„gebt mir eine Aufgabe“, Facebook-Erinnerungen

Heute kam mir in den Facebook-Erinnerungen ein altes Bild unter.
Das zeigt mich im Helios Vogtlandklinikum bei einem Vortrag.
Das war vor fünf Jahren. Das war mein erster größerer Vortrag beim VITAL e.V.. Damals war ich noch nicht Vorsitzender des Vereins. Das war Dr. Erich Rieger, der den Verein auch gegründet hatte.
Er war damals fünfundsiebzig Jahre und trug offenbar schon den Gedanken an´s aufhören. Das wusste ich jedoch nicht.
Jedenfalls hatte ich mal irgendwann gesagt: „gebt mir eine Aufgabe“.
Jedoch wusste ich auch noch nicht, dass das der Schlüsselsatz ist um fast um fast jeden Betroffenen aus Isolation herauszuholen und ihn in seiner Krankheitsverarbeitung ganz weit vorzubringen.
Doch er muss den Punkt selbst finden.
Seitdem ist viel Wasser die Elster hinunter geflossen.

 

Nochmal dazu den Punkt selbst zu finden.
Bis dahin ist nämlich viel Arbeit der Angehörigen nötig, den damals meine Eltern leisteten.
Die holten mich damals wieder zu sich.  Das ging bei den richtigen Therapien los, wobei sie mich schon mal jede Woche 50 km nach Bad Elster fuhren oder meine Mutter mich drängte zu einer Selbsthilfegruppe zu gehen.
Das ist zehn Jahre her. Erst wollte ich nicht. Meine Mutter ist dann später mitgegangen. Und schon wurde sie in den Sog hineingezogen.
Sie ist jetzt auch im Vorstand.

Alles hat also mit dem Entschluss angefangen einer Selbsthilfegruppe beizutreten und dann eine Aufgabe zu übernehmen.
Und das empfehle ich jedem Betroffenen. Dabei ist es völlig egal woher die Hirnschädigung rührt Schlaganfall, Schädel.- Hirn.- Trauma von einem Unfall beispielsweise oder er eine Hirnoperation hatte.

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Heute war wieder Großkampftag

Schon Morgens ging es in der WBS Schule los mit den ersten Vorbereitungen für einen Wegetest des VITAL e.V. vertreten durch mich und der WBS Trainingsschule Plauen, vertreten mit 14 Auszubildenden und Frau Schmidt am 5.5.2017 barrierearme Wanderstrecken mit Interessierten an der Talsperre Pöhl testen. Und die ersten Interessierten waren schon dabei. Der Herr Wißgott, Projektmanager „Barrierefreier Tourismus“ beim Tourismusverband Vogtland e.V. war mit dabei und das „Sanitätshaus Schöne“ stellt die Rollstühle für die Schüler zur Verfügung

Wir werden also am 5.5., dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung 2017 zwei Strecken an der Talsperre Pöhl testen.
Und um es unter realen Bedingungen zu machen werden wir am Bahnhof Plauen beginnen und den öffentlichen Nahverkehr mit einbeziehen. Leider erfahren wir die genauen Abfahrtsgeiten erst mit Erscheinen des Sommerfahrplans.

Nachmittags ging es dann weiter. Wir hatten die ehrenamtlichen Helfer im VITAL e.V., welche immer da sind wenn Hilfe gebraucht wird eingeladen. Es ging vor allem darum eine Ehrenamtsabsichtserklärung vorzubereiten, auch um Rechtssicherheit in Schadensfällen zu schaffen.

Zum ersten Mal  hab ausnahmsweise selbst gemerkt, dass ich ganz schön fertig war. Bis jetzt mussten das mir andere sagen.

Es ist Zeit …

Ja, ist Zeit dass ich wieder mal was Neues (bei mein Blog rein) schreibe. Die  Zeiten sind hart und arbeitsam.
Ich hab jede Menge Dinge angedacht und langsam trägt es Früchte.

