3. Aktivtag

3.Aktivtag-plakat1

3. Aktivtag

Liebe Bewegungsfreudige,

der Verein VITAL e.V. lädt sehr herzlich zum 3. Aktivtag ein!

Am Samstag, den 23. Juni 2012, um 11 Uhr treffen sich alle Mitmachenden

am Restaurant „Talsperrenblick“ an der Talsperre Pöhl,

Pöhler Straße 49, 08543 Pöhl (OT Jocketa)

Diesmal steht der Tag unter dem Motto „Aktiv sein – rund ums Wasser“.

Egal ob mit oder ohne Handicap, im Rollstuhl oder ohne Gehbehinderung – jeder ist recht herzlich eingeladen!

Folgende Angebote haben wir vorbereitet:

 Herr Pröger vom Kneipp-Verein Vogtland e.V. wird über medizinische Bedeutung des Wassers und die Möglichkeiten der Kneipp-Anwendungen berichten. Natürlich soll das Kneippen mit Wasser auch vor Ort ausprobiert werden.

 Unser Vereinsmitglied Steffen Marquardt wird zusammen mit dem Extremsportler Frank Trtschka über das Thema „Krankheitsbewältigung und Motivation“ sprechen.

 Am Nachmittag besteht die Möglichkeit, einen Spaziergang entlang der Talsperre zu unternehmen. (Dauer ca. 30 Minuten – für Rollstuhlfahrer und gehbehinderte Menschen geeignet)

 Ganz besonders freuen wir uns über die Unterstützung durch das Auto Centrum Carl Plauen, welches uns mit einem Fahrdienst und bei der Verpflegung behilflich ist. Zusammen mit weiteren Partnern werden auf dem Gelände behindertengerecht umgebaute Fahrzeuge präsentiert. Beratungen hierzu und auch Probefahrten sind möglich.

Eine Frage

Ich möchte mich heute mal einer Frage widmen, die ich gestellt bekommen hab:
Muss ich von jeden Behinderten erst die Ursachen für sein Schicksal und seinen Umgang damit wissen, um ihn als Mensch einzuschätzen ?
Der Hintergrund scheinen die medialen Verarbeitungen des Schicksals eines Samuel Koch zu stehen und der Bezug zum Artikel “Krankheitsbewältigung”.
Was dort geschieht hat absolut nichts mit der von mir beschriebenen psychischen Krankheitsbewältigung zu tun. der-krankheitsbewaltigungsprozess/
Der anlass war ein Forumsartikel.
Die psychische Krankheitsbewältigung wie beschrieben wirkt objektiv und kann nur in Grenzen vom Patienten beeinflusst werden.
Die von Herrn Koch geäußerten Dinge scheinen für Behinderte nur insofern Hilfreich zu sein, wie sie auf das Problem Behindertsein hinweisen.
Schon mal weil jede Behinderung anders ist.
Mir persönlich sagte der Name Samuel Koch überhaupt nichts bis durch Medienpräsentationen darauf aufmerksam gemacht. Wenn wir annehmen dass es in Deutschland ca.6 Millionen Schwerbehinderte gibt ist Herr Koch nur einer von vielen, der gerade das „Glück“ hatte während einer Fernsehsendung einen Unfall zu haben.
Wie ich aus eigenem Erleben sagen kann hat man nach einem solchen Erlebnis nur zwei Möglichkeiten. Entweder man bleibt liegen oder man macht im Rahmen seiner Möglichkeiten weiter.
Was den Umgang mit Behinderten betrifft gilt auch für jeden anderen Menschen:
Den Gegenüber ernst nehmen, auch ein Behinderter  ist ein Mensch, nur mit anderen Eigenschaften, wie jeder sich vom anderen durch seine Eigenschaften unterscheidet und versuchen ihn kennenzulernen.
Und mit ein bisschen Toleranz in beide Seiten geht das dann schon.

