Schlechte Eigenschaft ?

Steffen Marquardt

 

Weil wir letztens bei Eigenschaften des Menschen waren ist mir noch was aufgefallen.
Es gibt noch versteckte Dinge die unwissentlich oder wegen fehlendem Wissen in die Schublade schlechte Eigenschaften getan werden, woran der Betroffene aber gar keine Schuld hat.
So ist mir bei mir selbst aufgefallen, dass ich oft einen der gerade spricht ins Wort falle und einfach unterbreche. Bis jetzt dachte ich selbst, dass wäre eine schlechte Eigenschaft.
Jetzt hab ich in einer Krankheitsbeschreibung gelesen das wäre ein Symptom eines Teils der Krankheiten, nämlich der verlangsamten Wahrnehmung.
Da Symptome nunmal objektiv, also unabhängig vom Wollen wirken kann ich nix dafür.
Das möchte ich zu meiner Entschuldigung mal erwähnt haben, denke aber trotzdem dass ich mir Mühe geben kann das Einzudämmen weil es mir selbst auf die Nerven geht und ich mich fast jedes Mal dafür entschuldige.

27.9.11 Koma

Ich wurde letztens gefragt ob man im künstlichen Koma was von
dem was um einen herum passiert mitbekommt.

Der Begriff Koma schon ist nicht ganz richtig. Es handelt sich vielmehr um den
künstlichen Tiefschlaf.

Man träumt auf jeden Fall und die Schlaftiefe scheint auch unterschiedlich hoch
zu sein, je nachdem wie das Sedierungsmittel, dass einen schlafen lässt wirkt.

Ich kann mich an zwei Begebenheiten erinnern die mich der Umgegend ziemlich
nahe gebracht haben.

Das eine mal träumte  ich viel im
Zusammenhang mit verschwundenem Goldschmuck.

Wie ich im Nach herein erfuhr war mein mir abgenommener Ehering und ein
Goldkettchen verschwunden. Das muss in meinem Hörbereich ein Thema gewesen
sein, dass ich das mitgekriegt habe.

Das zweite war mein Vater wie er sagt: „Nu nützt das heulen auch nichts mehr,
nun liegt er da.“

Es war am Ende bestimmt noch mehr was ich gehört habe, ich erinnere mich jetzt
sieben Jahre späte nicht mehr daran.

7.9.11

 

Diesen Text wird man auch auf meiner Hauptseite www.margy-plauen.de wiederfinden weil mir aufgefallen ist, dass ich ein paar Jahre nichts zu meinem Bericht geschrieben habe.

 

Mittlerweile haben wir 2011 , die Zeit als ich meistens im Bett lag hab ich hinter mir gelassen.
Mir geht es eigentlich ganz gut.
Mit den Umständen meiner Krankheit versuche ich mich abzufinden, allerdings versuche ich die Grenzen immer ein wenig hinauszuschieben.
Neben den Therapien, 1 x Physiotherapie, 2 x Ergotherapie, 2 x Wassertherapie muss man in meinem Zustand dafür ein bisschen was machen. Dreimal am Tag eine viertel Stunde Übungen die ich mit meinen Therapeuten abgesprochen habe, 10 km auf meinem MOTOMED, was bis jetzt ca.17000 km entspricht (und noch keinen cm von der Stelle gekommen)und nach dem Lichtausmachen gibt’s Abends noch eine halbe Stunde physiotherapeutische Übungen im liegen.
Dazu kommen noch in ca. 14 täglicher Folge Logotherapie und auch sonst geht eine viertel Stunde am Tag für Logoübungen drauf.
Mit meinem elektrischen Rollstuhl bin ich auch wesentlich mobiler.
Hier hat es mich schon nach Neundorf, mit der Elterninitiative für Behinderte nach Jößnitz oder mit dem  Verein VITAL nach Klingenthal.
Das weiteste war eine Woche mit der Elterninitiative nach Hamburg.
Man sieht, dass zu hause hocken nicht mein Ding ist. Ich mische lieber bei zwei Vereinen und zwei Selbsthilfegruppen mit.
Allerdings gibt es nicht nur positives zu berichten. Manchmal kommt es auch zu Rückschlägen wie Anfang 2010 als ich ein paar mal ins Krankengaus musste bis dann endlich meine Galle herausoperiert wurde, was nun wenigstens den Vorteil hatte, dass ich mal wieder gründlich durchgecheckt wurde.
Da kann man nichts weiter machen als den Rückschlag hinnehmen und weitermachen.
Allen selbst betroffenen kann ich nur den Rat geben aktiv zu sein, egal was man macht, Hauptsache Bewegen den Körper und den Geist.
Und den Angehörigen kann ich nur raten Geduld zu haben und den Betroffenen Zeit zu geben. Im Kleinem wie im Großen.

11.8.11 Im Garten des Weisbachschen Hauses.

 

Gestern trafen wir uns in der Selbsthilfegruppe „Hirnschädigung“ wieder wie schon vor ungefähr einem Jahr
Wir sprachen inmitten spätsommerlicher Flora, bei Kaffee und Kuchen über Schlaganfallfolgen, speziell Aphasie und mangelnde Leistungsfähigkeit im Besonderen zu reden. Auch über die Arbeit der Selbsthilfegruppe, die auch im Verein „Vital“ Vorträge über relevante Themen organisiert.

