Heut ist wieder Montag, Großkampftag und das Wetter scheint noch mal schön zu werden. Zwei Therapien, wie sich meine Hand anfühlt kann ich die auch gebrauchen, nur dass sich die Therapie nicht positiv auf das Schmerzverhalten auswirkt, eher tritt das Gegenteil ein. Die Muskulatur wird gestreckt, die Verkürzungen bessern sich doch auf die Nervenschmerzen hat das fast keinen Einfluss. Eher scheint es sie wären Jahreszeitbedingt.
Der Tonus der gesamten rechten Seite wird höher. Es hat den Anschein, die Psoasspastik wird stärker und sie zieht die schon früher erwähnte scheinbare Sehne, die vom Fuß bis zur Hand reicht an.
Dabei ist es eigentlich die Spastik der Skelettmuskulatur, der Tonus steigt in der gesamten Seite.
Gestern und Vorgestern war ich mit meinem E-Rollstuhl unterwegs gewesen. Das ist immer mehr eine Möglichkeit gewesen am öffentlichen Leben wieder Teilzunehmen.
Am Samstag hab ich mir mal angeschaut was die Sprecher am Theaterplatz zu sagen hatten. Nun zur Septemberrevolution hat es nicht gereicht, vielmehr war es ein ganz kleines Septemberrevolutiönchenchen, doch trotzdem ein Anfang. Forderungen sind mir noch im Ohr, die von “Grundgesetz verteidigen, damit es nicht noch mehr ausgehöhlt wird” bis zu der Frage “wozu braucht du eine nationale Identität” reichte.
Gestern bin ich dann mal einen etwas größeren Ring, die Bahnhofstrasse hinunter, übern Markt und die Reisiger Strasse wieder zurück, die Rollstuhltauglichkeit von Plauen austesten.
Den Rollstuhl lernt man auch besser kennen, vor allem was man ihm zumuten kann und das ist nicht wenig.
Wenn ich zum Fenster rausgucke wirds heut wohl wieder losgehn.
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24.8.10
Ich schreibe hier über meine kleinen Wehwehchen und merke in meiner eigentlich heilen Welt gar nicht wie um mich herum die Welt verrückt spielt. Das geht von Feuer bis zu Überschwemmungen.
Ein bischen was dringt ja doch vor wenn ich Abends die Nachrichten seh. aha, 20 Millionen Menschen obdachlos. Doch die Auswirkungen der Probleme, die der Planet hat kommen näher. Und was kann ich machen, außer ein bisschen Geld zu spenden?
Der Koffertest hat bei der Ergotherapie an den Tag gebracht, dass ich den Koffer am gestreckten Arm, Handöffnung nach unten nicht halten kann weil die dann obenliegenden Muskeln zu wenig trainiert sind um zusätzlich zum eigenen Gewicht die verkürzten Rumpfmuskeln und das Gewicht des Koffers ca. 2,5 Kg zuzüglichh eines Reiseatases-DDR zu halten, geschweige denn längere Zeit.
Die Ursache ist in der Sitzhaltung zu suchen. Während ich so fast alles mit dem linken Arm mache, ist der rechte Unterarm fast immer auf die Armstütze des Rollstuhls aufgelegt. Dadurch wird der Oberarm fast gänzlich entlastet, nch dazu wird dem Rumpf Halt gegeben was sich negativ auf die Rumpfstabilität auswirkt.
Die Lösung liegt wiederum in einer anderen Sitzhaltung.
Weiter auf dem Rollstuhl nach vorn gerutscht und viele kleine Probleme sind gelöst.
Eigentlich ist das was ich habe noch lange keine richtige Spastik, nur ein gehobener Tonus. Meine Physiotherapeutin hat mich aufgeklärt, dass eine richtige Spastik steif wie Brett ist.
Trotzdem hat sie mir Übungen gezeigt, die betroffene Muskulatur aufzudehnen ohne die gegenüberliegenden Muskeln aktiv werden zu lassen. Das habe ich gestern vergessen zu erwähnen, die Muskeln sollten bei der Therapie passiv in physiologisch richtigen Bahnen geleitet werden.
Das bedeutet eigentlich, dass eine zweite Person die Gliedmaßen bewegt.
Trotzdem scheint richtig zu sein, dass die Bewältigung des täglichen Lebens wie Hausarbeit gute Therapie ist weil der Patient damit seinem Gehirn die richtigen Bewegungen wieder beibringt. Die Spastik durchkreuzt nur manchmal dieses Vorhaben.
