen die Patienten vor allem menschliche Wärme, Verständnis und Verlässlichkeit in menschlichen Beziehungen. 2. Phase: Aggression “Warum gerade ich?” Die Patienten sind wütend, gekränkt und enttäuscht über den Einbruch der Krankheit in ihr Leben, sie hadern mit Gott und der Welt. Oft wird diese Wut und Aggression nicht offen geäußert, sondern unbewusst auf die Bezugsperson (Familie, Pflegepersonen …) projiziert, was sich dann durchaus in Form von Vorwürfen und Kritik – sogar beleidigend – äußern kann. Die Patienten erscheinen häufig ungeduldig, gereizt, ungerecht und uneinsichtig. Wichtig – vor allem für die Angehörigen – ist jetzt, dieses Verhalten nicht persönlich zu nehmen, denn die Aggression der Patienten gilt im Grunde der Krankheit, nicht ihnen. Die Patienten brauchen jetzt trotz des ablehnenden Verhaltens Geduld und ein kontinuierlich aufrechterhaltenes Kommunikationsangebot. 3. Phase: Depression “Was bin ich noch wert?” Durch die vielfach mit der Erkrankung verbundene zunehmende Funktionseinschränkung von Gliedmaßen, durch Schmerzen, Rollenverluste (z. B. als Familienversorger), durch Veränderungen des Körperbildes etc. kommt es zu einem Einbruch des Selbstwertgefühls bis hin zu einer existentiellen Verzweiflung der Patienten. Ihre Verletzlichkeit hat zugenommen. Jetzt scheinen die Patienten ständig Hilfe zu fordern, sind aber nicht in der Lage, diese auch anzunehmen. Das frustriert – und somit besteht die Gefahr eines “gekränkten Rückzugs” seitens der Familie. Aber gerade jetzt brauchen die Patienten eine kontinuierlich aufrechterhaltene Beziehung, so dass sie spüren können, dass ihre Depressivität als Reaktion auf die Erkrankung verstanden und auch akzeptiert wird. 4. Phase: Verhandeln In dieser Phase versuchen die Patienten durch das Erbringen von Opfern (Wallfahrten, Spenden, Hinwendung zu unbewiesenen Behandlungsmethoden und Aufbringen großer Geldsummen dafür etc.) einen “Handel mit dem Schicksal” zu schließen und dieses Schicksal dadurch hinauszuzögern, abzuwenden. 5. Phase: Akzeptanz In dieser Phase der Krankheitsverarbeitung haben die Patienten ihre Erkrankung angenommen, neue Rollendefinitionen für sich gefunden und somit auch ihren Platz im Leben wiedergefunden. Leider ist das Erreichen dieser Phase nicht selbstverständlich, sie wird nicht immer erlangt. Der zeitliche Verlauf der Bewältigung einer Erkrankung sowie die Wichtigkeit und Dauer der einzelnen Phasen sind eng an die Persönlichkeit des Patienten, seine Erfahrungen im Umgang mit Krisen, seine Erwartungen und an sein soziales Umfeld gebunden. Sie prägen entscheidend den Bewältigungsstil (also die Grundausrichtung der Krankheitsbewältigung) mit. Bewältigungs-Stile Die von verschiedenen Wissenschaftlern mit unterschiedlichen Schwerpunkten untersuchten Ausrichtungen der Krankheitsbewältigung lassen sich komprimiert in vier Bewältigungs-Stilen beschreiben: 1. Verleugnender Bewältigungsstil 2. Sinnsuchender Bewältigungsstil 3. Aktiver, zupackender Bewältigungsstil 4. Suche nach sozialer Einbindung, sozialer Unterstützung I. Verleugnender Bewältigungsstil Der zuerst angeführte Bewältigungsstil, der Verleugnung, Vermeidung und Ablenkung als führende Strategien nutzt, findet sich verbreitet auch schon im Vorfeld der Erkrankung. Er äußert sich in einem verleugnenden, abwehrenden Umgang mit Schmerzen, Unbehagen, Krankheitsanzeichen und Hinweisen. Man geht nicht zum Arzt, denn “…das vergeht schon wieder. Man darf nicht auf jede Kleinigkeit achten! Ich habe keine Zeit