Neurologischen Rehabilitationszentrum Leipzig – Bennewitz

So sind wir also bei bestem Wetter unterwegs. Heut mal mit neuer Fahrerin, die Franziska ist dran. Es ist ja nicht wie bei armen Leuten mit den Fahrern bei uns, nur ich darf nicht.


so klingt ein langjähriger Aphasiker. Üben lohnt sich

Jetzt sind wir auf dem Heimweg. Vollgefuttert mit dem Zeugs, dass wir vorher zusammengebastelt haben. Wir waren dort im Neurologischen Rehabilitationszentrum Leipzig. Dort habe ich gesehen und erlebt wie das Tutorensystem mit einer Klinik funktioniert, die es als Nachsorgeeinrichtung begreift.
Ich denke dass vielen weitergeholfen wäre wenn viel mehr Ärzte, Krankenhäuser und Kliniken unsere Arbeit in Selbsthilfegruppen und Vereinen als Nachsorge am Patienten sehen würde. Denn in dem Bereich Nachsorge nach erworbenen Hirnschädigung wird in den nächsten Jahren uns immer mehr Gewicht und Arbeit zukommen. Das habe ich schon von einigen Seiten gehört doch wenige scheinen den Worten wirklich wert beizumessen.
Der Spaß kommt bei der Sache nicht zu kurz. Das sieht man auch an den Bildern.
Im NRZ Flyer des Tutorensystems liest sich das so: „Zunächst vermittelten wir den stationär betreuten Aphasikern des NRZ einen Aphasiker, der schon länger mit der Behinderung lebt und seine Erfahrungen weitergeben möchte. Er steht als fester Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite und stellt die Kontakte zwischen den Betroffenen her.“
Ich denk das ist ein guter Ansatz und wenn man bedenkt dass das seit 2006 funktioniert ist ne Frage warum das andere in irgendeiner Art nicht übernommen haben. (zumindest ist mir das nicht bekannt)
In diesem Zusammenhang sollte man eben auch die “mobile Akademie erwähnen“.
Was passiert denn wenn die Nachsorge nicht funktioniert, wenn z.B Angehörige eine Frage haben und kein Fachmann ansprechbar ist und niemand das Anliegen zumindest in die richtigen Kanäle leiten kann, wobei wir eine Hilfe sein können?
Die Leute benutzen die „Googelmaschiene“, bleiben in irgendwelchen Foren hängen und mangels Differenzierungsmöglichkeiten besteht die Gefahr dass sie Falsches als richtig nehmen.
Richtiger Rückschluss ist, dass Selbsthilfegruppen durch Vorträge von Experten in Grenzen auskunft.- und damit auch arbeitsfähig gemacht werden.
Ich denke die Initiative sollte da nicht immer von den  Selbsthilfeorganisationen ausgehen.
Nur wenn das Thema Nachsorge so ernst genommen wird wie es ist kann das Ganze funktionieren.

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Vom Umgang mit Behinderten

Als ich anfing für diesen Artikel zu recherchieren dachte ich das wird ein sehr kurzer Artikel, doch dann kamen mir die Irrungen und Wirrungen in den Sinn, von denen es nicht wenige gibt.
Der Umgang mit Behinderten ist keine Einbahnstraße sondern wird auch durch Nachsicht und Einfühlungsvermögen, natürlich im Rahmen der Möglichkeiten geprägt.
Dafür ist der aus dem Volksmund abgeleitete Spruch „Wie man in den Wald hineinruft so Schallt es zurück“
Gleichbehandlung ist aber so eine diffizile Sache, darum gibt es so viele Unsicherheiten und Verwirrungen

