Archiv der Kategorie: Gedanken

Die Lebenden … zum Tod von Roger Cicero

Viele haben gestern die Nachricht vom Tod von Roger Cicero durch einen Schlaganfall geteilt.
Auch mich berühren solche Nachrichten.
Doch ich muss auch an die weit über Zweihunderttausend anderen Schlaganfallopfer jedes Jahr allein in Deutschland denken deren Leben weitergeht.
Ich kenne viele, mich eingeschlossen, die vor dem fünfzigsten Lebensjahr einen Schlaganfall oder eine andere Hirnschädigung hatten. Meist werden ganze Familien aus ihrem gewohnten Leben gerissen.
Beziehungsprobleme und finanzielle Probleme lassen da, angesichts von Lähmungen und anderen Einschränkungen nicht lange auf sich warten.
Ganze Familien bräuchten dann Therapie. Auch auf psychosozialen Ebenen.
Häufig reicht es wenn jemand zum Reden da ist. Selbsthilfegruppen sind Knotenpunkte für Kommunikation, meistens vor Ort. Informationen holt man sich am besten bei denen die alles schon mal durch haben.
Vereine wie unserer sind dazu da, gemeinsam mit Betroffenen und ihren Angehörigen Wege zu finden um ein neues Selbstverständnis und eine neue Lebensperspektive zu finden.

Wie gesagt, auch mir gehen die Toten nahe, doch, ich muss auch an die Lebenden denken.

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Vortrag von Gert Müller über die Dobeneck Burganlage

An dem Hauptthema im Februar hat Frank Marquardt den größten Anteil, denn er hatte den Einfall wir könnten einmal den Gert Müller vom Bergknappenverein einladen mit einem Vortrag über Plauens Unterwelt. Weil man nun keinen dreistündigen Vortrag machen können, hat er es auf die Burg Dobeneck begrenzt.
Und da mussten wir lernen, dass das auch ganz interessant sein kann und dass 20 min beim Gerd über eine Stunde geht.
Auf jeden Fall waren alle sehr leise und haben zugehört. Dass auf dem Dobeneck Felsen mal eine Burganlage stand wissen die meisten. Dass das aber schon im 11Jahrhundert gewesen sein muss ist nicht so bekannt. In späteren Jahrhunderten gab es dort auch etwas. Zuerst die St.Wolfgang Kapelle, eine Außenstelle des Plauner Klosters. Im 16. Jahrhundert wurde dort Bergbau betrieben. Er zeigte Bilder die bewiesen wie eng diese Schächte waren. Darunter auch eins, dass man nie wieder sieht weil der Gang mit Beton verfüllt wurde. Später gab es am Fuß des Felsens das Gut Dobeneck. Das stand bis zum letzten Krieg.
Und jetzt haben die Bergknappen das Meiste wieder freigelegt und Mauern gesichert.
Und zusammen mit Archäologen und Kartografen aus Dresden haben sie die Funde gesichert und alles vermessen. Gerd Müller erzählte auch viele Begebenheiten rund um die Schachtarbeiten und Ausgrabungen.
Dass Plauen viele unterirdische Gänge hat wusste ich. Dass sie so verzweigt sind jedoch nicht. Dabei. Es sind auch viele Entwässerungsstollen, einer fast vom Oberen Bahnhof bis zum Bergwerk “Ewiges Leben” in der Ortsmitte darunter.
Ein Gang geht vom Zollkeller unter der Sparkasse in der Neundorfer Straße bis ungefähr zur Druckerei Baumgärtel an der Friedensbrücke, also in Richtung der Burg. Es könnte einen Fluchttunnel gegeben haben. Das müsste schon um das 13. Jahrhundert gewesen sein.
Es würde mich nicht wundern wenn Gert Müller in der Zukunft in einem Atemzug mit dem Heimatforscher Ferdinant Moor (1834 – 1929) und dem Museumskonservator Amandus Haase (1886 – 1946) genannt wird.
Steffen Marquardt

