Als ich gestern wieder mal des schönen wetters wegen in der Stadt unterwegs war holten mich die ersten Nachkrankheitserinnerungen ein.
Als ich damals am 23. Dezember 2004 das erste mal entlassen wurde, die Hüftköpfe waren gerade raus, ich hatte die zweite Reha noch vor mir und war ein Pflegefall. 24 Stunden lag ich im Bett hinter dem markierten Fenster und niemand glaubte daran, dass ich noch mal aufstehe.
Schon deshalb ist die Tatsache, dass ich hier alleine meine Runden drehe ein riesiger Fortschritt.
Damals hatte ich noch einen Katheder, eine Magensonde und die Öffnung von der Trachialkanüle war auch noch nicht richtig zugewachsen, da stand mir moch eine Operation bevor. Das rechte Bein war in ungefähr 40 Grad angewinkelt und zwei Jahre später nähte man das linke Auge zur Hälfte zu weil ich es wegen der Gesichtslähmung nicht schliesen konnte, Doppelbilder sah und die Gefahr des Austrocknens bestand, seitsem hab ich Ruhe.
Das kleine Foto entstand Weihnachten 2004.
Wenn jemand niederliegt und keine Hoffnung mehr hat dem kann ich diesen Tagebucheintrag zeigen. Es ist vieles möglich, doch alles braucht seine Zeit. Man braucht Jemand, der einen moralisch unterstützt, viele Wege für einen erledigt um der deutschen bürokratie Herer zu werden und auch von Zeit zu Zeit in den Hintern tritt, wenn man daran ist aufzugeben.
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19.7.10 Nygastagmus
Ich habe immer probleme damit jemandem zu erklären warum ich nicht schreiben kann. Dass heist schreiben mit dem Rechner kann ich schon, allerdingsschreiben mit einem Stift geht fast nicht und wenn kann man vor lauter Krakel fast nichts lesen.
Das liegt am Nygastagmus.
Einen natürlichen physiologischen Nygastagmus hat jeder. Er dient dazu das durch die Augenlinse projizierte Bild so konstant auf der Netzhaut zu halten, dass ruckartige Bewegungen des Auges, des Kopfes ausgeglichen werden. Wenn die Winkelgeschwindigkeit der Lichtreflexe größer wird als 5 Grad pro Sekunde werden kann das Bild nicht mehr scharf wahrgenommmen werden.
Bei mir tritt diese Augezuckung auch in Ruhe auf, (patologischer Nygastasmus) was bedeutet wenn sich ein Gegenstand nicht bewegt wird er immer ein klein wenig neben seiner tatsächlichen Position abgebildet, was wiederum bedeutet, dass ein Punkt nicht konkret wahrgenommen wird.
Denn was passiert beimschreiben?
Der Stift setzt an einem Punkt an und will, sagen wir mal ein M schreiben. Der Strich sollte jetzt nach oben gehen. Das Unterbewustsein vergleicht aber mit dem durch das Auge projezierte Bild und dieses BILD wird durch den krankhaften Nygastasmus links vom eigentlichen Aufenthaltsort des Stiftes projeziert. Also lenkt das Unterbewustsein die Hand erst mal nach links. Die willentliche Bewegung kommt später, zeitverzögert und lenkt den Stift nach oben. Da können nur Krakel rauskommen.
Ein patologischer Nygastagmus kann vor allem bei Erkrankungen im Hirnstamm und Kleinhirn vorkommen, auch bestimmte Drogen wie Ecstasy lösen einen Nygastagmus aus. Er ist in diesen Fällen Ausdruck einer Fehlkoordination zwischen zwei wichtigen physiologischen Sinnen: dem Gleichgewichtssinn und dem Sehen.
Ich lege Wert darauf festzustellen, dass ich nicht pausenlos auf Ecstasy bin.
11.7.10 wie, wer, wo denn?”
Es ist nicht einfach nachzuvollziehen wie wir unsere Umgebung wahrnehmen. Ich nehme mal ein Beispiel. Das sehen von Farben.
Eine Lichtquelle wie die Sonne sendet Licht aller Wellenlängen aus.
Was ist Licht?
Das für Menschen sichtbare Licht ist ein Bereich der elektromagnetischen Strahlung. Dieser erstreckt sich von etwa 380 bis 780 nm Wellenlänge, was einer Frequenz von etwa 789 bis 385 THz entspricht.
Eine Oberfläche bricht einen bestimmten Anteil dieses Lichts und reflektiert diesen. Das Auge nimmt mit seinen Rezeptoren, die für diesen Lichtanteil ausgelegt sind, diesen Lichtanteil auf und leitet ihn an das Gehirn weiter.
Die Oberfläche ist also eigentlich farblos, (oder besser wäre die Frage: muss man sich die Oberfläche farblos vorstellen?), hat aber eine bestimmte physikalische Beschaffenheit, die einen bestimmten Lichtanteil reflektiert.
Also würde wenn ein Gegenstand eine Oberfläche besitzt, die blaues licht reflektiert, die Lichtquelle aber keinen blauen Lichtanteil aussendet der Gegenstand unsichtbar? Nun haben wir zumindest den Effekt der Bluebox-aufnahme bei Filmaufnahmen nachvollzogen.
In der Netzhaut des Auges sitzen tausende kleine Fotorezeptoren, die das Licht auffangen, Stäbchen und Zapfen. Stäbchen die weißes Licht auffangen, somit liegt der Farblichtraum innerhalb des Weißlichtraumes.
Die umliegende Muskulatur bewegt das Auge und so wird das Sehfeld abgetastet. Die Fotorezeptoren leiten die Signale als bioelektrische Ströme an den Sehnerv und der ans Gehirn.
Der wesentlichste Nachteil des ganzen Systems ,kein Licht = nix sehen, trotzdem würde Mr.Spock sagen: faszinierend
Ich war gestern mal eine halbe Stunde draußen, abends 18 Uhr und es hat gereicht um zu sagen: “schön warm in Deutschland.” Das komische ist nur, vor vier Monaten lag Schnee und in vier Monaten werden alle stöhnen: “wenn nur endlich Sommer wär.”