Das wirken gesellschaftlicher Normen trifft auf beide Gruppen zu.
Was heißt eigentlich beide Gruppen? Es sind ja alles Individuen mit anderen Eigenschaften.
Gesellschaftliche Normen sind auch ein Grund für eine eventuelle Abstandshaltung beim ersten Zusammentreffen. (Der sieht anders aus – also erst mal abstand – man weiß ja nie was dahintersteckt).
Dass man den andern erst kennenlernen muss um ihn einzuschätzen trifft auf alle anderen Menschen zu, gleich ob er eine Behinderung hat, eine andere Hautfarbe als man selbst hat oder einfach ein Fremder ist.
Was ein Beispiel für eine Gleichbehandlung aller Menschen zu sein scheint.
Gleichbehandlung ist aber meistens Gleichstellung. Ein Mensch mit Behinderung bringt zwar nicht die gleichen Leistungen wie ein Mensch ohne Behinderung, hat aber die gleichen Rechte.
Was die Rechte betrifft so hat er gemäß der in seinem Behindertenausweis eingetragenen Buchstaben, also anerkannten Behinderungen noch mehr.
Andererseits haben manche Menschen mit Behinderung auf Grund ihrer Behinderung Fähigkeiten entwickelt die die von Menschen ohne Behinderung übertreffen

Hauptsächlich kommt es eben auf das manchmal an, man muss differenzieren. manchmal auch Mitleid mit Nichtbehinderten haben, weil sie einfach unsicher sind und Angst haben etwas falsch zu machen. Meistens sagt ein Mensch mit Behinderung irgendwie selbst, dass er Hilfe braucht.

Behinderung ist keine Frage des Alters und nicht immer von außen zu sehen. Wie auch Hirnverletzungen nicht gleich geistige Behinderung ist. Wie einige nicht von geistig Behindert reden, sondern von geistig anders begabt.

Den folgenden Satz hab ich unter Wikibooks gefunden: „Es gibt aggressive Behinderte, die anderen Menschen ohne ein Wort ihren Behindertenausweis vor die Nase halten und ein grobes „Los, weg da!“ als freundliche Aufforderung ansehen. Das Benehmen dieser Leute ist eine Schande! Sie schädigen nicht nur ihr eigenes Ansehen, sondern das Ansehen aller Behinderten.“
Da muss man auch wieder differenzieren, denn wie ist es denn mit einem Aphasiker, der kein Wort herausbekommt und doch weiß was er will.

Und dann war dann noch der Mann der nach einem Schlaganfall krankheitsbedingte  Persönlichkeitsveränderungen hatte, so dass ihn manchmal seine nächsten Angehörigen nicht wiedererkannten.
So viel kannste gar nich differenzieren, da wersde ja bleed. (Wie der Vogtländer spricht).
Also wird da nur Menschenkenntnis weiterhelfen. Und Menschenkenntnis erreicht man nicht indem man Vorurteile auslebt sondern den Menschen kennen lernt.

Bundeskanleramt am 18.4.12

Als ich das erste Mal den Typ mit den riesengroßen Engelsflügeln in der Straßenbahn sah, (in der Werbung) hab ich nicht geahnt dass mich das Projekt mal ins Bundeskanzleramt bringen würde, (natürlich als Gast).
Es ist schon ein besonderes Gefühl die Dankesrede für den Verein als Preisträger sprechen zu dürfen und die Kanzlerin hört zu.
Die gesamte Sache ist aber anderseits interessant weil man sich immer fragt: „Woher kommt dieses ganze Geld?“ Es ist ja nicht nur Geld auch Sachleistungen und die Zeit von Coatches, Sponsoren und Förderern.

alle logos

Ich hab mich gefragt wie beschreibt man so ein Gefühl wenn man dort ist wo man ohne Einladung nicht hinkommt.
Ich denk einesteils unbeschreiblich denn das ist mit ebensolchen Emotionen verbunden und andererseits ganz normal. Ich hab Worte benutzt, die ich auch sonst benutze.
Ich hab von Inklusion, von unserer Arbeit und von Hintern heben gesprochen.
Eigentlich war das Ganze auch Vorschuss, denn wenn das Projekt auch ausläuft, läuft es doch weiter. Der nächste Aktivtag ist schon in Vorbereitung, diesmal an der Talsperre Pöhl, denn wir arbeiten als Verein ja im ganzen Vogtland.

