Überbelastet

Steffen Marquardt

 

Da hab ich wohl wieder was gemacht was man tunlichst vermeiden sollte. Spastische Muskulatur überbelastet.
Gestern hab ich wohl zu viel gestanden und den spastisch angeschlagenen rechten Psoasmuskel dabei überbelastet.
Da hilft jetzt wohl nur Schonung, Bewegung und Wärme.
Wie merkt man sowas? Zum ersten Mal ist die Ruhespannung (Tonus) der gesamten rechten Seite höher als gewohnt, was bei mir wiederum mit neuropatischen Schmerzen in den Fingern und Fußzehen verbunden ist.
Das ist ein ständiger Nervenschmerz, den man nur über den Tag durch die Ablenkung des normalen Tuns nicht so zu merken ist, doch bei Ruhe voll zuschlägt. Dagegen nehme ich auch Medikamente.
Ich schreib aber bewusst nicht welche, weil man sich bei deren Verordnung sowieso auf den behandelnden Neurologen verlassen sollte, der sollte wissen was und wie viel für einen gut ist.
Ich geh bei der Wassertherapie heute wieder ins warme Wasser des Bewegungsbeckens im „Admedia“ und fahr Fahrrad an meinem „Motomed“, passiv also ohne Belastung und in einigen Tagen wird das Gefühl wieder meiner Gewohnheit entsprechen.

Medkamente allgemein

Ich will keine Diskussion losbrechen aber trotzdem sollte sich jemand finden der auf drei Dinge hinweist wenn es um Medikamente geht:

Erstens solange nur die Wirkungsweise von Medikamenten nachvollzogen werden soll halte ich das für in Ordnung, wenn es aber darüber hinausgeht sage ich Stopp.
Zweitens gehen Medikamente auch untereinander Wechselwirkungen ein, aus denen oft erst eine Hauptwirkung entsteht oder eine andere Nebenwirkung die auf keinem Beipackzettel verzeichnet.
Drittens sollte man sich darüber im klaren sein, dass man wenn man an den Medikamenten rumdreht dem behandelndem Arzt Verantwortung wegnimmt und ihn später nicht dafür verantwortlich machen kann wenn die medikamentöse Therapie nicht anschlägt oder ungewünschte Nebenwirkungen zeigt.

Reha-forum Schlaganfall

Ich war gestern auf einer Veranstaltung der Stiftung Schlaganfallhilfe, dem Rehaforum Schlaganfall gewesen.

Teil 1:

Der Vortrag des Prof. Dr. Reichelt aus Zwickau, der mehr als ausreichend bebildert war, hat mich dazu gebracht meine Meinung in Sachen Botox zu überdenken.
Demnach wird Botox gespritzt um die Nervenverbindung zum Gehirn bei durch Spastik zu stark kontraktierter, also angespannter Muskulatur zu unterbrechen, nicht um die betreffende Muskulatur zu lähmen.
Dadurch wird die betreffende Muskulatur in einigen fällen Schmerzärmer, in anderen Fällen erst therapierbar.
Die Bebilderung zeigte Fälle bei denen das Verfahren mehr als sinnvoll war, da konnte man meinen Fall als Leichtgewicht bezeichnen. Dort gab es schon Wunden oder waren Fingernägel in die Handmuskulatur eingewachsen oder Glieder wie Schultergelenke durch kontraktion des Brustmuskels verdreht und sehr schmerzhaft nach vorn gezogen.
Der gesamte Arm wird dadurch Bewegungsunfähig.
Es kommt also auf die Verhältnismäßigkeit an  ob man dieses Verfahren anwendet.

der Ich in Dresden

der Ich in Dresden

Prof Reichelt

Prof Reichelt

Prof Teichmann

Prof Teichmann

Axel Schulz

Axel Schulz und Wir

Rehaforum Dresden

Rehaforum Dresden 4

Rehaforum Dresden

Rehaforum Dresden 3

das Foto wo nicht ...

das Foto wo nicht ...

