Positive Lebenseinstellungen

Positive Lebenseinstellungen von Seiten eines von einer schweren Krankheit betroffene sind wahrscheinlich nur möglich wenn Angehörige einem den Rücken frei halten und für die nötigen Hilfen sorgen und nicht bevormunden.
Und positive Lebenseinstellungen scheinen nötig zu sein um die Umstände seiner eigenen Krankheit zu überwinden.
Weiter scheint positives Denken wie ein ganzes Konzept der Einstellung der Sichtweise auf alles andere zu wirken.
Die Methode „Positives Denken“ zielt im Kern darauf ab, dass der Anwender durch konstante positive Beeinflussung seines bewussten Denkens in seinen Gedanken eine dauerhaft konstruktive und optimistische Grundhaltung erreicht und infolgedessen eine höhere Zufriedenheit und Lebensqualität erzielt.
Eine zu starke Anwendung positiven Denkens scheint sich aber auch in´s negative umzukehren. Eine zu starke Fokussierung auf Positives Denken kann dazu führen, dass negative Situationen, Gedanken und Gefühle nicht mehr bewusst verarbeitet, sondern verdrängt werden.
Also scheint auch das wieder eine Gratwanderung zu sein bei der das Gleichgewicht gewahrt bleiben muss um den Überblick und den Sinn für Reales nicht zu verlieren.

Schlechte Eigenschaft ?

Steffen Marquardt

 

Weil wir letztens bei Eigenschaften des Menschen waren ist mir noch was aufgefallen.
Es gibt noch versteckte Dinge die unwissentlich oder wegen fehlendem Wissen in die Schublade schlechte Eigenschaften getan werden, woran der Betroffene aber gar keine Schuld hat.
So ist mir bei mir selbst aufgefallen, dass ich oft einen der gerade spricht ins Wort falle und einfach unterbreche. Bis jetzt dachte ich selbst, dass wäre eine schlechte Eigenschaft.
Jetzt hab ich in einer Krankheitsbeschreibung gelesen das wäre ein Symptom eines Teils der Krankheiten, nämlich der verlangsamten Wahrnehmung.
Da Symptome nunmal objektiv, also unabhängig vom Wollen wirken kann ich nix dafür.
Das möchte ich zu meiner Entschuldigung mal erwähnt haben, denke aber trotzdem dass ich mir Mühe geben kann das Einzudämmen weil es mir selbst auf die Nerven geht und ich mich fast jedes Mal dafür entschuldige.

Vom Umgang mit Behinderten

Als ich anfing für diesen Artikel zu recherchieren dachte ich das wird ein sehr kurzer Artikel, doch dann kamen mir die Irrungen und Wirrungen in den Sinn, von denen es nicht wenige gibt.
Der Umgang mit Behinderten ist keine Einbahnstraße sondern wird auch durch Nachsicht und Einfühlungsvermögen, natürlich im Rahmen der Möglichkeiten geprägt.
Dafür ist der aus dem Volksmund abgeleitete Spruch „Wie man in den Wald hineinruft so Schallt es zurück“
Gleichbehandlung ist aber so eine diffizile Sache, darum gibt es so viele Unsicherheiten und Verwirrungen

Das wirken gesellschaftlicher Normen trifft auf beide Gruppen zu.
Was heißt eigentlich beide Gruppen? Es sind ja alles Individuen mit anderen Eigenschaften.
Gesellschaftliche Normen sind auch ein Grund für eine eventuelle Abstandshaltung beim ersten Zusammentreffen. (Der sieht anders aus – also erst mal abstand – man weiß ja nie was dahintersteckt).
Dass man den andern erst kennenlernen muss um ihn einzuschätzen trifft auf alle anderen Menschen zu, gleich ob er eine Behinderung hat, eine andere Hautfarbe als man selbst hat oder einfach ein Fremder ist.
Was ein Beispiel für eine Gleichbehandlung aller Menschen zu sein scheint.
Gleichbehandlung ist aber meistens Gleichstellung. Ein Mensch mit Behinderung bringt zwar nicht die gleichen Leistungen wie ein Mensch ohne Behinderung, hat aber die gleichen Rechte.
Was die Rechte betrifft so hat er gemäß der in seinem Behindertenausweis eingetragenen Buchstaben, also anerkannten Behinderungen noch mehr.
Andererseits haben manche Menschen mit Behinderung auf Grund ihrer Behinderung Fähigkeiten entwickelt die die von Menschen ohne Behinderung übertreffen

Hauptsächlich kommt es eben auf das manchmal an, man muss differenzieren. manchmal auch Mitleid mit Nichtbehinderten haben, weil sie einfach unsicher sind und Angst haben etwas falsch zu machen. Meistens sagt ein Mensch mit Behinderung irgendwie selbst, dass er Hilfe braucht.