Das Kartoffel-Strom-Projekt

So, nun komm ich auch endlich einmal dazu auch hier etwas über die Erlebnisse vom Dienstag zu schreiben. Wir haben im Verein Vital e.V. ein Projekt, das bezeichnen wir als Kartoffel-Strom-Projekt. Dort beschäftigen sich Grundschüler mit LRS Syndrom und Betroffene von uns mit Kartoffeln. Damit ist das Legen, Ernten, und Kochen und ein Zusatzpunkt, zu dem komm ich aber später, gemeint.
Heut ging es weiter, in der vierten Runde, mit dem Kartoffel-Strom-Projekt „Voneinander lernen – Miteinander lernen“ was durch die „Stadtwerke Strom Plauen“ über „DEINE Energie für DEINEN Verein“ gesponsert wird.
Dabei waren wir in einer sehr schön ausgebauten „Hufeland Schule“.
Wir durften dort die Lehrküche benutzen und mit den Grundschülern der „Astrid Lindgreen Schule“ die Kartoffeln, die im Vorjahr im Mai gelegt wurden und im Herbst geerntet zubereiten
Als Chefkoch hatten wir Ditter Stein vom Haus Vogtland in Syrau eingeladen.
Der Ditter Stein ist sowas wie der regionale Chefkoch. Er hat ein gut besuchtes Lokal auf einem Dorf in der Nähe, dass er inzwischen an seinen Sohn weitergegeben hat, hat ein paar Kochbücher geschrieben und hat auch ein Talent mit Kindern umzugehen.
Es gab einen würzigen Toast, Ungarische Kartoffelsuppe, ein Kartoffelauflauf mit Cabanosi und einen vegetarischen Kartoffelauflauf.
Der Uli Wenzel hat inzwischen mit der zweiten Gruppe einen Kartoffelkuchen gebacken.
Wie man auf den Bildern sehen kann war das eine Arbeit bei der die Schürzen recht angebracht waren.
Das war dann schon ein gewusel zwischen den Schneidebrettern. Ich gesellte mich auch dazu und versuchte mit einem Kartoffelschäler für Rechtshänder als ungeübter Linkshänder eine Kartoffel zu schälen und das mit einer linken Hand ohne Oberflächensensibilität. Gut gehen ist was anderes. Nach der Hälfte gab ich dann auf. Zum Eier schälen war ich dann zu gebrauchen.
Die Hufeland Schule ist barrierefrei ausgebaut, also konnten einige vom Verein Vital e.V. auch ohne weiteres mitmachen.
Auch Mandy Wolf von den „Stadtwerke Strom Plauen“ ließ es sich nicht nehmen dabei zu sein.
Zum Schluss wurde das zusammen zubereitete auch zusammen gegesse

Das nächste Mal ist eine Ausfahrt zu FRIWEIKA, das ist der regionale Kartoffelverarbeiter dran. Dann ist das Projekt nach einem Jahr abgeschlossen. Vieleicht können wir das wiederholen, wenn wir jemanden finden der das fördert. So hangeln wir uns von einem Projekt zum Nächsten.

Das nächste Projekt mit den Stadtwerken Strom Plauen ist auch in Vorbereitung. Wenn wir damit in die engere Auswahl kommen, wie in den letzten zwei Jahren, kann man auch hier wieder dafür Voten.

In die Gänge

Was hat das was ich hier schreibe eigentlich mit Schlaganfall zu tun?
Ich würde sagen vieles.

Der medizinische und therapeutische  Bereich ist im allgemeinem nach einem Schlaganfall gut geregelt. Doch auf der psychosozialen Strecke klaffen Löcher.
Was heißt das?
Es wird Zeit dass man wieder zu leben anfängt. Voraussetzungen dafür ist, dass man ich erlittene Einschränkungen annehme und versuche damit zurechtzukommen.
Das heißt nicht, dass ich mich mit diesem Zustand abfinde. Ich muss akzeptieren, dass ich mich mit dem Zustand sehr lange Zeit leben muss und trotzdem mit Hilfe der Therapeuten an Veränderungen arbeite.
Ich muss mein Leben umstellen wenn ich nicht schon durch die Umstände dazu gezwungen bin.
Ein Mensch bei dem Multiple Sklerose Diagnostiziert wurde muss seinen Lebenslauf auch umstellen, wie ich hier erfahren habe, ich stelle mir das ungleich schwerer vor, denn der nach Schlaganfall hat das Schlimmste schon hinter sich.

Zurück aber zum Thema.
Um wieder anzufangen zu leben muss man selber aktiv werden und unter Menschen gehen. Und da bieten sich vielerorts Selbsthilfegruppen an.
Wo es das nicht gibt, gibt es sicher Hilfe so etwas zu gründen.
Die Stiftung Schlaganfall-Hilfe ist so ein Partner.

