Überbelastet

Steffen Marquardt

 

Da hab ich wohl wieder was gemacht was man tunlichst vermeiden sollte. Spastische Muskulatur überbelastet.
Gestern hab ich wohl zu viel gestanden und den spastisch angeschlagenen rechten Psoasmuskel dabei überbelastet.
Da hilft jetzt wohl nur Schonung, Bewegung und Wärme.
Wie merkt man sowas? Zum ersten Mal ist die Ruhespannung (Tonus) der gesamten rechten Seite höher als gewohnt, was bei mir wiederum mit neuropatischen Schmerzen in den Fingern und Fußzehen verbunden ist.
Das ist ein ständiger Nervenschmerz, den man nur über den Tag durch die Ablenkung des normalen Tuns nicht so zu merken ist, doch bei Ruhe voll zuschlägt. Dagegen nehme ich auch Medikamente.
Ich schreib aber bewusst nicht welche, weil man sich bei deren Verordnung sowieso auf den behandelnden Neurologen verlassen sollte, der sollte wissen was und wie viel für einen gut ist.
Ich geh bei der Wassertherapie heute wieder ins warme Wasser des Bewegungsbeckens im „Admedia“ und fahr Fahrrad an meinem „Motomed“, passiv also ohne Belastung und in einigen Tagen wird das Gefühl wieder meiner Gewohnheit entsprechen.

Reha-forum Schlaganfall

Ich war gestern auf einer Veranstaltung der Stiftung Schlaganfallhilfe, dem Rehaforum Schlaganfall gewesen.

Teil 1:

Der Vortrag des Prof. Dr. Reichelt aus Zwickau, der mehr als ausreichend bebildert war, hat mich dazu gebracht meine Meinung in Sachen Botox zu überdenken.
Demnach wird Botox gespritzt um die Nervenverbindung zum Gehirn bei durch Spastik zu stark kontraktierter, also angespannter Muskulatur zu unterbrechen, nicht um die betreffende Muskulatur zu lähmen.
Dadurch wird die betreffende Muskulatur in einigen fällen Schmerzärmer, in anderen Fällen erst therapierbar.
Die Bebilderung zeigte Fälle bei denen das Verfahren mehr als sinnvoll war, da konnte man meinen Fall als Leichtgewicht bezeichnen. Dort gab es schon Wunden oder waren Fingernägel in die Handmuskulatur eingewachsen oder Glieder wie Schultergelenke durch kontraktion des Brustmuskels verdreht und sehr schmerzhaft nach vorn gezogen.
Der gesamte Arm wird dadurch Bewegungsunfähig.
Es kommt also auf die Verhältnismäßigkeit an  ob man dieses Verfahren anwendet.

der Ich in Dresden

der Ich in Dresden

Prof Reichelt

Prof Reichelt

Prof Teichmann

Prof Teichmann

Axel Schulz

Axel Schulz und Wir

Rehaforum Dresden

Rehaforum Dresden 4

Rehaforum Dresden

Rehaforum Dresden 3

das Foto wo nicht ...

das Foto wo nicht ...

Ton

Ton

 

Krankenhaus

Nu hat´s mich wieder ins Krankenhaus verschlagen.
Diesmal ist es Harnwegsinfektion die schon fast zu lange nicht richtig behandelt worden ist.
Ich hab aber auch nichts gemerkt.
Nur wenn ich untersucht worden bin hieß es in den letzten Jahren immer „Harnwegsinfektion“, dann gab es Antibiotika aber nachkontrolliert wurde nie.
Irgendwann rächt sich das dann.
Ich wollte das schon zwei Tage in meinen Blog schreiben, aber dazugekommen bin ich nicht.
Wenn es das gäbe, dass man zu viele Leute kennen könnte würde ich sagen ich kenne zu viele leue, aber zum Glück gibt’s das nicht.