Behinderung ist keine Frage des Alters und nicht immer von außen zu sehen. Wie auch Hirnverletzungen nicht gleich geistige Behinderung ist. Wie einige nicht von geistig Behindert reden, sondern von geistig anders begabt.

Den folgenden Satz hab ich unter Wikibooks gefunden: „Es gibt aggressive Behinderte, die anderen Menschen ohne ein Wort ihren Behindertenausweis vor die Nase halten und ein grobes „Los, weg da!“ als freundliche Aufforderung ansehen. Das Benehmen dieser Leute ist eine Schande! Sie schädigen nicht nur ihr eigenes Ansehen, sondern das Ansehen aller Behinderten.“
Da muss man auch wieder differenzieren, denn wie ist es denn mit einem Aphasiker, der kein Wort herausbekommt und doch weiß was er will.

Und dann war dann noch der Mann der nach einem Schlaganfall krankheitsbedingte  Persönlichkeitsveränderungen hatte, so dass ihn manchmal seine nächsten Angehörigen nicht wiedererkannten.
So viel kannste gar nich differenzieren, da wersde ja bleed. (Wie der Vogtländer spricht).
Also wird da nur Menschenkenntnis weiterhelfen. Und Menschenkenntnis erreicht man nicht indem man Vorurteile auslebt sondern den Menschen kennen lernt.

Krankheitsbewältigungsprozess bei Angehörigen

Ich habe von Angehörigen gehört, die mit ihrem Patienten da stehen und sehr Hoffnungslose Aussagen machen. Im Sinne: “es hätte doch sowieso keinen Sinn und ihnen hätte jemand gesagt es ginge sowieso nicht mehr aufwärts”.
Bei Angehörigen eines von Schlaganfall, Hirnblutung, Schädel,- Hirn Trauma oder ähnlicher schwerer Hirnschädigungen, eigentlich aller schwerer und sehr langwieriger Krankheiten, scheint es so zu sein, dass die Angehörigen auch einen Krankheitsbewältigungsprozess durchmachen. Sie sind am Anfang auch keine fertigen Angehörigen, doch die Wechselwirkungen von negativ beantworteten grundlegenden Fragen können scheinbar den gesamten Prozess negativ ausgehen lassen.
Angenommen ein Arzt hat eine negative Meinung in Bezug auf die Zukunft ,verpackt in sogenannten Prognosen, besteht die Gefahr der betreuende Angehörige nimmt sie als objektive Wahrheit, teilt das dem Patienten mit und der Krankheitsverarbeitungsprozess und damit der gesamte zukünftige Verlauf der Krankheit verläuft mit negativem Ergebnis.

Nicht nur dass das Ergebnis einer Handlung eine Auswirkung ist, sie beeinflusst auch alle folgenden Handlungen.

Ist es nicht besser einem Patienten eine zwar wahrscheinlich unerreichbare aber positive “Hoffnung” zu geben?

Ich hab kurz nachdem ich aus dem künstlichen Tiefschlaf geweckt wurde gewusst, dass ich im Herbst in die Ranch muggen musste, das gab Hoffnung. Dass es dazu erst sieben Jahre später oder gar nicht kommen sollte ahnte ich erst später. Die heimliche Hoffnung hatte ich aber.

Jetzt wo das Ziel erreicht ist, ein neues Ziel in Form bestens einer Aufgabe muss her.

Dass das Ziel aber erreicht wurde ist Selbstbestätigung, die letzten Jahre betrachtet ist aber eher der Weg das Ziel.

Der Patient und auch der Angehörige brauchen Visionen um ein Weiterkommen zu bewirken.