Das sicherste Mittel einen therapeutischen Erfolg zu unterstützen ist eine Aufgabe. Und ich weiß wovon ich spreche. Ich sitze im Rollstuhl, hab eine Facialis Parese, auch halbseitige Gesichtslähmung genannt, hab optisch-neurologische Einschränkungen, so dass ich fast nicht mit einem Stift schreiben kann und höre schlecht. Doch da ist nicht wesentlich.
Darauf reduziert sich nicht mein Wesen. Ich bin Vorsitzender eines Vereins mit zwei Vollzeitstellen, Mitglied des Behindertenbeirates des Kreistages, Sitze im Stadtmarketing, halte Vorträge an Berufsschulen und noch mehr.

Ein Hobby ist auch schon was.
Wer will findet Wege, wer nicht will findet Gründe.

länger nachgedacht (Update)

Und  noch ein Update, auch wenn ich einigen mit den Themen auf den Keks gehe, einige wird’s gar nicht interessieren.

Jedenfalls hab ich letztens einige Male gehört: ‘Wir konnten uns in letzter Zeit nicht mit Inklusion beschäftigen, wir haben mit der Flüchtlingsproblematik viel zu tun’. Ich hab das erst gar nicht richtig  kapiert. Doch für das Verständnis einiger Menschen ist Inklusion anscheinend nur was für jemanden mit deutschem Pass?

Und was in diesem Verständnis wichtig zu sein scheint, dass es sich auf Menschen mit Behinderung bezieht.

Aber inklusiv soll die gesamte Gesellschaft entwickelt werden. Und Gesellschaft hält sich nicht in Grenzen.
Gesellschaft ist die Summe aller Wechselbeziehungen der Menschen. Und mit Inklusion haben also auch Dinge wie Kommunikation, Kultur oder eben Bildung zu tun. Von diesen Dingen hat auch wieder jeweils ein kleiner Teil mit sogenannten “Behinderten” zu tun.

Der Schlüssel scheint wiederum das Verständnis von Behinderung zu sein. Man sollte dazu den Abschnitt e) der Behindertenrechtskonvention heranziehen und nicht die Definition nach dem 9. Buch SGB, die ist zu verwirrend.

Dieser bezieht sich auf die Behinderung an der Teilhabe, hier zwar Menschen mit Behinderung, aber doch der gesamte Gesellschaft.

Demnach haben wir die Erkenntnis dass Menschen Einschränkungen haben können, welche sie an der Überwindung von Barrieren scheitern lassen.
Sie werden also B(G)ehindert an der vollen gleichberechtigten Teilhabe.

Auch der gesunde Mensch wird das wenn die Barriere zB. Bürokratie heißt.
Das ist wiederum von dessen Bildung abhängig.

Also ist Behinderung keine Eigenschaft von Menschen, Behinderung eine Eigenschaft von Barrieren.

Da hammers wieder.

Bildungsfernsehen, Neujahr und Feuerwerk

Da hat es ja wieder fein geknallt gestern. Möchte echt einmal wissen wieviel von dem Feuerwerk Hartz IV finanziert war?

Da können diese Leute Sonntag ja wieder zur Demo gehen. Wenn man gestern ZDF geguckt hat müssten ja jetzt wenigstens andere Themen  aufkommen. Man  musste ja jetzt wissen,  die Flüchtlinge sind nicht das Problem, sondern die Auswirkung. Es müsste gegen Rüstungsexporte, Unzeitgemäße Agrarsubventionen und Freihandelsabkommen gehe
Solange noch Redner gegen Flüchtlinge auftreten ist das bisschen Anti-TTIP-Protest für mich Alibi.

Wer hätte denn gedacht, dass unsere Kabarettisten fast die einzigen sind die dahin gehen wo es weh tut. Und unsere Öffentlich-Rechtlichen senden das. Insofern haben sie gestern mehr Bildungsfernsehen gemacht als die Privaten Sender das ganze Jahr über.

Na dann gesundes Neues Jahr.

Übrigens, Oberzweg Otto Waalkes hatte 50jähriges Bühnenjubiläum.

Herzlichen Glückwunsch

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Eine Geschichte

Es war Weihnachten.
Mulder biss noch einmal von seinem Käsebrötchen ab und nahm noch einen Schluck aus der Flasche.
Er dachte über seinen letzten Fall nach.
Und wieder fiel ihm ein Zitat von Benjamin Franklin ein.

„Eine der größten Tragödien im Leben ist der Mord an einer schönen Theorie durch eine Bande von brutalen Fakten.“

Tja, diesmal muss es Selbstmord gewesen sein, dachte er sarkastisch.
Aber war die Leiche überhaupt tot?
Da klingelte das Telefon…