Dr. Erich Rieger am Kutschieren - mit Siegessäule    Das Bundeskanzleramt vom Auto aus

Alle unter den 25

startsocial-Bundespreisverleihung-2012

Die sieben startsocial-Bundessiegerprojekte mit der startsocial-Schirmherrin, Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.
Foto: thomas-effinger.com

Schon am Tag vorher wurde ein Teil des MDR-Berichts aufgezeichnet, was mit der Einweihung des aus vielen Spenden über die „Freie Presse Aktion“ finanzierten Lifts am Vereinsauto zusammen fiel.
Ich wurde also mit dem Lift ins Auto gehoben und dann auch durch den Stadtwald geschoben.
Da fiel es mir wieder auf wie unabhängig ich eigentlich in den letzten Jahren geworden bin, obwohl ich bei vielen um nicht zusagen den meisten Tätigkeiten Hilfe brauche. Doch mittlerweile kann ich mit Hilfe in ein Auto einsteigen ohne den Lift zu benutzen und auch mit dem Elektrorollstuhl, also eigenem Antrieb mitfahren.
Und das habe ich auch der Menschen um mich rum zu verdanken, dazu gehören meine Eltern wie auch Therapeuten, der Verein und alle mit denen ich zu tun hab.
Es war also für mich schwer sich in die Rolle des passiv regierenden Betroffenen, der ich vor einigen Jahren selbst einmal war hineinzuversetzen. Wie schwer muss es dann einem gesunden Menschen fallen.
Ich bin hoffentlich in der Position dass man mir zuhört und rufe alle die Behinderungen haben, deren Angehörige und alle die Helfen und mitmachen wollen setzt euch mit dem Verein Vital in Verbindung und kommt am 23. Juni zum 3. Aktivtag des Vereins Vital an die Talsperre Pöhl.

Sonja und der MDR-Dreh

Sonja und der MDR-Dreh

vom Caddy

Präsentation 3

Inklusionsvortrag

Das hier oben ist der Link zum  herunterladen der pptx. Datei.

Ich habe den Zeitungsartikel schon mal ausgewertet. Deshalb verweise ich an dieser Stelle auf diesen Artikel.

http://margy01.wordpress.com/2012/01/06/notig-aber-traurig/

Stattdessen befasse ich mich mit dem Begriff „normal“ welcher ja von dem Wort Norm abgeleitet ist. In diesem Fall sind es wiederum drei Teilbereiche von denen zwei veränderlich sind. Im Grunde alle drei aber wir wollen jetzt Rechtsbeugung nicht zu Grunde legen, andererseits sprechen wir nicht umsonst von der Auslegung des Rechts.

•    eine Werteordnung innerhalb einer Gesellschaft, Soziale Norm
•    ethische Werte und Maßstäbe, siehe Normethik
•    eine rechtliche Vorschrift, Rechtsnorm

Soziale Normen sind konkrete Vorschriften, die das Sozialverhalten betreffen. Normen sind (äußerliche) Erwartungen der Gesellschaft an das Verhalten von Individuen. Die Verbindlichkeit dieser Erwartungen variiert.
Auf Sachen wie den „kategorischen Imperativ“ Emanuel Kants werde ich nicht eingehen welcher zum Inhalt hat: „Handle nur nach derjenigen Maxime, durch die du zugleich wollen kannst, dass sie ein allgemeines Gesetz werde. “ obwohl er alles zusammenfasst.
Hintergrund ist eigentlich der je mehr wir uns als Behinderte in der Öffentlichkeit zeigen und unsere Aktionen in die Öffentlichkeit verlegen verändern wir auch die Gesellschaft weil schon der Anblick von einigen von uns, der ja gewöhnungsbedürftig ist, als normal empfunden wird was er ja auch ist.

Es kommen uns manchmal Begriffe entgegen wie „Heterogenität“ was eigentlich Verschiedenheit bedeutet aber erst die umgedrehte Deutung bringt eigentlich das Wesen zum Vorschein: bezeichnet die Uneinheitlichkeit der Elemente einer Menge hinsichtlich eines oder mehrerer Merkmale, was wiederum bedeutet dass eben nicht alle Teile der Gesellschaft gleich sind und sie sich in ihren Fähigkeiten, Beeinträchtigungen, Ethischer Herkunft, Kultureller Herkunft und Sozialer Herkunft unterscheiden. Wobei ich mich hier auf die Fähigkeiten und Beeinträchtigungen beziehen will.