für jedes Wehwehchen! usw.” Diese an und für sich sehr positive Einstellung kann sich am Beginn einer Krankheit als problematisch herausstellen, da sie das Erkennen und wirksame Behandeln des Problems in seiner Frühphase verhindert. Dasselbe gilt beim Auftreten von Rückfällen. Allerdings erleichtert ein angemessener Umgang mit solchen Verhaltensweisen im Verlauf der Erkrankung die auftretenden Belastungen durch die Grundhaltung “Ich lasse mich nicht unterkriegen!” und führt zu einer besseren psychischen Befindlichkeit und zur Hinwendung zu nicht krankheitsbezogenem Verhalten. Alltag, Arbeit, Freizeit und Partnerschaft werden so “normal” wie möglich gelebt, krankheitsbezogene Belastungen so weit als möglich ausgeblendet. So wird das oft berichtete Gefühl des Ausgeliefertseins und der Hilflosigkeit von Anfang an reduziert und die Lebensqualität gesteigert.II. Sinnsuchender Bewältigungsstil Dieser Bewältigungsstil zeichnet sich durch Grübeln und die Suche nach einem Sinn, einem Inhalt, der “Botschaft” der Erkrankung aus, sowie durch die Frage nach Schuld und Strafe. Antworten auf diese Fragen und das Finden eines Sinnsund von Zusammenhängen sind überwiegend vom Glaubenssystem und den Überzeugungen der Betroffenen abhängig und daher notwendigerweise subjektiv. Sie sind oftmals die “Direttissima” (der schnellste Weg) in die Depression und Resignation. Das kann diesen Bewältigungsstil gefährlich machen. Am zielführendsten kann es in diesem Kontext sein, die Erkrankung als eine Lebenskrise zu begreifen und den bisherigen Lebensstil und das bisherige Selbstverständnis zu hinterfragen, verbunden mit der Bereitschaft, gegebenenfalls seine bisherige Lebenssicht und Lebensweise zu ändern. Mögliche Fragen sind: “Habe ich mir selbst genug Raum gelassen? Habe ich nur gearbeitet und eigene Bedürfnisse unterdrückt? War ich nur für andere da und habe mich selbst vergessen? Habe ich alles zu genau genommen? Wie ist das Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit?” Im übrigen kann man aus der Religion, dem Glauben viel Kraft und Trost schöpfen! III. Aktiver, zupackender Bewältigungsstil Dieser Bewältigungsstil zeichnet sich dadurch aus, dass der Betroffene die Krankheit als bewältigbare Herausforderung ansieht und sich problemorientiert und informiert mit seiner Krankheit auseinandersetzt. Er gibt nicht auf, sondern sucht und findet Möglichkeiten, sein Leben selbst zu gestalten. Er achtet darauf, dass er die Krankheit und ihre Auswirkung auf sein Leben beherrscht und nicht umgekehrt. Das bedeutet durchaus eine Änderung des bisherigen Lebensstils und Selbstverständnisses und eine Änderung im Umgang mit Anderen. Das heißt z. B. auch, sich mit dem Arzt als mündiger Patient zusammenzutun und mit ihm zusammen nach Lösungen zu suchen. Das bedeutet ebenfalls, sich auch mit anderen als ausschließlich schulmedizinischen Heilweisen und Wegen auseinanderzusetzen und eigenverantwortlich Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung, und die Lebensqualität zu nehmen. Die Ärzte konnten mir nich helfen. Also dacht’ ich, gehste mal zu nem anerkannten Scharlatan …; Copyright: Christian BOB Born, Freiburg |
Archiv der Kategorie: Schlaganfall
Medkamente allgemein
Ich will keine Diskussion losbrechen aber trotzdem sollte sich jemand finden der auf drei Dinge hinweist wenn es um Medikamente geht:
Erstens solange nur die Wirkungsweise von Medikamenten nachvollzogen werden soll halte ich das für in Ordnung, wenn es aber darüber hinausgeht sage ich Stopp.
