3.8.10 Da lauert der Zwiespalt.

Auf der einen Seite les ich so einen Blogbeitrag: http://www.gruenler.com/?p=166

und muss ihm absolut recht geben, zum anderen kommt man in einer Situation wie meiner nicht weiter ohne es positiv zu sehen. Das wird sich so ein schwarz – gelber Gesundheitsminister auch gedacht haben als er vor die  Mikrofone trat und lächelnd verkündete: “Es ist uns gelungen eine Gesundheitsreform anzuschieben, die jedem etwas bringt.”

http://www.tagesschau.de/inland/gesundheitsreform206.html

Mal sehen ob ich das auch noch positiv sehen kann wenn der 1.1.2011 ran ist.
Auf jeden Fall ist eine positive Lebenseinstellung wichtig für einen Behinderten. Denn was ist eigentlich jeden Tag, bleib liegen und nicht nur der Körper degeneriert, Liegenbleiben bedeutet aufgeben. also aufstehen.

Ich frage mich sowieso: Ob Horst Seehofer, Andrea Fischer, Ulla Schmidt – oder jetzt Philipp Rösler: Sie alle waren als Gesundheitsminister angetreten, um das System zu reformieren und die Kosten in Grenzen zu halten. Geschafft haben sie es nicht. Rösler musste zuletzt eine Beitragserhöhung bekannt geben, ursprünglich wollte er das Gegenteil erreichen. Müssen wir erst das System abschaffen und neu aufbauen (doch ein Neustart geht nicht), oder funktioniert das System mit Parteien nicht mehr? Bleibt die Solidarität auf der Strecke? Wieso geht mir Engels zyklische Krise des Kapitalismus nicht aus dem kopf? und in wieweit trifft Prof. Elmar Altvaters radikale Kapitalismuskritik “das Ende des Kapitalismus wie wir ihn kennen” zu?

Ich glaube nicht nur mir wachsen die Fragezeichen aus dem Kopf.

Wie ich gestern auf Facebook ankündigte war gestern ein entspannter, sinnfreier sat-1 Fernsehabend im Bett angesagt.
und genau so kam es dann auch, pünktlich 21:12 zum Tod der ersten Staffel von “der letzte Bulle” sind die Handlungsstränge auseinander gegangen, der kriminalistische Teil, nicht sehr anspruchsvoll war für den kleinen Horst Schimanski in uns allen aufgeklärt und der für das soapverwöhnte Muttertier relevante blieb offen, damit Mama was zu Hoffen und zu Quatschen hat.
Dann noch eine Portion Dany Lavinsky, die nach dem gleichen Vorbild gestrickt war und morgen will’s wieder keiner angeguckt haben doch alle diskutieren die Handlung.
Ach wieso Tod der Staffel? Wenn die letzte Einstellung abgedreht ist spricht der Regisseur:“gestorben“

Nachschlag zum Rettungsfond für Griechenlad

Mir wird es langsam sympathisch das kleine graue Männchen im Berlin in seinem Rollstuhl das von allem eine Ahnung zu haben scheint. Im Kopf sind wir zwar anderen Geistes doch egal wo ihn seine Chefin hinstellt, seine Pflicht versieht er eisern.
Wie war das mit dem Rettungspaket für den Euro?
Seine Kanzlerin sagt: Wolle geh mal betteln, wir brauchen ein paar Milliarden für Not leidende Banker in Griechenland. Die haben damals die Bilanzen gefälscht und wissen nicht mehr weiter.
Wolfgang geht zu den Banken und sagt: eh, ihr kaputten, lasst mal was von dem Geld rüberwachsen, was die Industrie bei euch hinterlegt hat und was die vielen fleißigen Sparer angelegt haben wie Versicherungen, wir müssen den griechischen Bankern ein bisschen Spielgeld rüberwachsen lassen. Schreibt aber Rettungsfond auf den Scheck.
Die Banken geben, die Kanzlerin nimmt Packpapier, schlägt die Kohle ordentlich ein und trägt sie nach Athen.
Die nehmen das Geld, zocken in London, oder Brüssel ein bisschen rum, oder hängen das Geld gleich frisch gewaschen in der Schweiz zum trocknen auf.
Und wenn ich nicht in den Vorlesungen politischer Ökonomie geschlafen habe, habe ich mitgekriegt, dass die Rechnung wir alle bezahlen, egal ob Grieche oder Deutscher..
In diesem sinne sind wir doch alle ein bisschen Griechen.

Und im Fernsehen zeigen sie wie sich ein erblondeter Mittfünfziger und seine mit diversen Ersatzteilen auf Fordermann gebrachte Tussi, irgendwo in Arabien scheckisch lachen und die hunderttausend Dollarscheine zum Privatvergnügen zum Fenster rauswerfen.
Mehr als makabere Show.