Archiv der Kategorie: Gesundheit

Weltschlaganfall Tag

Weltschlaganfall Tag
eine inklusive Veranstaltung des Vereins Vital e. V Vogtland und der Fachschule für Wirtschaft und Soziales „ Anne Frank“ in Plauen
Gemeinsam mit Auszubildenden des 2. Ausbildungsjahres Heilerziehungspfleger/innen gestalten wir den Weltschlaganfalltag einmal anders.
Motto: Richtig Handeln nach einem Schlaganfall, Symptom und Notfallwissen nach einem Schlaganfall “ Sicherheit für Zu Hause und unterwegs“
Termin 30.10.2015
Beginn: 13.00 Uhr / Ende gegen 18.00 Uhr
Ort: Aula der Fachschule für Wirtschaft und Soziales „Anne Frank“ Plauen
Reißiger Straße 44 bis 46 : Eingang Rähnisstraße
• Vortrag der HEP Schüler / Auszubildende des 2. Ausbildungsjahres
Thema: „ Sicher und mobil-richtig handeln nach Schlaganfall“
Diskussion mit Moderation: Was benötigen Betroffene von Therapeuten und Ärzten? Was können und sollten Betroffene selbst tun?
• Vortrag Fahrschule Marscheider zum Thema: Auto fahren nach Schlaganfall.
• Selbsthilfe/ Stationsbetrieb:
Kreativ Station / Arbeiten mit Naturmaterial
Leseecke / Birgit Klemm stellt ihr Buch und das Buchprojekt des Vereins Vital e. V. vor
Aktivstation / u.a. Dart ; Zielwerfen
• Vortrag / Vorführung und Ausprobieren von Spezialfahrrädern
• Rumba Zumba aktiv vor dem Abendessen mit Frau Steiner
• Gemeinsames Abendessen / Ausklang

Zur besseren Planung bitten wir um eine kurze Rückmeldung zur Teilnahme so bald als möglich unter 03741 / 71 90 96 oder über info@vital-vogtland.de

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Die Selbsthilfegruppe Plauen lädt ein

Dresden

Ich war schon Öfter im Hygienemuseum doch die Ausstellung habe  ich das letzte Mal 1976 gesehen, Seitdem hat sich vieles verändert. Nun, ist auch vierzig  Jahre her.
Die Selbsthilfegruppe Plauen hat alle Selbsthilfegruppen die vom Verein Vital e.V.  betreut werden, eingeladen zu ihrem 10 Jährigen Jubiläum in’s Hygienemuseum nach Dresden zu fahren.

Dass das Hygienemuseum 1913 eingeweiht wurde um den Hygienegedanken in der Bevölkerung zu vertiefen ist ja bekannt. Doch der Rest hat sich gewaltig verändert seit dem.
Die Führung im Hygienemuseum war mehr eine Art Kurzportrait der Dauerausstellung. Wenn man alles genau ansehen will braucht man schon einen ganzen Tag, und das wird nicht reichen.
Erst  gab es einige geschichtliche Details. So erfuhren wir, dass die erste Ausstellung nach dem Krieg über Geschlechtskrankheiten gab, auch dann erfolgten die Ausstellungen entsprechend den Anforderungen der jeweiligen Zeit.
Das nächste Thema war der gläserne Mensch. Den gab es 1976 schon, jetzt geht man aber schon dazu über Computeranimationen des Systems Mensch in Bewegung zu zeigen. Die zweite Abteilung betraf Leben und Sterben.
Von der ersten Zelle bis zum Tod des Menschen vieles auch übergroß dargestellt.
Über dem nächsten Bereich, Essen und Trinken prangte eine Goldbroiler Werbung. Ernährung als Körperfunktion und Kulturleistung oder eben Kulturfehlleistung, was von Werten in der Gesellschaft und anderen Dingen abhängt.
Die nächste Abteilung Sexualität, Liebe, Sex und Lebensstile im Zeitalter der Reproduktionsmedizin, also sehr Zeitbezogen.
Der Bereich Erinnern, Denken, Lernen befasste sich mit dem was im Kopf vor sich geht. Der Kosmos im Kopf: Das Gehirn. Es gab auch kleine Versuchsanordnungen die zeigten wie leicht das Gehirn zu täuschen ist.
Nächster Bereich war der Bewegung vorbehalten. Die Kunst der Koordination.
Der letzte Bereich war Schönheit, Haut und Haar. Die Offene Grenze zwischen Mensch und Umwelt.
Das interessante ist, dass man einen Bereich nicht vollständig von den anderen trennen kann.
Nach dem Museum gab es noch eine kleine Stadtrundfahrt, an der Altstadt so nah wie möglich vorbei, an der Elbe vorbei mit ihren Schlössern auf der Gegenseite und dann über die neue Elbschlösschenbrücke.