Ton

Ton

 

12.10.11 Wieder mal Muskulatur

Bevor ich zum eigentlichen Thema komme erst mal zwei
einleitende Dinge.

Muskulatur

Über die Muskulatur ist vieles zu sagen.

Kein Muskel zieht autonom, alles funktioniert irgendwie zusammen.

Wenn ein Muskel zieht gibt es mindest einen Anderen der nachlässt. Es bringt
also gar nichts den Finger einer Hand zu therapieren. Wenn man nicht das ganze
System der Arme beachtet entsteht ein Ungleichgewicht.

Spastik

Um das mit der Spastik verstehen zu wollen muss man um die
Ecke denken.

Man spricht zwar von der spastischen Muskulatur aber eigentlich ist es eine
Gehirnssache, die sich auf die Muskulatur auswirkt.

Ich hab mich gefragt „Wieso merk ich diesen Psoasmuskel
eigentlich nur manchmal? Und zwar dann wenn ich größere Fortschritte beim
Therapieren der gesamten Muskulatur gemacht habe, obwohl mir damals von Professor
Reichelt in Zwickau eine Psoasspastik prognostiziert wurde.“

Das letzte Mal war das der Fall als ich gelernt hatte meinen Oberkörper auf dem
Beckenkamm zu balancieren.

Jetzt merk ich das Ding wieder. Ich hab nämlich vorgestern das erste Mal seit
sieben Jahren wieder gekniet, natürlich unter festhalten mit beiden Händen.

Dabei habe ich gemerkt, dass ich ja gar nicht zur Stabilisierung des Körpers
den Hintern nach vorne schiebe und so einen weiteren Teil dieses Psoasmuskels
zu belasten, der immerhin vom Oberschenkel bis zum Rücken durchgeht.

Ich weiß aber auch nicht ob es die prognostizierte Spastik ist, erstens weil
sich das Gefühl wie meistens bis jetzt wieder normalisieren  kann, zweitens weil es mit Prognosen immer so
eine Sache ist, man weiß nämlich nie ob sie tatsächlich dann eintreten und
drittens nehme ich noch Muskelrelaxiernde Medikamente, die sich auf den
gesamten Körper auswirken..

Außerdem tut mir seit gestern der obere Teil des Rückens weh. Wenn man den
Hintern nach vorn schiebt, schiebt es automatisch den Kopf und die
Schultermuskulatur nach hinten.

Bei all den Problemen die da kommen hilft eigentlich nur vorsichtig
weiterzumachen und zu hoffen, dass alles gut geht. Man sieht ja Prognosen kann
man nur bedingt vertrauen weil die gesamte Materie zu komplex ist.

Nichts kann man dabei verallgemeinern und eine kleine Veränderung kann Großes
bewirken.

10.8.11 Medikamentennebenwikungen

Gestern Abend ist es mir wieder passiert, dass ich im Bett saß, geschrieben habe, kurz eigeschlafen bin und dann erstmal nicht wusste wo und wann ich bin.
Ich schreibe diesen Effekt den Nebenwirkungen verschiedener Medikamente zu.
Ich weiß nicht wie es früher war, doch ich merke nicht wenn ich einschlafe.
Von einem auf den anderen Moment bin ich weg und schlimm ist es wenn ich kurz darauf wieder aufwache.
Totale Orientierungslosigkeit.
Anders dagegen im Auto (selbstverständlich wenn ich nicht selbst gefahren bin).
Da bin ich früher immer mal eingeschlafen. Anders ist es jetzt, da ist an Schlaf gar nicht zu denken.
Andere Nebenwirkungen haben die Muskelrelaxien, die ja als Hauptwirkung ja die Muskulatur weich machen weil z.B. die Spastik als Symptom die Muskulatur verspannt, was auch erhebliche Schmerzen verursacht.
Die Muskelrelaxien, wie Baclofen wirken dem entgegen und weil sie auf die gesamte Muskulatur wirken machen sie auch die nichtspastische Muskulatur weich und damit Kraftloser als normal.
Medikamente können auch in ihren Wechselwirkungen  mit anderen Medikamenten ungeahnte Nebenwirkungen haben, für die ich bei mir jetzt keine Beispiele habe weil die Ärzte sowas vermieden haben.

