Archiv der Kategorie: Behindertenrechtskonvention

Aufreger des Tages

Samuel Koch nimmt Monica Lierhaus in Schutz

Wenn ich das lese geht mir das Messer in der Tasche auf.
Die Medien müssen kapieren, dass es die vielfältigsten individuellen Ansichten seiner Krankheit und damit der Krankheitsverarbeitung gibt.
Nur hätten sie dann über sowas nichts mehr zu berichten
Genaugenommen wird über zwei Dinge gesprochen die nur mittelbar zusammenhängen.
Das eine ist Krankheitsverarbeitung und die kann psychologisch viele Schattierungen haben. Und das andere ist Behinderung.
Doch Behinderung ist keine Eigenschaft von Menschen, Behinderung ist eine Eigenschaft von Barrieren.

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Spitzenfest & Barrierefreiheit

In diesem Jahr hatte die Mannschaft des Spitzenfestkomitees wieder eine Menge Highlights auf die Bühne gebracht.
Schade, dass es wieder für einen reservierten Bereich vor der Bühne für Rollstuhlfahrer nicht gereicht hat.
Ich zählte mindestens zwölf elektrische Rollstühle deren Fahrer nur während der Umbaupausen oder mit etwas Glück einen Blick auf das Bühnenprogramm auf der großen Bühne werfen konnten.
Für sie blieb das Programm im Lichthof, das auch Spitze war.
Vielleicht müssen wir mal eine Selbsterfahrungsübung durchführen. Mitglieder des Spitzenfestvereins genießen eine Abendveranstaltung im Rollstuhl.

Übrigens zwölf Rollstühle: Im Sinne der Barrierefreiheit wäre es angebracht die optische und akustische Nutzbarkeit des Angebots für JEDEN, ob mit Einschränkung oder ohne und ungeachtet der Zahl derer mit Einschränkungen haben zu gewährleisten.
Das soweit es die Behindertenrechtskonvention betrifft.
Und falls der Wunsch nach Gesetzesvorlagen da ist:

Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil II Nr. 35, ausgegeben zu Bonn am 31. Dezember 2008

Oder: Gesetz zur Verbesserung des selbstbestimmten Handelns von Menschen mit Behinderungen im Freistaat Sachsen vom 28. Mai 2004.

Barrierefreiheit im realen Leben kümmert sich nicht um DIN Normen

Wirkliche reale Barrierefreiheit kümmert sich nicht um DIN Normen. Es kommt darauf an wie man die Dinge sieht.
Dieser Satz ist nicht ganz mit der Behindertenrechtskonvention vereinbar und wenn ich das sage, dann muss ich das begründen. Und ich hab ihn gebraucht
Die Barrierefreiheit (eine Gestaltung der baulichen Umwelt, sowie von Information und Kommunikation in der Weise, dass sie von Menschen mit Behinderung und von älteren Menschen in derselben Weise genutzt werden kann wie von Menschen ohne Behinderung) oder was das bedeutet, nämlich die totale Freiheit von jeglichen Barrieren geht im wirklichen Leben mit allem mit dem sie kollidieren wieder Wechselbeziehungen ein, also Barrierefreiheit vs. wirtschaftliche Zwänge oder Barrierefreiheit vs. Denkmalschutz. daraus entstehen Kompromisse.
Was daraus entsteht geht zu lasten von Barrierefreiheit aber ist das was in Sachen Barrierefreiheit zu einer bestimmten Zeit möglich ist. Doch Barrieren sind neben umweltbedingten auch Einstellungbedingte Barrieren, Vorurteile die aus der Welt geräumt werden müssen, Und eine Helfende Hand dort wo Barrieren auftauchen oder der Wille überhaupt Barrieren zu sehen ist auch schon ein Fortschritt.

Studentinnen der MedFachschule Bad Elster und Mitglieder des Vereins VITAL e.V. testen in Plauen Barrierefreiheit.

Es geht was in Sachen Freundlichkeit und inklusiver Entwicklung!!