Danach ging es dann nach Moritzburg.

Auf dem Weg dahin waren wir dann in der „Mistschänke“ gut und reichlich essen. Dann  Schloss Moritzburg  haben wir uns nur von außen angesehen. Doch der August hat schon gewusst wo er sich was hin bauen ließ, er war schließlich Geenich von Sagsn und später  auch von Bohlen. (Das muss dem mal jemand  sagen.)

Wenn wir beim bemängeln mangelnder Barrierefreiheit  sind, sind uns auch Autobahnraststätten mit fehlenden“  Bürgersteigabsenkungen  und Speisekarten mit zu verschnörkelter Schrift aufgefallen. Sonst sind wir aber zurecht gekommen.

 

 

Der Schlaganfall-Hilfe Bus auf dem Klostermarkt in Plauen

Wir hatten heute das Glück mit Mitgliedern der Ärztegenossenschaft Vogtland am Plauner Klostemarkt zu stehen. Gemeinsam mit der Ärztegenossenschaft und der AOK, die auch informierte, hatten wir den roten Doppelstockbus der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH + Co. KG mit dem die Stiftung Schlaganfall-Hilfe quer durch Deutschland tourte, unter dem Motto Herzenssache Schlaganfall über Schlaganfallrisiken wie hohen Blutdruck und Vorhofflimmern aufklärte, sowie unter Beteiligung der Ärzte umfassende individuelle Beratung Messungen von Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker vollführte.

Die Ärztegenossenschaft war im und am Bus tätig und wir informierten über die Möglichkeiten der psychosozialen Rehabilitation, also über das Selbsthilfesystem, den Verein Vital e.V. und dessen Aktivitäten.
Mitglieder aus Plauen,  Syrau und Reichenbach waren dabei und so war es am Nachmittag wie eine kleine Selbsthilfegruppenveranstaltung bei uns an Stand.
Der Kultur und Sozialbürgermeister Uwe Teschner begrüßte im Namen der Stadt Plauen und informierte über deren Aktivitäten, auch gegenüber der Presse, für die eine kleine Pressekonferenz gegeben wurde.
Das Ganze dauerte nur vier Stunden, eigentlich viel zu wenig Zeit um umfassend zu informieren, Schlaganfallprävention zu betreiben, aber auch Wege vorzustellen wie es nach einem Schlaganfall weiter gehen kann.
Denn es geht auch darum nach einem Schlaganfall die Nachsorgekette nicht abreißen zu lassen und auch die Angehörigen nicht alleine zu lassen.
Der Bus fuhr weiter nach Chemnitz und wir bleiben im Vogtland und machen weiter.

Senkrecht oder Waagerecht

Zu Anfang aus der Assoziation ein Witz: Wie wurde der Kreuzworträtselkönig begraben?

Zwei Senkrecht, drei Waagerecht.

Was ich aber eigentlich sagen wollte ist das die menschliche Physiologie schon wunderlich ist.
Während ich sitzen kann, kurzzeitig mit festhalten (sonst falle ich um) auch stehen, liege ich da wie ein Plattfisch und komme nur mit Mühe in eine Krabbelposition hoch, aus der ich dann allerdings nicht vorwärts komme.
Das ist zwar fast das erste was ein Baby beherrsch aber bei mir ist wie fast immer alles anders. Ich konnte das auch einmal, doch dann brach mit der Stammhirnblutung vor nunmehr elf Jahren meine gesamte Körperspannung zusammen.
Danach noch zwei Wochen künstlicher Tiefschlaf. Bei dem ganzen vermute ich passierte folgendes.

Das Muskelsystem degeneriert in zwei Wochen fast völlig.
Man braucht im Normalzustand aber Jahre um das wieder aufzubauen.
Wenn dann noch Neurologische Probleme dazukommen wie Lähmungen dazukommen dauert es noch viel länger. Bei mir kam das in gedrängter Form und dazu kommt noch dass ich durch eine verschleppte Infektion die Hüftköpfe verlor.
Das Gehirn kann sich durch die neuronale Plastikzitat zwar in Großen Grenzen selbst reorganisieren, Hüftköpfe wachsen jedoch nicht nach. Doch das nur nebenher.