Es kommen einem Begriffe wie: Diversity Management, also Vielfaltsmanagement entgegen.
Es toleriert nicht nur die Verschiedenheit sondern versucht die Verschiedenheit in positiven Sinne nutzbar zu machen.
Und damit kommen wir zur mobilen Akademie und der Kreis schließt sich. Es geht ja darum dass Betroffene andere Betroffene an die Hand nehmen und das Beste herausholen. Und da verweise ich nochmal auf die Rede des Bundestagsabgeordneten Frank Herrmann auf unserer Tagung in Klaffenbach am 19.11. vorigen Jahres die ich  hier http://www.youtube.com/watch?v=JXfrqk1k83k
aufgezeichnet habe weil er darin das Wesentliche darin deutlich macht.

Es geht darum erstens was zu tun, zweitens Anderen was beizubringen und nebenher ganz unbemerkt die Gesellschaft zu verändern.

Ich hab auch als Betroffener Wissen dass andere nicht haben.
Ich kann jemandem erklären wie man durch ungesunde Lebensweise den Blutdruck  dauerhaft auf über 200 hält. Wenn ich begriffen habe wie das funktioniert habe ich auch begriffen wie man das vermeidet.
Wenn ich jemandem sage dass man Geduld haben muss als Betroffener sowie als Angehöriger und dass auch nach Jahren noch was vorwärts gehen kann ist das etwas anderes als ob gleiches in einem Hochglanzheftchen steht.
Wem Zitate was sagen dann:

„Man hat beobachtet, dass niemand besser geeignet ist, andern Ratschläge zu erteilen, als diejenigen, die sie selbst am wenigsten befolgt haben.
Oliver Goldsmith“

Ich habe im Laufe der Jahre mir allerdings Wissen angeeignet was ich auch im Rahmen meiner Möglichkeiten weitergeben würde.
Mir fallen da als Erstes Betroffene und Angehörige ein die noch nicht so mit ihrer Krankheit umgehen können. Es sind Aktionen gefragt im Rahmen der „mobilen Akademie“ und weiterführend die Aktion „Mitläufer gesucht“, wobei das Wort laufen in übertragender Funktion zu sehen ist.

Ich war ein bisschen traurig dass niemand vom „Helios Vogtlandklinikum“ anwesend war, denn Patienten und deren Angehörigen zu helfen ist das Ziel solcher Aktionen, bei denen man sich vorstellen kann wie in Lichtenfels schon praktiziert in Krankenhäuser hineinzugehen und zusammenzuarbeiten.

Präsentation 2.Teil

Steffen Marquardt

Ich hatte letztens einen Zeitungsartikel gelesen darin hieß es: „die Behinderten sollen sich in die Gesellschaft einbringen„. Für mich würde das aber nichts wesentlich anderes als anpassen bedeuten.
Doch inklusiv bedeutet eigentlich,“ Die einzelne Person ist nicht mehr gezwungen, nicht erreichbare Normen zu erfüllen, vielmehr ist es die Gesellschaft, die Strukturen schafft, in denen sich Personen mit Besonderheiten einbringen und auf die ihnen eigene Art wertvolle Leistungen erbringen können.“, also die Gesellschaft erbringt die Vorleistungen, dass Behinderte sich in sie einbringen können.
Das schließt ein, dass Inklusion auch ein pädagogisches Konzept ist weil sich ja in den Köpfen einiges ändern muss, also muss sich dieses Gedankengut erst mal n den Köpfen verankern.
Bei Pädagogik denkt man ja in erster Linie an Kinder, vergisst aber dass wir ein Leben lang lernen.
Wissensaneignung findet in erster Linie über die Erfahrungsstrecke statt, also wenn man direkt eingebunden ist und etwas mitmacht behält man es auch am leichtesten. Das betrifft Menschen jedes Lebensalters,  schließt aber eine inklusive Schule mit ein.
Wenn Schulbildung schon gemeinsam stattfindet ist es normal.
Dazu wurde die :“ Convention on the Rights of Persons with Disabilities (CRPD).
von der UNO Verabschiedet 13. Dezember 2006, in Kraft getreten 3. Mai 2008