Zweitens gehen Medikamente auch untereinander Wechselwirkungen ein, aus denen oft erst eine Hauptwirkung entsteht oder eine andere Nebenwirkung die auf keinem Beipackzettel verzeichnet.
Drittens sollte man sich darüber im klaren sein, dass man wenn man an den Medikamenten rumdreht dem behandelndem Arzt Verantwortung wegnimmt und ihn später nicht dafür verantwortlich machen kann wenn die medikamentöse Therapie nicht anschlägt oder ungewünschte Nebenwirkungen zeigt.
8.9.11 Von Stinkstiefeln und Mitläufern
Auf dem Foto oben sehen wir zwei echte plauner Stinkstiefel, so wurde es tituliert.
Der eine stinkt um das schneller, länger, weiter an bzw. gegen das was dem entgegensteht ( http://www.ultrasportler.de ), der andere gegen seine Behinderungen, bzw. gegen all das was damit zusammenhängt.
Wie die Wirkung selbst eingenommener Medikamente.
Jetzt wird sich mancher fragen, was is´n da los? Erst Medikamente nehmen, dann gegen deren Wirkung kämpfen.
Diese Medikamente nennen sich Muskelrelaxien und haben die Hauptwirkung den Ruhetonus zu senken.
Um es möglichste einfach zu sagen: wenn ein Muskel gerade zieht und genau das macht was er soll, so spricht man von physiologisch richtig.
Die Muskeln werden aber von Nerven angesteuert. Solange diese Nerven die richtigen Impulse geben zieht der Muskel gerade = physiologisch richtig und es ist alles gut.
Wenn aber die falschen Impulse kommen zieht auch der Muskel falsch (Spastik).
An den falschen Impulsen kann man nichts ändern, die kommen vom Gehirn. Also senkt man mit Medikamenten den Muskeltonus und versucht auf therapeutischem Weg was dagegen zu machen, was auch funktioniert.
Wenn die Medikamente lokal, also nur auf diese Muskeln wirken würden wäre das Ideal, nur sie wirken auf die gesamte Muskulatur.
Wenn ich also meinen Bizeps trainieren möchte ,muss ich auch gegen die Wirkung der Medikamente anstinken, nicht nur gegen Schwerkraft, den inneren Schweinehund, Witterungsunbilden u.ä.
Auf jeden Fall suche ich auch Leute die mit den echten plauner Stinkstiefeln loslaufen
Am Samstag, den 24.9. treffen wir uns um 10Uhr am Vogtlandstadion und legen los! Jeder kann dabei sein! Egal ob groß, klein, mit Handicap oder ohne. Wir wollen einen aktiven Tag zusammen erleben! Spaß und Freude inklusive:-)
22.8.11 Hirntransplantation?
Hier kommt einer aus der Abteilung „kleine Kuriositäten aus
dem Schlaganfall Forum.“
Da kommt doch jemand mit der Idee ein Stammhirn zu verpflanzen.
Diese Idee ist natürlich der Verzweiflung entsprungen, hat aber schon zumindest
einen wunden Punkt.
Ein Organ wird man nur entnehmen können, nachdem der Tod eines Menschen
festgestellt worden ist.
Der Tod ist der Hirntod. Ein totes Organ zu transplantieren wird keinen Wert
haben, zudem wären innerhalb einer Minute nach einem eventuellen Herztod Milliarden
von Verbindungen zu knüpfen wozu wohl niemand in der Lage wäre.
Dazu kommt noch dass das Thema wahrscheinlich an ethische Grenzen kommen würde.