Insgesamt scheinen Aufgaben in mehrerlei Hinsicht positiv zu wirken. Als erstes geben sie ein Ziel wie bei dem vorhergehenden Beispiel. Als z.B. Haushaltstätigkeit oder Handarbeit wirken sie aufwertend und ergotherapeutisch. Das lässt sich bestimmt noch weiter fortsetzen.

Insgesamt sollte eigentlich das gesamte Umfeld positiv eingestellt sein um die zukünftige Gesamtentwicklung nicht negativ zu beeinflussen.

 Krankheitsbewältigung aus psychologischer Sicht
von Magister Franz Wendtner, Klinischer und Gesundheits-Psychologe und Psychotherapeut, Landeskrankenhaus Salzburg, Österreich
Im Verlauf schwerer, langwieriger oder chronischer Erkrankungen und den damit einhergehenden Auswirkungen auf das körperliche, psychische und soziale Leben der Patienten und Angehörigen wird ein angemessener Umgang mit der Erkrankung und ihrenFolgen – die Krankheitsbewältigung – entscheidend für die Lebensqualität.
Was ist Krankheitsbewältigung?
Eine sehr treffende Definition versteht unter Krankheitsbewältigung – auch Krankheitsverarbeitung oder “Coping” (von englisch: to cope = fertig werden mit etwas) “das Bemühen, bereits bestehende oder erwartete Belastung durch die Krankheit innerpsychisch (emotional, kognitiv) oder durch zielgerichtetes Handeln aufzufangen, auszugleichen, zu meistern oder zu verarbeiten”.
Nun erfolgt die Bewältigung der Probleme und Veränderungen, welche eine Krankheit mit sich bringt, aber nicht auf einmal, sondern ist ein prozesshaftes Geschehen, das sich sowohl in zeitlich und inhaltlich unterscheidbare Verarbeitungsmodi, als auch unterschiedliche Stile differenzieren läßt.
Krisen-/Krankheitsbewältigung
Jede schwere Erkrankung stellt eine temporär krisenhaft erlebte Zeit im Leben der Betroffenen und ihrer Angehörigen dar.
Ihre Bewältigung in eine regelhafte Abfolge zu gliedern, ist nicht möglich, da die einzelnen Phasen in der Regel nicht schrittweise aufeinander folgen, sondern einander überspringen, sich abwechseln, sich wiederholen können oder auch parallel zueinander laufen.
Daher ist das folgende Phasenmodell als eine Art “Roter Faden” durch den Verlauf einer Erkrankung zu verstehen, der ein Verständnis der Krankheitsverarbeitung erleichtern soll, nicht als Fahrplan.
1. Phase: Schock/Verleugnung
Die Konfrontation mit der Diagnose einer schweren Erkrankung, die womöglich mit körperlichen Funktionseinbußen und Schmerzen einher geht und einen sich verschlimmernden Verlauf erwarten lässt, führt häufig zu einem “Sturz aus der Wirklichkeit”, zu einem Schock, zu Unruhe und Angst.
Kognitive (intellektuelle) Fähigkeiten zeigen sich dann oft (vorübergehend) eingeschränkt. Häufig wird versucht, die Bedrohung durch die Diagnose mittels Verleugnung zu reduzieren
Dieses “Nicht-wahrhaben-wollen” hat eine Pufferwirkung, die es dem Patienten günstigenfalls ermöglicht, die Tatsache, wirklich krank zu sein, nach und nach annehmen zu können.
Es kann aber auch zu unrealistischen Verhaltensweisen kommen wie: Glauben an eine Fehldiagnose oder Verwechslung bis hin zur Verzögerung oder sogar Verweigerung der notwendigen Behandlung. In dieser Phase brauchen die Patienten vor allem menschliche Wärme, Verständnis und Verlässlichkeit in menschlichen Beziehungen.