Seit 2009 ist die „UN-Konvention zum Schutz der Rechte von Menschen mit Behinderungen“ in Deutschland geltendes Recht“.
Damit hab ich eine rechtliche Grundlage als Behinderter, dass ich mich in die Gesellschaft einbringen kann und niemand darf mich auf Grund meiner Behinderungen behindern.
Da Inklusion auch Menschen mit kognitiven Einschränkungen einbezieht habe ich die einfachste Zusammenfassung für die Begriffsdeutung, Inklusion in einem Schulbuch gefunden: „Inklusion bedeutet, dass kein Mensch ausgeschlossen, ausgegrenzt oder an den Rand gedrängt werden darf“.

„drei Jahre Mobile Akademie“

Klappern gehört zum Handwerk und das hätte man schon ganz schön weit gehört wenn’s laut gemacht hätte was am Sonnabend im Tagungsraum des Helios Vogtlandklinikums in Plauen Stattfand.

Die Abschlussveranstaltung bzw. der Zwischenstand nach drei Jahren “mobile Akademie”.

Nach eine kurzen Eröffnung durch die Claudia Semmlinger die auch durchs Programm moderierte und der Begrüßung durch Dr. Erich Rieger ging es nach Plan los mit dem Vortrag von Thomas Barthold “Mein Einsatz als Tutor und Referent in der Mobilen Akademie”.

Wie einzelne ihr Leben meistern zeigt das Beispiel Klaus Vogt: Homestory: “Aus dem Alltag eines kreativen Einhänders”: Illustriert mit Bildern aus seinem Umfeld. Etwa dem Einhändigen Trikefahrrad und mit Bildern aus dem Hauseigenen Rationalisierungsmittelbau.

Der ehemalige Pressefotograf sprach und zeigte Beispiele von digitaler Fotografie als Kommunikationshilfe “Lass Bilder sprechen “

Rundherum waren Stationen mit Projekten von Betroffenen aufgebaut, die “Blumenkübelei” von Ruth und Gerhard Schulze, Klöppelei und Handarbeiten trotz Halbseitenlähmung von Ruth Unger + Ilona Kusche, “Der rollende Bauchladen – Gruß- und Visitenkartengestaltung vom Rollstuhl aus” von Margit Liebeskind, “Memory und Co mit eigenen Fotos spielen – das Spielesystem für behinderte Menschen macht’s möglich” von Michael Gottselig, Reiselust trotz Handicap – eine Japanerin erzählt aus ihrem Land von Yoko.

Nach der Mittagspause und der vorherigen Bewegungsmittmachanregung Raus aus dem Lehnstuhl – Spaß und Bewegung für alle mit Thomas Diezel war dann ich dran: “Inklusion – aus der Sicht eines schwerst mehrfachbehinderten Menschen”, Steffen Marquardt.

Dann gab es noch einen Ausblick auf die Frage: “Wie geht es weiter mit der mobilen Akademie und die Gäste kamen zu Wort.” Und dass so erfolgreiche Projekte nicht einfach im Sand verlaufen versteht sich eigentlich von selbst.

Und dann gab es noch den Abschluss des Mikroprojekt (Versuchs) “Wir machen was draus”.

Wie war das bei mir mit der Inklusion? Es geht darum erstens gemeinsam was zu tun, zweitens Anderen das vielleicht beizubringen und nebenher ganz unbemerkt die Gesellschaft zu verändern.