In dem gemeinsam vorbereiteten Test zeigte sich mehr was geht als was nicht geht.
Vorab können wir sagen, dass alle Menschen denen wir begegneten freundlich und rücksichtsvoll mit Menschen mit Behinderung (sofern diese sichtbar ist) umgehen bzw. ihnen begegnen.
Auch die Helfer als Mittler zwischen den „Welten“ Behinderung und nicht Behinderung verspürten und erlebten diese Freundlichkeit.
Das macht Mut um weitere Anstrengungen in Sachen inklusive Barrierefreiheit zu unternehmen.
Denn wir wissen jetzt, dass wir nie allein sind und die Steine die im Wege liegen gemeinsam mit allen freundlichen Menschen beiseite geschafft werden können.

Wir trafen uns am Bahnhof, dort teilten wir uns in drei Gruppen auf. Ich selbst befand mich bei der Gruppe die sich der Straßenbahn anvertraute. Am Fahrkartenautomat der Plauner Straßenbahn war auch sehr gut für den Stadtfremden Reisenden das Fahrscheinsystem erläutert.
Die meisten der Schüler kamen ja auch aus anderen Gegenden, also konnten wir ziemlich gut nachkommen wie es für einen Fremden ist.
Die zweite Straßenbahn war auch gleich eine Niederflurbahn, mit der wir fahren konnten. Für einen  aus einer Bayrischen Großstadt war es ERST die Zweite, für uns ist es ein Fortschritt die sechs Niederflurbahnen zu haben.
Durch die Stadtgalerie stellten wir dann fest dass die meisten Verkaufstresen zu hoch für jemand im Rollstuhl sind.
Im Plauner Spitzenmuseum wurden wir sehr freundlich empfangen. Herr Fritzlar  zeigte uns die Räumlichkeiten und erklärte uns die Möglichkeiten barrierefreier Gestaltung in einem Haus dessen Ursprünge bis ins dreizehnte Jahrhundert zurück gehen. Es wird ein ständiger Kampf zwischen Anforderungen und Denkmalschutz sein. Fast der gesamte Bereich der  Ausstellungen ist über einen Nebeneingang zu erreichen. Einen ganz besonderen Dank für diese Einblicke.
Gegenüber im Kaffeehaus Müller stand uns selbstverständlich die Behindertentoilette offen. Das selbe versuchten wir dann im Theatecafe doch da kamen wir vor der Toilette an Treppen.
Überrascht war ich dann im Domero Hotel. Frau Glöckle führte uns herum und zeigte uns sogar ein Zimmer, dass zwar schön ebenerdig war, an wirkliche Barrierefreiheit war jedoch nicht zu denken. Man spürte, dass sie gern mehr zeigen wollte. Doch ein Trost:
Wirkliche Barrierefreiheit schert sich nicht um DIN Normen Es ist auch die Einstellung zu den Dingen.
Ich will diesen Bericht nicht in die Länge ziehen, am Klostermarkt trafen wir uns am Nachmittag zu einer kleinen Auswertung. Den gesamten Bericht gibt es in einigen Tagen auf unserer Internetseite.

Ganz besonderer Dank gilt den Ortskundigen “Mitläufern” vom Verein VITAL e.V., die trotz ihrer Einschränkungen einen für sie weiten Weg zurücklegten.

Nur so viel noch: Mit Hilfe kann jeder Mensch mit Behinderung sich frei in der Stadt Plauen bewegen. Alleine geht es noch nicht so komplett. Aber wie wir bereits feststellten, sind helfende Hände mit Menschen dran fast überall zu finden.

barrierefreies Wandervergnügen im Vogtand

Hallo Freunde,

Das ist ein Aufruf mitzuhelfen.
Wo ein Barrierefeier Weg ist, ist keine Barrierefreie Gastronomie verzeichnet und umgekehrt. Es ist keine annähernd barrierefreie Infrastruktur dokumentiert.
Am günstigsten wäre es wenn auch nier Ideen über das was noch fehlt kämen.