2. Phase: Aggression
“Warum gerade ich?” Die Patienten sind wütend, gekränkt und enttäuscht über den Einbruch der Krankheit in ihr Leben, sie hadern mit Gott und der Welt. Oft wird diese Wut und Aggression nicht offen geäußert, sondern unbewusst auf die Bezugsperson (Familie, Pflegepersonen …) projiziert, was sich dann durchaus in Form von Vorwürfen und Kritik – sogar beleidigend – äußern kann. Die Patienten erscheinen häufig ungeduldig, gereizt, ungerecht und uneinsichtig.
Wichtig – vor allem für die Angehörigen – ist jetzt, dieses Verhalten nicht persönlich zu nehmen, denn die Aggression der Patienten gilt im Grunde der Krankheit, nicht ihnen.
Die Patienten brauchen jetzt trotz des ablehnenden Verhaltens Geduld und ein kontinuierlich aufrechterhaltenes Kommunikationsangebot.
3. Phase: Depression
“Was bin ich noch wert?” Durch die vielfach mit der Erkrankung verbundene zunehmende Funktionseinschränkung von Gliedmaßen, durch Schmerzen, Rollenverluste (z. B. als Familienversorger), durch Veränderungen des Körperbildes etc. kommt es zu einem Einbruch des Selbstwertgefühls bis hin zu einer existentiellen Verzweiflung der Patienten. Ihre Verletzlichkeit hat zugenommen.
Jetzt scheinen die Patienten ständig Hilfe zu fordern, sind aber nicht in der Lage, diese auch anzunehmen. Das frustriert – und somit besteht die Gefahr eines “gekränkten Rückzugs” seitens der Familie. Aber gerade jetzt brauchen die Patienten eine kontinuierlich aufrechterhaltene Beziehung, so dass sie spüren können, dass ihre Depressivität als Reaktion auf die Erkrankung verstanden und auch akzeptiert wird.
4. Phase: Verhandeln
In dieser Phase versuchen die Patienten durch das Erbringen von Opfern (Wallfahrten, Spenden, Hinwendung zu unbewiesenen Behandlungsmethoden und Aufbringen großer Geldsummen dafür etc.) einen “Handel mit dem Schicksal” zu schließen und dieses Schicksal dadurch hinauszuzögern, abzuwenden.
5. Phase: Akzeptanz
In dieser Phase der Krankheitsverarbeitung haben die Patienten ihre Erkrankung angenommen, neue Rollendefinitionen für sich gefunden und somit auch ihren Platz im Leben wiedergefunden.
Leider ist das Erreichen dieser Phase nicht selbstverständlich, sie wird nicht immer erlangt. Der zeitliche Verlauf der Bewältigung einer Erkrankung sowie die Wichtigkeit und Dauer der einzelnen Phasen sind eng an die Persönlichkeit des Patienten, seine Erfahrungen im Umgang mit Krisen, seine Erwartungen und an sein soziales Umfeld gebunden. Sie prägen entscheidend den Bewältigungsstil (also die Grundausrichtung der Krankheitsbewältigung) mit.
Bewältigungs-Stile
Die von verschiedenen Wissenschaftlern mit unterschiedlichen Schwerpunkten untersuchten Ausrichtungen der Krankheitsbewältigung lassen sich komprimiert in vier Bewältigungs-Stilen beschreiben:
1.    Verleugnender Bewältigungsstil
2.    Sinnsuchender Bewältigungsstil
3.    Aktiver, zupackender Bewältigungsstil
4.    Suche nach sozialer Einbindung, sozialer Unterstützung
I. Verleugnender Bewältigungsstil
Der zuerst angeführte Bewältigungsstil, der Verleugnung, Vermeidung und Ablenkung als führende Strategien nutzt, findet sich verbreitet auch schon im Vorfeld der Erkrankung. Er äußert sich in einem verleugnenden, abwehrenden Umgang mit Schmerzen, Unbehagen, Krankheitsanzeichen und Hinweisen.