14.7.11 Zustand

Es ist Zeit wieder ml einen kleinen Zustandsbericht zu geben,
ich hab ja vor einiger Zeit an den Medikamenten rumgedreht. Der Endzustand ist
zwar noch nicht erreicht, weil sich der Gesamtmedkamentenpegel in mir drin nur
langsam angleicht.

Ein bisschen anders ist mir aber schon.

Im Gesamten kann man sagen, dass der Tonus höher, also die Muskulatur fester
und verspannter ist und auch die Nervenschmerzen wieder zugenommen haben.

Warum nehme ich das in kauf?

Der Hauptgrund ist dass diese Symptome vorher abgenommen haben und die
Medikation im Gesamten sehr hoch ist.

Alles weniger an Medikamenten ist für den Organismus schädig, weil auch
Nebenwirkungen im Spiel sind und alles mehr an dieser Art von Medikamenten über
die Nieren abgebaut werden muss. Weniger ist also besser.

Nun soll man ja im Allgemeinen nicht selbst die Medikamentendosis verändern,
sondern das dem behandelnden Arzt überlassen, der sie auch verschrieben hat.

Doch mit dieser Art von Medikament verhält es sich ein wenig anders. In Grenzen
kann nur der Patient selbst wissen wie viel er braucht um den Gesamtzustand zu
Regeln. Die Wirkung zielt ja darauf ab den Muskeltonus zu regeln und der beste
Indikator ist der Patient selbst.

1.9.10

Ich merke, dass das Fühlen besonders wichtig sein kann bei irgendwelcher physiologischer Therapie und besonders erst danach, wenn man besonders berücksichtigt, dass ich an einige Sachen wie die Füße nicht mit den Händen rankomme. Denn was macht man wenn man etwas gefühlsmäßig nachprüfen will? Man betatscht es mit den Fingern und schaut was da so über die Rezeptoren zurückkommt.
Wenn man das nicht kann man nur in den Fuß hineinhorchen ob da an Gefühl was ist.
Nun hat meine Physiotherapeutin mir gestern den rechten Fuß massiert und dabei die Nerven der Ferse und des Fußballens dermaßen sensibilisiert, dass man denken könnte man hat ein Oberflächengefühl.
Doch wenn man eins von beidem auf den Boden bringt ist, Blickkontakt ist da besonders wichtig, ist da nichts. Das Gefühl ist nur innenwendig. Besonders schwer ist diese Art des Fühlens zu beschreiben, allenfalls als stell-dir-vor-da-wäre-ein-Gefühl-Gefühl, man nimmt alle Informationen die an kriegen kann und bildet sich daraus etwas Neues.
Auf jeden Fall hat meine Physiotherapeutin sozusagen gestern den Nerv getroffen und ich lerne den Boden zu fühlen, denn ich stehe fast nur auf der Außenkante weil das die Spastik begünstigt, das aber teilweise willentlich überwindbar ist, wenn man den Boden  fühlt. Und so schließt sich der Kreis.

Wenn ich mich nicht irre haben wir wieder eine eins vornedran und bis auf weiteres  das letzte Mal Gelegenheit Sachen aus Meister Schwasrzens Schatzkästchen der logopädischen Grausamkeiten zu lesen welche sind:

Die klitze kleine kotzende Katze kotzt klitze kleine Katzenklötzchen,klitze kleine Katzenklötzchen kotzt die klitze kleine kotzende Katze…, daneben am Ammersee aßen achtzig Afrikaner alle Abend appetitliche Ananas.

Na prima!

29.8.10

Es ist nachts kühler und ich bemerke es mit schmerzhaften Erfahrungen. Gestern Nacht hatte ich den Arm auf der Bettdecke, bin zwar nicht aufgewacht, hab es aber mit Schmerzen bemerkt.
Was soll das erst im Winter mal werden, wenn man jetzt schon bis zur Schulter die Bettdecke hochziehen muss?