Atmen …

Nicht Vergangenheit, nicht Zukunft, wenn man bewusst atmet befasst man sich mit dem Hier und Jetzt.
Wohl mancher lebte zumindest die anderthalb Stunde lang im Hier und Jetzt, die der Vortrag was eher en Gruppengespräch war, und lauschte in sich hinein wie seine Atmung funktionierte.
Der Atemtherapeut Herr Seiß war bei der Selbsthilfegruppe Hirnschädigung zu Gast und erzählte übers Atmen und speziell über Atemtherapie.
Es ist schwierig den Inhalt des gesamten Vortrages hier zusammenzufassen, denn das Atmen ist mehr als Luftholen, es ist eng mit dem komplexen Vorgang des Lebens verbunden und es zeigt sich dass Körper, Geist und Seele eine Einheit sind, dass ein leichtverletzliches Gleichgewicht aller Körperfunktionen besteht und dass Krankheiten nur ein Zweckprogramm des Körpers sind um ein gestörtes Gleichgewicht wieder herzustellen.
Doch spätestens jetzt würde die Diskussion weitergehen weshalb ich noch ein paar Bilder daruntersetze und auf das nächste Mal vertage.

Atemtherapie

Atemtherapie

Atemtherapie

Atemtherapie

Die Selbsthilfegruppe Aphasie durch erworbene Hirnschädigung trifft sich jeden zweiten Donnerstag im Monat im Diakonieheim „Komturhof“, jedoch auch Interessenten und Hirngeschädigte oder Angehörige ohne Sprachschwierigkeiten sind herzlich willkommen.

Ich selber steh allem was  fernöstlich ist kritisch gegenüber aber das ist interesant:

Die fünf Freiheiten

Die Freiheit, das zu sehen und zu hören, was im Moment wirklich da ist, anstatt was sein sollte oder gewesen ist.

Die Freiheit, das auszusprechen, was ich wirklich fühle und denke, und nicht das, was von mir erwartet wird.

Die Freiheit, zu meinen Gefühlen zu stehen, und nicht etwas anderes vorzu­täuschen.

Die Freiheit, um das zu bitten, was ich brauche, anstatt immer erst auf Erlaub­nis zu warten.

Die Freiheit, in eigener Verantwortung Risiken einzugehen, anstatt immer nur auf Nummer Sicher zu gehen und nichts Neues zu wagen


22.8.11 Hirntransplantation?

Hier kommt einer aus der Abteilung „kleine Kuriositäten aus
dem Schlaganfall Forum.“

Da kommt doch jemand mit der Idee ein Stammhirn zu verpflanzen.

Diese Idee ist natürlich der Verzweiflung entsprungen, hat aber schon zumindest
einen wunden Punkt.

Ein Organ wird man nur entnehmen können, nachdem der Tod eines Menschen
festgestellt worden ist.

Der Tod ist der Hirntod. Ein totes Organ zu transplantieren wird keinen Wert
haben, zudem wären innerhalb einer Minute nach einem eventuellen Herztod Milliarden
von Verbindungen zu knüpfen wozu wohl niemand in der Lage wäre.

Dazu kommt noch dass das Thema wahrscheinlich an ethische Grenzen kommen würde.

6.8.11 Das war´s dann erstmal

Heut noch, dann sind die zwei Wochen Verhinderungspflege
vorbei.

Und ich habe nicht alles was ich erledigen wollte erledigt. Zuhause geht es
also wie gewohnt weiter.

Eine neue Methode meine Beine zu kräftigen habe ich gefunden. Dazu brauche ich allerdings
etwas.

Ungefähr ein Meter Handlauf, also ein Stück Treppengeländer dient dazu mich
festzuhalten und aufzustehen.

Es sind Beinwechsel möglich und Bewegungen bis hin zu Kniebeugen.
Der einzige Nachteil ist, dass man die Bohrmaschine rausholen muss um das Ding richtig fest anzuschrauben.

Im Forum tauchte die Frage auf was man denn als erstes
therapieren sollte wenn man z.B. nach einem Schlaganfall mehrere problematische
Glieder hat.

Ich erachte es als weitgehend gleich.

Der Mensch ist ein komplexes System und jede Veränderung zieht Veränderungen
in  anderen Körperregionen mit sich.