Man geht nicht zum Arzt, denn “…das vergeht schon wieder. Man darf nicht auf jede Kleinigkeit achten! Ich habe keine Zeit für jedes Wehwehchen! usw.”
Diese an und für sich sehr positive Einstellung kann sich am Beginn einer Krankheit als problematisch herausstellen, da sie das Erkennen und wirksame Behandeln des Problems in seiner Frühphase verhindert. Dasselbe gilt beim Auftreten von Rückfällen.
Allerdings erleichtert ein angemessener Umgang mit solchen Verhaltensweisen im Verlauf der Erkrankung die auftretenden Belastungen durch die Grundhaltung “Ich lasse mich nicht unterkriegen!” und führt zu einer besseren psychischen Befindlichkeit und zur Hinwendung zu nicht krankheitsbezogenem Verhalten.
Alltag, Arbeit, Freizeit und Partnerschaft werden so “normal” wie möglich gelebt, krankheitsbezogene Belastungen so weit als möglich ausgeblendet. So wird das oft berichtete Gefühl des Ausgeliefertseins und der Hilflosigkeit von Anfang an reduziert und die Lebensqualität gesteigert.II. Sinnsuchender Bewältigungsstil
Dieser Bewältigungsstil zeichnet sich durch Grübeln und die Suche nach einem Sinn, einem Inhalt, der “Botschaft” der Erkrankung aus, sowie durch die Frage nach Schuld und Strafe.
Antworten auf diese Fragen und das Finden eines Sinnsund von Zusammenhängen sind überwiegend vom Glaubenssystem und den Überzeugungen der Betroffenen abhängig und daher notwendigerweise subjektiv. Sie sind oftmals die “Direttissima” (der schnellste Weg) in die Depression und Resignation. Das kann diesen Bewältigungsstil gefährlich machen.
Am zielführendsten kann es in diesem Kontext sein, die Erkrankung als eine Lebenskrise zu begreifen und den bisherigen Lebensstil und das bisherige Selbstverständnis zu hinterfragen, verbunden mit der Bereitschaft, gegebenenfalls seine bisherige Lebenssicht und Lebensweise zu ändern. Mögliche Fragen sind: “Habe ich mir selbst genug Raum gelassen? Habe ich nur gearbeitet und eigene Bedürfnisse unterdrückt? War ich nur für andere da und habe mich selbst vergessen? Habe ich alles zu genau genommen? Wie ist das Verhältnis zwischen Arbeit und Freizeit?”
Im übrigen kann man aus der Religion, dem Glauben viel Kraft und Trost schöpfen!
III. Aktiver, zupackender Bewältigungsstil
Dieser Bewältigungsstil zeichnet sich dadurch aus, dass der Betroffene die Krankheit als bewältigbare Herausforderung ansieht und sich problemorientiert und informiert mit seiner Krankheit auseinandersetzt. Er gibt nicht auf, sondern sucht und findet Möglichkeiten, sein Leben selbst zu gestalten. Er achtet darauf, dass er die Krankheit und ihre Auswirkung auf sein Leben beherrscht und nicht umgekehrt.
Das bedeutet durchaus eine Änderung des bisherigen Lebensstils und Selbstverständnisses und eine Änderung im Umgang mit Anderen. Das heißt z. B. auch, sich mit dem Arzt als mündiger Patient zusammenzutun und mit ihm zusammen nach Lösungen zu suchen. Das bedeutet ebenfalls, sich auch mit anderen als ausschließlich schulmedizinischen Heilweisen und Wegen auseinanderzusetzen und eigenverantwortlich Einfluss auf den Verlauf der Erkrankung, und die Lebensqualität zu nehmen.