Tatsache ist, dass ich ja schon Medikamente gegen Spastik nehme, so genannte Muskelrelaxyen wie Viveo und Baclofen und der Tonus trotzdem ziemlich gehoben ist. Zum Teil ist es das Gefühl was Streiche spielt, wie zum Bespie den, dass man die Finger ganz fest auf die Handballen presst, doch in Wahrheit ist der Druck beim festen schließen der Hände kein so hoher, es kommt einem nur so vor weil an der Auflagefläche das Wahrnehmen sensorischer Reize sehr begrenzt ist. So trügt den betroffenen manches Gefühl weil es eine frage der Wahrnehmung ist wie wir ein Gefühl empfinden.
Als Wahrnehmung bezeichnet man das was wir bewusst und unbewusst mit Hilfe unserer Sinne von der Außenwelt an physikalischen reizen aufnehmen. Und jetzt kommt’s: “Diese werden laufend mit den als Teil der inneren Vorstellungswelt gespeicherten Konstrukten oder Schemata abgeglichen.”
Das bedeutet im Falle des vorigen Beispiels, ich drücke die Finger zu, gebe mir dabei sehr viel Mühe, ich erwarte also einen hohen Druck. Mein Gefühl gaukelt mir vor immens gedrückt zu haben, ich spüre den Druck nur nicht weil ich sensorisch gestört bin. (denke ich im Unterbewusstsein)
In Wahrheit ist der Druck auf der Handfläche eher lasch gewesen.
Das ist auch der Grund warum der Händedruck eines rechts sensorisch gelähmten bei einer Begrüßung immer sehr lau sein wird. Man hat immer Angst etwas kaputt zu machen.
immer Ärger mit der Spastik
Als ich das Wochenende in der WG war hat sich diese bescheuerte Psoasspastik wieder gemeldet. Durch die veränderten Sitzbedingungen saß ich mehr mit dem Beckenkamm aufrecht, so dass die Muskulatur anders belastet wurde.
Die Psoasspastik wirkt sich auf die gesamte rechte Seite aus, ich hatte sogar Schmerzen in der rechten Halsseite, als ob ich Zug bekommen hätte.
Weiterhin wirkt sich heut das Wetter unschön auf die Schmerzsituation aus. Die Enden der Extremitäten, also Fußzehen und vor allem Fingerspitzen brennen und zugleich ist es finster, so dass ich das Licht an hab und die Dächer sind nass.
Der Psoasmuskel, oder der Große Beinheber ist einer der größten Muskeln und umfangreich mit anderen Muskelgruppen verbunden. Es scheint nicht möglich im Sitz seine Lage zu verändern ohne ihn zu belasten das System zieht sich ja von den Oberschenkeln bis zum Rücken.
Also werde ich mir von meiner Physiotherapeuten einige Übungen beibringen lassen, die der Spastikveränderung entgegenwirken.
Spastik ist ja eigentlich eine Symptomatik für falsch geknüpfte Verbindungen im Gehirn.
Das einzige Kraut dagegen sind Übungen physiologisch richtigen Bahnen, also per Therapie dem Gehirn beibringen wie die Bewegungen richtig auszuführen sind.
Wie ich aus eigener Erfahrung sagen kann funktioniert das, es ist aber eine sehr langwierige Arbeit, die sich über Jahre hinzieht.

psoas
7.6.10
Mit der Spastik ist es stellenweise etwas schlechter geworden, was heißt der Tonus scheint etwas in die Höhe gegangen zu sein. Das liegt wahrscheinlich daran, dass ich es immer noch nicht geschafft habe den Gewichtszuschuss bei den Krankenhausaufenthalten wieder abzubauen. Trotzdem habe ich seltsamerweise keine Probleme mit übermassigen Schmerzen. Liegt es daran, dass Sommerhalbjahr ist und die Großwetterlage es beeinflusst, oder etwas anderes. Das werden die kälteren Temperaturen zeigen müssen. Doch jetzt scheint erstmal Sommer zu werden.
Ich habe das Training mal auf die Beine und den Unterbauch gelenkt. Zum einen um an diesen Stellen vielleicht ein bisschen Gewicht zu verlieren, ein Bein wiegt ja um die siebeneinhalb Kilo und zum anderen um im Oberkörper etwas stabiler zu werden. Mir ist aufgefallen, dass ich immer noch kein Bein weiter als fünf Zentimeter heben kann. Dazu muss ich den Psoasmuskel trainieren, den großen Beinheber. Das muss ich aber ganz vorsichtig machen. Zum einen weil der Psoas rechts spastisch sein soll wie mir von der Neurologie Zwickau diagnostiziert wurde und zum anderen um die Bauchmuskulatur nicht zu überanstrengen, weil da eben noch die vier frischen Narben von der Gallen-op. drin sind
Wo das Kreuz ist die Hüftköpfe fehlen bei mir. (Hüftkopfnekrose)