11.8.11 Im Garten des Weisbachschen Hauses.
Gestern trafen wir uns in der Selbsthilfegruppe „Hirnschädigung“ wieder wie schon vor ungefähr einem Jahr
Wir sprachen inmitten spätsommerlicher Flora, bei Kaffee und Kuchen über Schlaganfallfolgen, speziell Aphasie und mangelnde Leistungsfähigkeit im Besonderen zu reden. Auch über die Arbeit der Selbsthilfegruppe, die auch im Verein „Vital“ Vorträge über relevante Themen organisiert.
Der Zufall wollte es, dass dieses Mal gerade jüngere Betroffene und Mitglieder des Seniorenbeirates von Plauen zusammenkamen ,die auch über das Problem mangelnden Nachwuchses in Leitungsfunktionen klagten.
Dabei kam es auch nicht zu kurz, dass man die Schönheit der alten parkähnlichen Gartenanlage bewunderte.


6.8.11 Das war´s dann erstmal
Heut noch, dann sind die zwei Wochen Verhinderungspflege
vorbei.
Und ich habe nicht alles was ich erledigen wollte erledigt. Zuhause geht es
also wie gewohnt weiter.
Eine neue Methode meine Beine zu kräftigen habe ich gefunden. Dazu brauche ich allerdings
etwas.
Ungefähr ein Meter Handlauf, also ein Stück Treppengeländer dient dazu mich
festzuhalten und aufzustehen.
Es sind Beinwechsel möglich und Bewegungen bis hin zu Kniebeugen.
Der einzige Nachteil ist, dass man die Bohrmaschine rausholen muss um das Ding richtig fest anzuschrauben.
Im Forum tauchte die Frage auf was man denn als erstes
therapieren sollte wenn man z.B. nach einem Schlaganfall mehrere problematische
Glieder hat.
Ich erachte es als weitgehend gleich.
Der Mensch ist ein komplexes System und jede Veränderung zieht Veränderungen
in anderen Körperregionen mit sich.
Wenn ich wie in den letzten Tagen meine Beine am Handlauf trainiert habe so hat
sich das nebenher auf den gesamten Oberkörper Ausgewirkt.
Wenn man stehen will, so muss man den Beckenkamm in aufrechte Position bringen,
den Brustkorb darüber anordnen und darüber den Kopf, wobei man das Kinn
zurückgeschoben hat.
Bei mir ist vieles anders, durch mehr als ein Jahr liegen, die fehlenden
Hüftköpfe, die Außendrehung des rechten Knies usw.
Wenn man irgendwas verändert, verändert sich zusammenhängende Muskulatur auch.
Trotzdem muss man irgendwie Prioritäten setzen, wobei man dieses Thema nicht
aus den Augen verlieren darf.
Also erstmal
zum letzten Mal auf der Terrasse gefrühstückt.

26.8.10 Neglect, die halbe Wahrnehmung
Das Neglect ist eine Störung der Wahrnehmung einer gesamten Seite. Es erstreckt sich über alle fünf Sinne, hören, sehen, riechen, schmecken und den Tastsinn. Wird aber meistens zuerst über das Sehen definiert.
Wer ein Neglect hat, hat Schwierigkeiten eine Seite seiner Umgebung und auch seines eigenen Körpers wahrzunehmen, dabei empfindet er die Situation meistens als normal, ist sich seines Schadens nicht bewusst.
Dinge auf einer Seite werden unbewusst missachtet, der Patient stößt gegen Gegenstände, isst nur einen Teil des Tellers leer, oder schreibt nur einen Teil einer Seite voll. Wenn ihm auf der eingeschränkten jemand entgegenkommt reagiert er nicht, manche Neglectpatienten reagieren Nichtmahl, wenn ihnen auf der eingeschränkten Seite schmerz zugefügt wird auch wenn keine Lähmung vorliegt.