Die Ärzte konnten mir nich helfen. Also dacht’ ich, gehste mal zu nem anerkannten Scharlatan …; Copyright: Christian BOB Born, Freiburg
IV. Suche nach sozialer Einbindung und Unterstützung
Als vierter, überaus wichtiger und wirksamer Bewältigungsstil ist die Suche nach sozialer Einbindung und sozialer Unterstützung anzuführen.
Wir alle leben in sozialen Netzwerken d. h. wir stehen mit anderen Menschen in Kontakt und sozialem Austausch. Der Mensch ist ein soziales Wesen und braucht “die Anderen”. Wesentliche Bedürfnisse wie: dazuzugehören, sich aussprechen zu können, Rat zu erhalten, gebraucht zu werden etc. lassen sich nur in der Begegnung mit dem Du, mit anderen Menschen, befriedigen.
Das macht soziale Kontakte gerade im Krankheitsfall besonders wichtig. Jetzt können Nachbarn, Freunde und Arbeitskollegen “soziale Unterstützung” geben, dem Patienten und seinen Angehörigen beistehen, ihnen unter die Arme greifen z. B. durch Zuhören, durch das Abnehmen von Wegen (Einkäufen, Erledigungen etc.) und Arbeit.
Diese “soziale Unterstützung” ist aber nicht unbedingt so ohne weiteres zu erhalten. Wenn man sich zu “hilflos” präsentiert (“Es ist so schlimm, ich schaffe das wirklich nicht!”) oder umgekehrt zu “stark” (“Kein Problem! Ich komme schon allein zurecht”), wird man eher allein dastehen. Zeigt man dagegen, daß die Belastung durch die Erkrankung zwar sehr hoch ist, man aber die Verantwortung für die Bewältigung dieser Belastung in erster Linie selbst übernimmt, kann man soziale Unterstützung in der Regel nicht nur mobilisieren, sie wird sogar gerne gegeben.
Lebensqualität
Es liegt auf der Hand, dass Bewältigungsphasen und der Bewältigungsstil einen großen Einfluss auf den Alltag, die Partnerschaft, die Sexualität und damit auf die Lebensqualität insgesamt haben.
Weil dieser Einfluss ganz enorme Ausprägungen erreichen kann, ist es wichtig, miteinander zu reden – für Betroffene und Angehörige.
Man neigt als Patient dazu, sich in Zeiten, in denen die Erkrankung stärker spürbar wird (Wetter, Krankheitsschub), zusammenzunehmen, um den Partner, die Familie nicht stärker als unbedingt nötig zu belasten. Partner bemerken das in der Regel und bemühen sich häufig, mehr Rücksicht zu nehmen, ohne das ausdrücklich anzusprechen. Man schont sich gegenseitig. Eine scheinbar bewährte Strategie, aber auch eine Quelle gewaltiger Missverständnisse! Denn wenn man nicht miteinander redet, schluckt man das eine oder andere – bis der berühmte Tropfen das “Faß zum Überlaufen” bringt.
Wenn man Liebe, Angst, Kummer, Sorgen, Groll nicht mitteilen darf, weil man fürchtet, den Partner zu kränken, dann entladen sich diese Emotionen irgendwann explosiv und verletzen, wo es nicht sein müsste.
Abgesehen davon pendelt ein gesundes Gefühlsleben sowieso zwischen Höhen und Tiefen – die Ausprägungen sind unter Belastung oft nur stärker.
Wenn es nicht möglich ist, miteinander zu reden, kann es sinnvoll sein, einen Psychologen oder Psychotherapeuten aufzusuchen. Oft lassen sich in wenigen Beratungsgesprächen Missverständnisse, ungeeignetes Kommunikationsverhalten und ähnliche Probleme klären oder zumindest Wege finden, damit umzugehen.
Es gibt verschiedene Methoden in der Psychotherapie, die helfen können, im Zuge einer Erkrankung deutlich gewordene zwischenmenschliche Probleme in den Griff zu bekommen. Entsprechende Beratung, welche Therapie im Einzelfall die richtige ist, erhält man z. B. bei den Krankenkassen.
Depressionen, Hilflosigkeit, Schmerzen etc. werden vielfach durch die Aktivierung eigener Fähigkeiten bewältigbar. Denn psychologische oder psychotherapeutische Arbeit ist in erster Linie “Hilfe zur Selbsthilfe”.
Vor allem bei Schmerzen haben sich Entspannung, Visualisierung (bildhafte Vorstellungen) und Imagination (Wahrnehmung unbeabsichtigter innerer Bilder) als hilfreiche eigene Ressourcen bewährt. Entspannung und Visualisierung sind relativ einfach zu erlernen, wirksam und selbständig durchführbar.
Imagination – der Umgang mit inneren Bildern – sollte jedoch in Zusammenarbeit mit einem Psychotherapeuten durchgeführt werden, da sie oft seelische Ursachen und Probleme aufdecken und konkretisieren und dies Laien oft überfordert.
Wie immer das Problem gelagert sein mag: es gilt, Körper, Geist und Seele optimal zu unterstützen, um ein möglichst zufriedenstellendes Leben führen zu können. Mit anderen Worten:
Alle Ressourcen aktivieren – für ein Plus an Lebensqualität