Wenn ich wie in den letzten Tagen meine Beine am Handlauf trainiert habe so hat
sich das nebenher auf den gesamten Oberkörper Ausgewirkt.

Wenn man stehen will, so muss man den Beckenkamm in aufrechte Position bringen,
den Brustkorb darüber anordnen und darüber den Kopf, wobei man das Kinn
zurückgeschoben hat.

Bei mir ist vieles anders, durch mehr als ein Jahr liegen, die fehlenden
Hüftköpfe, die Außendrehung des rechten Knies usw.

Wenn man irgendwas verändert, verändert sich zusammenhängende Muskulatur auch.

Trotzdem muss man irgendwie Prioritäten setzen, wobei man dieses Thema nicht
aus den Augen verlieren darf.

Also erstmal
zum letzten Mal auf der Terrasse gefrühstückt.

margy-auf-der-terrasse

 

 

2.8.11

Wenn ich mal die Sache mit
der Motivation auf ihre Wissenschaftlichkeit überprüfen will ist es erstaunlich
wie viel man rein intuitiv anwendet.

Ich hab dazu die Tabelle nach McClelland herangezogen.

Es gibt danach positive und negative Dinge die uns vorantreiben, also das
Streben zum einen und die Angst vor dem anderen. Und es sind wieder positive
und negative Handlungen die ausgelöst werden.

Das scheint vom vorherrschendem Charakter abhängig zu sein.

Da ist zum einen die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, die den Beitrag zu ihr
achtet, die Sicherheit, Geborgenheit, Zuwendung und Freundschaft ausstrahlt.
Aber auf der anderen Seite die Angst vor Unbeliebtheit, vor dem Gefühl alleine
gelassen zu werden.

Das ist etwas das wir anwenden mit der Einbeziehung in Selbsthilfegruppen,
Integration in die Gesellschaft allgemein, die Einbeziehung in die Durchführung
verschiedener Projekte.

Ein weiteres Motiv ist Macht auszuüben, die Durchführung von Gruppenhandlungen
zu kontrollieren, einen bestimmten Status zu erringen sowie im Wettbewerb zu
bestehen.

dem gegenüber stehen Ängste erreichtes wieder zu verlieren, unbedeutend zu sein
und missachtet zu werden.

Eine Sache die wir auch anwenden ist gebrachte Leistung auch anzuerkennen,
Kreativität und Fantasie zu würdigen. Auf der anderen Seite steht die Angst als
Versager dazustehen.

Für mich persönlich war es zum Anfang meiner Krankheitszeit die Vorstellung
wieder etwas als DJ machen zu können was aber mit der Zeit anderen
Motivationsgründen gewichen ist.

Es ist die Aussicht eine sinnvolle Aufgabe zu haben weshalb ich mich auch mit
solchen Dingen wie Motivation beschäftige.

Mir scheint bei der ganzen Sache ist es nötig ein bisschen so etwas wie Ehrgeiz
zu entwickeln.

Wenn jemand schon aufgegeben hat, dann lockt man ihn nicht damit schlecht
hinter dem Ofen vor es sei denn er lernt anders zu denken.

Und da ist Psychologie gefragt.

Der Ehrgeiz muss solang angestachelt werden, bis Eigenschaften zu Gewohnheiten
werden.

Oder sollte man einen Chemiker ranlassen.

McClelland ist es an der Harvard Medical School gelungen nachzuweisen, dass
die Anregung dieser Motive mit der Ausschüttung bestimmter Neurotransmitter
verbunden ist:

  • Im Falle
    des Machtmotivs sind es Epinephrin und Norepinephrin,
  • im Falle
    des Zugehörigkeitsmotivs ist das Dopamin,
  • bei
    Anregung des Leistungsmotivs werden Vasopressin und Arginin ausgeschüttet.

Motivation mal chemisch???