Zweckoptimismus

Jetzt muss ich mir aber was von der Seele schreiben.
Immerhin ist es schlecht möglich sich auf der einen Seite hinzustellen und versuchen der Gesellschaft beizubringen was Inklusion auch in Bezug von Hirngeschädigten Behinderten wie ich es bin heißt und auf der anderen Seite nichts gegen solche Formulierungen wie “aus dem Leben gerissen” zu sagen.
Noch dazu wo das von Angehörigen ausgeht und nicht von einem Betroffenen selber.
Worte sagen immer das aus was sie laut Nachschlagewerken bedeuten und weniger wie sie gemeint sind. Und wenn ich aus dem Leben gerissen höre bedeutet das Tot. Doch in diesem Zusammenhang stimmt das ganz und gar nicht.
Es mag zwar manchmal scheinen dass jetzt alles zu Ende ist doch so ist es nicht. Auch wenn in dem Augenblick eines Schlaganfalls zum Beispiel vieles endet fängt auch vieles neu an.
Neuanfänge sind auch nicht in nur in diesem Augenblick möglich sondern zu jeder Zeit. Vielen scheint das erst Mal unmöglich, doch dass es möglich ist zwar nicht unbedingt die gleichen Vorhaben zu realisieren aber andere, auch lohnende. Wenn man nun nicht mehr in der Lage ist einen Haushalt zu führen muss eine Lösung dieses Problems gefunden werden. Meist ist dann der Partner gefragt und die Mitwirkung beschränkt sich erst mal aus Organisation doch es geht weiter, für alle Seiten und irgendwann wird ein Zustand zur Normalität.
Es gibt Leute die sagen dazu “Zweckoptimismus”, diesen Begriff finde ich nicht mal so schlecht und negativ besetzt, denn Optimismus muss einen Zweck haben, Pessimismus hat ja auch einen.
Manchmal den, dass man immer angenehm überrascht ist.

Nötig aber traurig

Ich hab spassenshalber den Artikel  bzw Leserbrief mal hier reingestellt weil kürzen ist zwar nötig doch vieleicht ist da der Sinn der Aussage ein bischen auf der Strecke geblieben.
Darum hab ich die Originalzuschrift drunter gestellt.

FP 3.12.2011

„Inklusion” heißt das Stichwort bun­desweit. Behinderte sollen aktiv am Leben teilnehmen. Hintergrund ist der Aktionsplan der Bundesregierung zur Umsetzung der Behinderten­rechtskonvention der Vereinten Nati­onen. (mann)

Die Behinderten wieder als Randgruppe zu sehen wie in obigem Begriffserklärungsversuch  (die Behinderten sollen…) hat mit Inklusion nichts zu tun.

Im Weiteren, wie klingt denn diese offizielle Version? Zumindest nicht so, als dass sie in die Köpfe der breiten Masse vordringen würde.

Ich verweise nochmal auf meinen Blogartikel von Gestern.

 Wird für einige mal Zeit für einen Crashkurs in Sachen Inklusion.
Inklusion ist ein gesellschaftliches Konzept was das Subjekt, also den Menschen mit all seinen Eigenschaften als Teil der Gesellschaft sieht. Das muss nur noch in die Köpfe rein, ist aber zum Teil schon drin.
Behinderte sind also keine Randgruppe.
Also bei einigen ehemaligen Randgruppen hat sich das schon durchgesetzt.
Ca.15% der Gesellschaftsmitglieder haben die Eigenschaft die linke Hand zu bevorzugen. Sie sind voll von der Gesellschaft akzeptiert und ein Teil von ihr.
Ca.0,5% der Gesellschaftsmitglieder haben die Eigenschaft sich auf Rädern vorwärts zu bewegen. Diesem Umstand wird in allen Gesellschaftsgebieten Rechnung zu tragen  sein.
Ein ziemicher Prozentsatz der Menschen hat kognitive Einschränkungen, zieht also mehr Hinweise in Bildersprache vor.
Und wenn irgendein Umstand einige Menschen zwingen würde auf Händen zu laufen, so müsste  man das auch beachten und sie als Teil der Gesellschaft betrachten.

 Steffen Marquardt   (margy-plauen.de)

Mehrfachbehindert und Teil dieser Gesellschaft