Wir haben mit dem Schloss Leubnitz und  Teppichmuseum Oelsnitz angefangen Sehenswürdigkeiten auzuzeichnen.
Bitte helft uns solche Orte und Wege zu finden.

Alle getesteten Orte werden auf unserer Internetseite www.vogtland-mobil-rolli.de/ von der einige Touren auf der Seite des Tourismusverbandes Vogtland und im Geoportal des Vogtlandkreises verzeichnet sind sowie auf der Europaweiten Karte von Weelmap.org für Rollstuhlgerechte Orte verzeichnet und selbstverständlich auf unserer Internetseite www.vital-vogtland.de im Bericht erwähnt. Das gleiche betrifft auch die Sehenswürdigkeiten.

Zur Begriffsbestimmung „Behinderung“

Wenn es um Behinderung geht denken alle immer an Rollstühle, Rampen, wenn´s hoch kommt noch an Seheinschränkungen, doch die größten Behinderungen sind andere und gehen manchmal alle an.
Menschen mit chronischen Krankheiten  oder körperlichen oder kognitiven Einschränkungen besonders.
Eine Behinderung begegnet einem fast täglich.
Es ist die Bürokratie. Hier brauchen gesunde Menschen auch oft Assistenz. Manchmal kann der Nachbar helfen, machmal braucht es aber auch eine Beratungsstelle oder einen Advokaten.
Wenn einer längere Zeit  Krank wird oder aufgrund einer Einschränkung nicht mehr arbeiten gehen kann taucht meistens eine andere  Behinderung auf, dass sind wirtschaftliche Probleme. Und damit ist die dritte Art von Behinderungen fast vorprogrammiert.
Das sind Beziehungprobleme.
Das sind nur Beispiele, doch sie haben eine Gemeinsamkeit, sie sind veränderbar.
Was man von der medizinischer Sicht gesehenen Behinderung nach §2 des IX.Buch SGB nicht in jedem Fall sagen kann.
Also:
• Behinderung ist danach (Konvention für die Rechte Behinderter) eine Wechselwirkung und keine Eigenschaft behinderter Menschen,
• Sie ist keine Konstante, sondern vom Verständnis der Gesellschaftabhängig,
• Maßgebend sind nicht die Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit, sondern die Barrieren,
• Barrieren sind nicht nur physische Hindernisse, sondern auch Vorurteile und
• Behinderung ist die Einschränkung der vollen, wirksamen und gleichberechtigten Teilhabe!

Barrierefreier Tourismus, oder der Trip nach Dresden

Gestern war ich bei einer Tagung „Barrierefreier Tourismus in Sachsen“ der TMGS in Dresden gewesen und jetzt habe ich endgültig begriffen dass Barrierefreiheit nicht nur auf Menschen mit Behinderung bezogen ist sondern auf alle.
Denn was für einen mit Behinderung gut ist, kann für einen ohne Behinderung nicht schlecht sein.
Es geht auch nicht darum ein bisschen Wandern zu gehen, sondern darum die Kette vom Ankommen bis zum Abreisen nicht abreißen zu lassen.
Unter den Dingen die mich besonders beeindruckt haben der Auftritt des Sportlers und Buchautors Florian Sitzmann und seine Abenteuer am Fahrkartenschalter der deutschen Bahn, obwohl er schon die ganze Welt bereist hat und auch von unter dem Blätterdach des Amazonas erzählte.
Wir hörten von einem Reiseveranstalter aus Wiesbaden dessen Kundschaft zu 5% über neunzig Jahre ist. Das und weiteres was von den zahlreichen Rednern kam wird berufenen und bezahlten Ohren leider entgehen, denn vom Tourismusverband  Vogtland war niemand da. Das Gehörte hat dann wenigstens unseren Horizont erweitert.
Dafür haben wir alte Bekannte vom Landschulheim Limbach getroffen oder die Behindertenbeauftragte des Erzgebirgskreises.
Barrierefreiheit ist eben nicht alles, aber ohne Barrierefreiheit ist alles nichts.