29.9.10

Diese Woche wird eine Großkampfwoche.
Nicht nur dass fast jeden Tag Therapie auf dem Plan steht, am Wochenende geht es erst einmal richtig los.
Wandertag mit der Elterninitiative und mit der Selbsthilfegruppe “junge Behinderte” geht es mit dem Auto nach Lichtenstein.
Na dann auf in den Kampf, die Schwiegermutter naht.
Das Internet funzt auf meinem Laptop jetzt auch. Nur ich glaube, dass ein ganz normaler Nutzer, geschweige denn der DAU (dümmster anzunehmender User) da dahinter gekommen wäre.
In den Netzwerkeinstellungen, die man mit dem Browser abrufen kann war ein zweiter Netzwerkschlüssel hinterlegt.
Gesundheitlich geht es grade so mittelmässig. Ich hab mit dem Training mal zwei Tage etwas zurückgeschalten, über die normale Therapie nichts zusätzliches gemacht und so geht es mir etwas besser, was die Nervenschmerzen betrifft.
Es ist ein ganz schmaler Grat auf dem man seine Leistungsfähigkeit steigern kann. Ein bischen zu viel wirkt sich sofort auf die Nervenschmerzen aus.]

24.9.10

Es kommen jetzt auch eben andere Sachen zurück. Seit gestern abend bin ich das erste Mal ein bischen erkältet. Das allein ist nicht weiter schlimm, doch automatisch geht es auf die Kraft und die Kraft wird von meinereiner dazu mit benötigt den vom Tonus erzwungenen Verrenkungen etwas entgegenzusetzen.
So will der rechte Arm in Ruhiglage in die Beugung gehen und die Hand zieht nach innen.
Das ist nun mal so eingerichtet, dass wenn ein Muskel ziehen soll ein anderer Muskel der gegenhält nachlassen muss, wenn dieser im falle des Bizeps der Trizeps nicht nachlässt und genug Kraft hat, kann sich der Bizeps bemühen wie er will, der Arm beugt sich nicht. Das Gegenteil ist ier der Fall. DerTonus, was die Vorspannung des Bizeps ist, ist so hoch, dass sie in Ruhestellung den Arm beugt.
Auch Käse.

1.9.10

Ich merke, dass das Fühlen besonders wichtig sein kann bei irgendwelcher physiologischer Therapie und besonders erst danach, wenn man besonders berücksichtigt, dass ich an einige Sachen wie die Füße nicht mit den Händen rankomme. Denn was macht man wenn man etwas gefühlsmäßig nachprüfen will? Man betatscht es mit den Fingern und schaut was da so über die Rezeptoren zurückkommt.
Wenn man das nicht kann man nur in den Fuß hineinhorchen ob da an Gefühl was ist.
Nun hat meine Physiotherapeutin mir gestern den rechten Fuß massiert und dabei die Nerven der Ferse und des Fußballens dermaßen sensibilisiert, dass man denken könnte man hat ein Oberflächengefühl.
Doch wenn man eins von beidem auf den Boden bringt ist, Blickkontakt ist da besonders wichtig, ist da nichts. Das Gefühl ist nur innenwendig. Besonders schwer ist diese Art des Fühlens zu beschreiben, allenfalls als stell-dir-vor-da-wäre-ein-Gefühl-Gefühl, man nimmt alle Informationen die an kriegen kann und bildet sich daraus etwas Neues.
Auf jeden Fall hat meine Physiotherapeutin sozusagen gestern den Nerv getroffen und ich lerne den Boden zu fühlen, denn ich stehe fast nur auf der Außenkante weil das die Spastik begünstigt, das aber teilweise willentlich überwindbar ist, wenn man den Boden  fühlt. Und so schließt sich der Kreis.

Wenn ich mich nicht irre haben wir wieder eine eins vornedran und bis auf weiteres  das letzte Mal Gelegenheit Sachen aus Meister Schwasrzens Schatzkästchen der logopädischen Grausamkeiten zu lesen welche sind:

Die klitze kleine kotzende Katze kotzt klitze kleine Katzenklötzchen,klitze kleine Katzenklötzchen kotzt die klitze kleine kotzende Katze…, daneben am Ammersee aßen achtzig Afrikaner alle Abend appetitliche Ananas.

Na prima!