Ich bin ja Anhänger von Professor Altvaters Theorie, dass der Kapitalismus wie wir ihn kennen an fossile Rohstoffe  gebunden ist und mit deren zur Neige gehen verschwinden wird. Und so frage ich mich manchmal was wohl danach kommen wird.
Professor Altvater geht ja von einem solidarisch gearteten Kapitalismus. Die Anzeichen dafür sind ja da wenn ich solche Dinge les, wie dass wieder eine Stiftung aufgebaut wurde, sich einige Milliardäre von der Hälfte ihres Vermögens trennten, oder ihr vermögen in Projekte stecken, die sich zu Lebzeiten keinesfalls rentieren, wie die Aufforstung tausender Quadratkilometer südamerikanischen Urwaldes und damit ganze Regionen lebensfähig zu machen.
Viele gehen beim Thema “Ende dieses Kapitalismus” von meiner Meinung nach falschen Voraussetzungen aus.
Es muss nicht automatisch zu etwas wie einer politischen Revolution kommen. Wer sagt dass die Eigentumsverhältnisse die  gleichen sein werden und vor allem dass die Entwicklungszentren in der alten Welt und Nordamerika liegen. Hier verschmilzt dieses Thema mit dem ganzen Bereich Globalisierung und damit wird es noch undurchsichtiger.

24.8.10

Ich schreibe hier über meine kleinen Wehwehchen und merke in meiner eigentlich heilen Welt gar nicht wie um mich herum die Welt verrückt spielt. Das geht von Feuer bis zu Überschwemmungen.
Ein bischen was dringt ja doch vor wenn ich Abends die Nachrichten seh. aha, 20 Millionen Menschen obdachlos. Doch die Auswirkungen der Probleme, die der Planet hat kommen näher. Und was kann ich machen, außer ein bisschen Geld zu spenden?

Der Koffertest hat bei der Ergotherapie an den Tag gebracht, dass ich den Koffer am gestreckten Arm, Handöffnung nach unten nicht halten kann weil die dann obenliegenden Muskeln zu wenig trainiert sind um zusätzlich zum eigenen Gewicht die verkürzten Rumpfmuskeln und das Gewicht des Koffers ca. 2,5 Kg zuzüglichh eines Reiseatases-DDR zu halten, geschweige denn längere Zeit.

Die Ursache ist in der Sitzhaltung zu suchen. Während ich so fast alles mit dem linken Arm mache, ist der rechte Unterarm fast immer auf die Armstütze des Rollstuhls aufgelegt. Dadurch wird der Oberarm fast gänzlich entlastet, nch dazu wird dem Rumpf Halt gegeben was sich negativ auf die Rumpfstabilität auswirkt.

Die Lösung liegt wiederum in einer anderen Sitzhaltung.
Weiter auf dem Rollstuhl nach vorn gerutscht und viele kleine Probleme sind gelöst.

10.8.10

Ich werde, wenn ich die Entwicklung meines rechten Armes ansehe, mal langsam mit der Magnesiumsache anfangen. Magnesium in Brausetablettenform, in 560  mg Konzentration setzt leicht Nervenschmerzanwandlungen bei der Spastik herunter.
Dabei wird der Umstand genutzt, dass Calcium, von dem ja zu viel im den Nervenendplatten angesammelt ist freie Eiweißverbindungen braucht um im Blut transportiert zu werden.
Das ist aber erst möglich wenn das Magnesium durch ist, weil das Magnesium im Periodensystem einen höheren Stellenwert hat.
So wird zumindestens der Schmerz ein bisschen auf schonende Form bekämpft, ich werfe ja genug Tabletten den ganzen Tag ein.

Genial finde ich diesen Film, den ich per Zufall auf Youtube aufgeschnappt habe. Von Nichtbehinderten besetzte Behindertenparkplätze ist ja eines der vier großen Behindertenprobleme.