Ein Neglectpatient kann also normal sehen, hören und fühlen, jedoch ‚bemerkt‘ er Reize einfach nicht, welche auf der eingeschränkten Seite liegen. Die Patienten richten ihren Blick normalerweise nur auf die Seite aus, auf der die Läsion liegt (ipsiläsionäre Seite) und schauen selten von sich aus auf die beeinträchtigte Seite. Das bedeutet, dass die meisten Neglectpatienten andauernd nach rechts schauen. Wenn sie nach einem Objekt suchen, z. B. nach einem Kreis, der auf einem Blatt mit Quadraten abgebildet ist, suchen sie zuerst auf der ipsiläsionären Seite nach ihm und blicken nur selten, wenn überhaupt, auf die kontraläsionäre (gegenüberliegend der Schädigung) Seite. Die Patienten sind sich ihrer Einschränkung nicht bewusst. Die meisten Neglectpatienten antworten daher, wenn man sie nach ihrer Wahrnehmung fragt, dass sie ihr gesamtes Gesichtsfeld ohne Einschränkung wahrnehmen können.
Der Neglect verbessert sich meist spontan, und bei ca. 65 % der Patienten ist nach 15 Monaten kein Neglect mehr nachweisbar. Bei den verbliebenen 35 % bleiben weitere deutliche Einschränkungen bestehen. Eine früh einsetzende Therapie kann den Neglect nachweislich verbessern. Patienten mit einem linksseitigen Neglect erholen sich generell schneller als Patienten mit einem rechtsseitigen Neglect.
20.8.10 Bootsfahrt auf der Talsperre Pöhl
Gestern war zur Abwechslung mal wieder eine Veranstaltung der Selbsthilfegruppe “Aphasie durch Schlaganfall” an der Reihe.
Mit anderen Selbsthilfegruppen aus Sachsen trafen wir uns um eine Bootsfahrt auf dem Motorschiff, auf der Talsperre Pöhl zu unternehmen.
Das war auch die erste große Einsatzprobe für meinen E-Rollstuhl.
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19.6.10
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Hirnblutung und einem Schlaganfall?
Der wesentlichste Unterschied liegt darin, dass beide Ereignisse unterschiedliche Ursachen haben, aber in den Auswirkungen viele Gemeinsamkeiten.
Bei einem Schlaganfall wandert ein Ablagerungspfropfen ins Gehirn, setzt sich dort fest und versperrt die Sauerstoffversorgung eines Teils des Gewebes, welcher dann meistens abstirbt. In einigen Fällen kann man den Patienten kurz nach dem Schlaganfall mit der Lyse behandeln, worauf der Thrombus, wie man diesen Ablagerungspfropfen nennt, aufgelöst werden kann.
Eine Hirnblutung ist entweder eine intrazelebrale Blutung, also eine Blutung des Schädelraumes wobei der Blutungsort im Schädeinneren liegt, eine Stammhirnblutung wobei meines Wissens nach der obere Teil des Rückenmarks im Bereich des Thalamus, des Verteilers geschädigt ist, oder eine extrazelebrale Blutung.
Die Gefahr besteht darin, dass das Gehirn durch den Druck vorübergehend, oder dauerhaft geschädigt wird.
Gemeinsamkeiten ergeben sich bei den Auswirkungen. wie schlaffer oder spastischer Lähmung verschiedener Teile des Körpers und andrer Behinderungen.
Da tut sich, um beim Thema von gestern zu bleiben auch die nächste Frage auf: “Wie wird man mit dem Druck fertig?”
Ich habe nur einkleines Loch im Schädel, was zugewachsen ist. Da ging ein Schlauch, eine Drainage heraus um den Druck auszugleichen. Ich habe aber auch Leute gesehen, die sind ohne Schädeldecke herumgefahren worden.
Die ist operativ enfernt (Trepanation) und
eingefroren worden um sie später wenn sich der Druck wieder ausgeglichen hat wieder aufzusetzen.
ungefähr 70% der Patienten mit Hirnblutungen übeleben, das bedeutet ich hab eigentlich Glück gehabt