Der Zufall wollte es, dass dieses Mal gerade jüngere Betroffene und Mitglieder des Seniorenbeirates von Plauen zusammenkamen ,die auch über das Problem mangelnden Nachwuchses in Leitungsfunktionen klagten.
Dabei kam es auch nicht zu kurz, dass man die Schönheit der alten parkähnlichen Gartenanlage bewunderte.

/weisbachscher-garten


14.7.11 Zustand

Es ist Zeit wieder ml einen kleinen Zustandsbericht zu geben,
ich hab ja vor einiger Zeit an den Medikamenten rumgedreht. Der Endzustand ist
zwar noch nicht erreicht, weil sich der Gesamtmedkamentenpegel in mir drin nur
langsam angleicht.

Ein bisschen anders ist mir aber schon.

Im Gesamten kann man sagen, dass der Tonus höher, also die Muskulatur fester
und verspannter ist und auch die Nervenschmerzen wieder zugenommen haben.

Warum nehme ich das in kauf?

Der Hauptgrund ist dass diese Symptome vorher abgenommen haben und die
Medikation im Gesamten sehr hoch ist.

Alles weniger an Medikamenten ist für den Organismus schädig, weil auch
Nebenwirkungen im Spiel sind und alles mehr an dieser Art von Medikamenten über
die Nieren abgebaut werden muss. Weniger ist also besser.

Nun soll man ja im Allgemeinen nicht selbst die Medikamentendosis verändern,
sondern das dem behandelnden Arzt überlassen, der sie auch verschrieben hat.

Doch mit dieser Art von Medikament verhält es sich ein wenig anders. In Grenzen
kann nur der Patient selbst wissen wie viel er braucht um den Gesamtzustand zu
Regeln. Die Wirkung zielt ja darauf ab den Muskeltonus zu regeln und der beste
Indikator ist der Patient selbst.

19.6.10

Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Hirnblutung und einem Schlaganfall?
Der wesentlichste Unterschied liegt darin, dass beide Ereignisse unterschiedliche Ursachen haben, aber in den Auswirkungen viele Gemeinsamkeiten.
Bei einem Schlaganfall wandert ein Ablagerungspfropfen ins Gehirn, setzt sich dort fest und versperrt die Sauerstoffversorgung eines Teils des Gewebes, welcher dann meistens abstirbt. In einigen Fällen kann man den Patienten kurz nach dem Schlaganfall mit der Lyse behandeln, worauf der Thrombus, wie man diesen Ablagerungspfropfen nennt, aufgelöst werden kann.
Eine Hirnblutung ist entweder eine intrazelebrale Blutung,  also eine Blutung des Schädelraumes wobei der Blutungsort im Schädeinneren liegt, eine Stammhirnblutung wobei meines Wissens nach der obere Teil des Rückenmarks im Bereich des Thalamus, des Verteilers geschädigt ist, oder eine extrazelebrale Blutung.
Die Gefahr besteht darin, dass das Gehirn durch den Druck vorübergehend, oder dauerhaft geschädigt wird.
Gemeinsamkeiten ergeben sich bei den Auswirkungen. wie schlaffer oder spastischer Lähmung verschiedener Teile des Körpers und andrer Behinderungen.

Da tut sich, um beim Thema von gestern zu bleiben auch die nächste Frage auf: “Wie wird man mit dem Druck fertig?”
Ich habe nur einkleines Loch im Schädel, was zugewachsen ist. Da ging ein Schlauch, eine Drainage heraus um den Druck auszugleichen. Ich habe aber auch Leute gesehen, die sind ohne Schädeldecke herumgefahren worden.
Die ist operativ enfernt (Trepanation) und

eingefroren worden um sie später wenn sich der Druck wieder ausgeglichen hat wieder aufzusetzen.
ungefähr 70% der Patienten mit Hirnblutungen übeleben, das bedeutet ich hab eigentlich Glück gehabt

Spastik / drei Tage im Bett

Das scheint es erst einmal mit größeren Fortschritten gewesen zu sein.
Ich hab erst einmal die Verluste um die Gallenoperation am 18.5.10 wieder reingeholt. Ein normaler gesunder Mensch liegt vielleicht anderthalb Wochen im Bett und belastet die Muskulatur nicht. Ebenwelche verkümmert dermaßen, dass er dann Schwierigkeiten beim aufstehen hat.
Dieser Effekt trat bei mir schon nach drei Tagen ein. Auch das zunehmen ging in dieser Situation wesentlich schneller.
Aufpassen muss man höllisch, das man beim trainieren nicht die Bauchmuskulatur überanstrengt. Es sind ja vier Schnitte bei der Operation gemacht worden und zu leicht kann was jetzt zu einem Narbenbruch kommen.

Was die Spastik betrifft, schien es mit dem Gewicht schlechter zu werden.

Ich hab ein bisschen gelesen und da ist mir aufgefallen, dass man neuerdings Spastik nicht mehr als eine Krankheit ansieht, sondern als eine Symptomatik der Schädigung des Gehirns, oder des Rückenmarks.
Mir kann das eigentlich gleich sein, denn dadurch verändert sich bei mir nichts.

Überhaupt ist mir aufgefallen, dass sich in der Beschreibung der Symptome und der Diagnose in den letzten Jahren einiges verändert hat, mit dem ich jetzt schon mehr anfangen kann. Ich kann mich erinnern vor fünf Jahren beschrieb man Spastik als Spannungen der Skelettmuskulatur.