Zwischenfrage

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Da kam doch gestern eine andere Frage noch dazwischen. Wie fühlt sich denn so eine Tetraparese im Unterschied zwischen rechts und links an.
Die Antwort ist kompliziert, denn wie erklärt man einem voll funktionierendem Menschen wie sich eine Lähmung anfühlt? Gefühllos jedenfalls nicht.
Im Krankenbericht bei der Entlassung damals steht: “Tetraparese links betont”, nur sensibel gelähmt bin ich auf der rechten Seite.
Jetzt ist die Frage: “Was ist gemeint, oder wie kommt das?”
Ist das deshalb weil der diagnostizierende Arzt mir gegenüber stand, also alles Seitenverkehrt wie ich, der ich in dem Körper stecke, gesehen hat oder ist das deshalb weil ich links kraftloser als auf der anderen Seite bin?
Die sensible Lähmung ist auch nicht vollständig, mehr so zu 95%, wobei es dort wo die Haut etwas dünner erscheint, in den Armbeugen etwa etwas mehr ist.
Ein ganz interessanter Effekt tritt auch noch auf: wenn eine Fliege auf meiner rechten Seite rumkrabbelt das spüre ich, wenn man mit einer Nadel rein sticht dagegen nicht.
Motorisch gibt es auch noch einen Unterschied. Links bin ich zu feingliedrigen Bewegungen imstande wogegen ich auf der rechten Seite nur Massenbewegungen zustande bringe.
Damit komme ich zu der unangenehmsten Sache bei der ganzen Sache. Den neuropatischen Schmerzen oder Nervenschmerzen, die man offenbar auch als Thalamusschmerzen bezeichnet.
Die sind immer da, werden medikamentös bei mir mit Lyrica bekämpft man kann offenbar auch psychologisch etwas dagegen machen, was schon zeigt, dass die Schmerzen in der Ruhephase, also wenn ich am Einschlafen und Aufwachen bin am schlimmsten sind; wogegen sie bei Ablenkung durch Tätigkeit auszuhalten sind.

Doch mal was in eigener Sache. Es wäre schön wenn mal eine Rückmeldung käme. Hier kann man nämlich die Artikel auch Kommentieren und weitere Fragen stellen.

Überbelastet

Steffen Marquardt

 

Da hab ich wohl wieder was gemacht was man tunlichst vermeiden sollte. Spastische Muskulatur überbelastet.
Gestern hab ich wohl zu viel gestanden und den spastisch angeschlagenen rechten Psoasmuskel dabei überbelastet.
Da hilft jetzt wohl nur Schonung, Bewegung und Wärme.
Wie merkt man sowas? Zum ersten Mal ist die Ruhespannung (Tonus) der gesamten rechten Seite höher als gewohnt, was bei mir wiederum mit neuropatischen Schmerzen in den Fingern und Fußzehen verbunden ist.
Das ist ein ständiger Nervenschmerz, den man nur über den Tag durch die Ablenkung des normalen Tuns nicht so zu merken ist, doch bei Ruhe voll zuschlägt. Dagegen nehme ich auch Medikamente.
Ich schreib aber bewusst nicht welche, weil man sich bei deren Verordnung sowieso auf den behandelnden Neurologen verlassen sollte, der sollte wissen was und wie viel für einen gut ist.
Ich geh bei der Wassertherapie heute wieder ins warme Wasser des Bewegungsbeckens im „Admedia“ und fahr Fahrrad an meinem „Motomed“, passiv also ohne Belastung und in einigen Tagen wird das Gefühl wieder meiner Gewohnheit entsprechen.

Viel Wissenschaft und viel reden

Ab und zu höre ich: „Mach nicht aus allem eine Wissenschaft!“
Paar Fakten:
Erstens war der letzte Allroundwissenschaftler, also einer der das Wissen seiner Zeit annähernd in der Birne hatte Leonardo da Vinci und der ist schon ein paar hundert Jahre tot. Seit dem gibt es nur noch Wissenschaftler in Spezialisierung.

Zweitens haben wir erst letztens wieder festgestellt, dass man in der deutschen Sprache mit wenigen Wörtern viel aussagen kann. Darum gibt es in der deutschen Sprache auch so viele Wörter. Und wenn die nicht ausreichen gibt es ja auch noch Fremdworte.
Also ist es angebracht sich konkret auszudrücken.
Das ist aber nur dann möglich wenn einem das richtige Wort im richtigen Moment einfällt.
Damit habe ich aber meine Probleme.
Mir fällt zwar oft ein Pseudonym ein, doch ich habe immer den inneren Eindruck ich müsste immer etwas erklären, und zwar was ich meine.
Darum rede ich so viel.