So weit so rätselhaft.

 

Jetzt ist es fast 13 Jahre her, dass ich eine Hirnblutung hatte. Konfuzius, weisester aller Chinesen hatte schon recht als er sagte: „Ist ein Kranker lange genug krank wird er selbst zum Arzt“. Nun, etwas ist schon anders. Ich befasse mich damit nicht so wie ein medizinischer Doktor, sondern befasse ich mich mit den psychosozialen Auswirkungen und mit Teilhabe. Immer noch.

Wenn auch zu mir mal jemand gesagt hat. „Ich will an nichrs teilhaben!“

Dem entgegne ich immer noch: Mein Freund das geht nicht. Denn, Kommunikation ist soziale Interaktion und soziale Interaktion ist Teilhabe.

2. März 2017 Zum 11. Nachsorgekongress, „Bundesteilhabegesetz (BTHG) – Nachsorge miteinander gestalten“

Wir waren beim 11.Nachsorgekongress. Die Franziska Bork, Michael Frotscher und ich Steffen Marquardt. Micha war mein Assistent, finanziert über das persönliche Budget. Und darum ging es unter anderem auch.
Das eigentliche Thema des Kongresses war „Bundesteilhabegesetz (BTHG) – Nachsorge miteinander gestalten“.
Er fand im Tagungszentrum des evangelischen Johannesstifts in Berlin Spandau statt.
Das Thema zog sich durch beide Tage. Obwohl es das eine mal um Peer Consulting und klassische Selbsthilfearbeit ging, das andere Mal ging es um professionelle Reha-Strukturen.
Im Gesamten Individuelle teilhabeorientierte Nachsorge von Anfang an. Und weil dieses Thema so komplex ist muss man jeden den es angeht mit einbeziehen.
Dabei waren Menschen aus dem gesamten Bundesgebiet aus Beratung, aus Reha-Einrichtungen, von Kostenträgern, aus Politik und Wissenschaft.
Aber eben auch interessierte Betroffene. Endlich traf ich den Gründer der „Schlaganfall-Online“ Gruppe bei Facebook Willi Daniels mal persönlich. Da gab es nur sporadisch Kontakt im Netz.

Fast am Ende des ersten Tages gab es das Angebot von sechs Workshops von denen wir drei mitgestalteten.
Die anderen drei waren zwar auch interessant, doch man kann sich ja nicht zerteilen.

Ein wichtiges Thema war bei allem auch der Aufbau regionaler Strukturen. Freilich werden diese Strukturen im Vogtland anders aussehen müssen als im Ruhrgebiet, doch auch im Oldenburger Land sind Lösungen geschaffen worden. Bei all der Diskussion fiel mir auf, dass wir ambulante oder Teilstationäre Reha für Menschen mit erworbenen Hirnschädigungen im Vogtland gar nicht haben. Dr. Dr. med. habil. Paul Reuther zitierte in seinem Impulsvortrag zur Einleitung der Workshops und Diskussionsforen Hermann Hesse: “Damit das mögliche entsteht muss immer wieder das unmögliche versucht werden.“
Wir müssen Fordern, dass es diese gesetzlich gewollte Leistung gibt, weil sie für Menschen mit schweren neurologischen Schädigungen unabdingbar ist.

Am Abend gab es noch das „Come Together“, eigentlich ein großer Erfahrungsaustausch mit Buffet.

In dem ganzen Kongress steckt auch ein starker politischer Wille. Auf die Politik einzuwirken um möglichst viel Nötiges zu verändern.
Das kam spätestens in der Endformulierung der Wahlprüfsteine, auch anhand auch des BTHG, das mit strikter Kostenneutralität zustande kam und das viel weiter gehen könnte und müsste zum Ausdruck.

Geschlafen haben wir wieder im Hotel Mit-Mensch in Berlin Karlshorst. Vernünftige Preise, Rollstuhlgerecht und ein Pflegebett.  Und freundlich ist man auch noch.