Und nun sind wir wieder bei den Wissenschaften.
Um Wissenschaft einer breiteren Masse nahe zu bringen hat man die Populärwissenschaft erfunden.
So ein populärwissenschaftlicher Beitrag erzählt dann in einer Dreiviertelstunde für was der Wissenschaftler eine A4-Seite Formeln geraucht hätte.
Was auch wirklich keine Sau versteht.   :-)

Warte und Danke

Heute will ich nur mal beschreiben wie ich mit zwei Wörtern
umgehe-

Das eine ist „warten“.

Die meisten kennen das ja: man sitzt irgendwo herum und wartet, dass die Zeit
vergeht, man versucht sich mit Zeitung lesen zu beschäftigen und schaut dauernd
auf die Uhr.

Doch die Zeit vergeht nicht.

Irgendwann wurde mir das doch zu blöd. Ich hab beschlossen einfach nicht mehr
zu warten. Einfach kommen lassen was da kommt, du kannst es eh nicht
beeinflussen.

Und es funktioniert. Die Zeitvergeht viel schneller.

Doch, schau bloß nicht auf die Uhr.

Das zweite ist „Danke“.

Wie man in den Wald ruft, so schallt es zurück, hat meine alte Tante Linda bei
der ich aufgewachsen bin immer mal gesagt.

also hab ich mir irgendwann mal angewöhnt mich für fast alles zu bedanken. Das
kommt besonders gut wenn man viel mit fremden Menschen zusammen ist.

Manchen ist das aber zu viel, besonders wenn es um Dinge geht die ihnen normal
erscheinen.

Nun habe ich aber letztens ein Stück Rapmusikvon den „fantastischen Vier“ durch
Zufall gehört, was zwar nicht gerade meine Baustelle ist, aber wahrheit und
zwar mit der großen Keule:

„Ich wollt noch Danke sagen,

doch ich lieg im Krankenwagen.

Sie wolln mich zwar noch Zwangsbeatmen,

dich bald ist alles aus und vorbei.“

 

„behindertengerecht“ oder „zugänglich für alle“?

 

Wieso „behindertengerecht“ und nicht gleich „zugänglich für alle“?
In Webangeboten haben sich die Richtlinien des World Wide Web Consortium (W3C) durchgesetzt, dagegen gibt es noch immer z.B. relativ neue Arztpraxen in Altbauhäusern ohne Fahrstuhl.
Ich hab von einer Geschichte gehört wo ein Architekt extra Zugänge für Rollstuhlfahrer vorgesehen hatte, wobei es ihn ehrt dass er an so etwas gedacht hat jedoch total am Bedarf vorbei.
Eingänge für alle müsste es heißen.
Wobei sich die ganze Geschichte nicht nur auf Gehbehinderungen bezieht, sondern die Eigenheiten eines jeden Menschen einschließen müsste.
Diese Meinung steht einem früheren Artikel etwas entgegen, man sieht also dass es auch ein Lernprozess ist.
Es dauert eine bestimmte Zeit bis sich der Gedanke in allen Köpfen festgesetzt hat, dass Behinderungen eigentlich ganz normale Eigenheiten von Menschen sind.
Es geht darum vom Lebensanfang bis zum Lebensende gleichberechtigt miteinander umzugehen.
Das Wort dafür ist inklusiv.
In einigen Publikationen wird Inklusion als ein Fachbegriff deklariert, was aber meiner Meinung nach nicht richtig ist.
Als Fachbegriff würde es zum Terminus einer begrenzten Gruppe von Fachleuten gehören was aber selbst dem inklusiven Gedanken, der sich ja auf die Allgemeinheit bezieht entgegensteht.
Also nicht Landkarten für Gehbehinderte und Landkarten für Sehbehinderte in großer Schrift sondern gleich Landkarten für alle in denen Zugänge für Rollstuhlfahrer mit eingezeichnet sind. Das ist nur ein Beispiel.