Wir waren bei den neurologischen Problemen.
Ich habe eine Tetraparese, das heißt ich überall teilweise irgendwie gelähmt. Auf der gesamten rechten Seite fast völlig sensibel, wie man es sich landläufig vorstellt, ansonsten reagiert die Muskulatur nicht so wie sie sollte. Vorzugsweise in einer Art Muskelschwache. Eine Parese ist eine nicht vollständige Lähmung, sonst würde das Paralyse heißen.
Was das verstehen noch verwirrter macht ist, dass die Lähmungen am Kopf genau auf der anderen Seite verlaufen wie am Körper oder wie in meinem Falle bunt durcheinander.
Die Muskellähmung verläuft fast völlig auf der rechten Seite und die sensible Lähmung vorzugsweise auf der linken.Wasaber den Muskelwiederaufbau entschieden beeinflusst ist der Tagesaufbau in eine senkrechte und eine Waagerechter Phase.
Das Entscheidende ist die waagerechte Position.
Während der Körper in dieser Position ist, ist er zu meisten Teilen mit schlafen beschäftigt, ist also total entspannt. So kann man beim besten Willen keine Muskulatur aufbauen. Am Tag ist man in einer annähernd aufrechten Position und bei allem was man macht muss man den Körper anspannen um nicht umzufallen. Das ist fast unbewusste Dauertherapie.
Und die Therapie durch einen Therapeuten obendrein.
Mittlerweile benötige ich die um meinen Zustand zu halten. Da geht nicht mehr viel vorwärts.
Also versuchen wir aus dem was vorhanden ist was zu machen.

Wo ist mein Quark?

Wer kennt das nicht, du machst den Kühlschrank auf und suchst den Quark.
Du findest ihn aber nicht. Das Ganze findet zwei mal hinter einander statt, dann ist es heraus.
Wer hat meinen Quark gegessen?
Dann schaut der Andere in den Kühlschrank und findet ihn auf Anhieb.
Dann kommt natürlich die Frage: Bist du blind?
Dabei hat dem anderen sein Gehirn nur einen Streich gespielt.
Du hast deinen Quark immer am roten Deckel erkannt. Nur weil der Deckel jetzt blau ist hat das Gehirn ihn ausgeblendet.
Du hast ihn nicht wahrgenommen. Die Diskrepanz zwischen  Sehen und Wahrnehmung.
So etwas kann auch bei einer Nervschädigung passieren. Ein Nerv fällt aus oder funktioniert nicht mehr. Dann wird der dazugehörige Gehirnsektor nicht mehr angesteuert. Es gibt aber noch die andere Version, dass der Gehirnsektor beschädigt wird oder ganz ausfällt. Nach einem Schlaganfall zB.
Das kann dann soweit gehen, dass das Gesichtsfeld ausfälle, einen Neglect gibt. Also der Betroffene auf einer Seite gar nichts mehr wahr nimmt, obwohl die Augen in Ordnung sind.
Da sieht man, dass das Thema ziemlich komplex ist.
Noch umfangreicher wird es wenn wir das Thema Sprache anschneiden,  da die Sprache ja entgegen der landläufigen Meinung nicht nur im Sprachsektor entsteht, sondern Ergebnis von Gedankenprozessen ist, die fast das Gehirn betreffen.
Bei den Sinnen (Tastsinn, Hören, Sehen, Riechen, Schmecken) ist es im Allgemeinen so wie beim Sehen. Beim Tastsinn läuft es auf Lähmungen hinaus und da kann ich aus eigener Erfahrung aus sagen, wird es sehr Komplex.

Durchblutung bis Schlaganfall

An was denkt man wenn man die Worte Schlaganfall, Herzinfarkt und Lungenembolie hört?

An Durchblutungsstörungen.
Alle haben die gleichen Ursachen. Eine Ader ist verschlossen oder geplatzt, demzufolge kann kein Sauerstoff in die nachfolgenden Blutgefäße kommen und demzufolge werden sie geschädigt oder sterben ab, wenn nicht schnellstens behandelt wird, wenn es überhaupt noch möglich ist.

Es bildet sich im Vorfeld ein Thrombus oder ein Stückchen Kalk löst sich und je nachdem wo es sich ablöst oder verklumpt und wo sich das Teil dann festhängt da passiert es dann.

Ich hab letztens erst bei einem Vortrag gesehen wie  Stents und Bypässe aussehen und wo die Eingebaut werden. Hab mal sowas in der Hand gehabt.

Doch eigentlich geht es mir jetzt nur darum :

Leute die nach  Unfällen mit den Auswirkungen von Hirnschädigungen zu kämpfen haben verstehen oft nicht dass sie mit den gleichen Problemen kämpfen wie Schlaganfallpatienten.

Bei dem einen ist das Gehirn mechanisch geschädigt, beim anderen durch einen Schlaganfall. In jedem Fall ist ein Teil des  Gehirns geschädigt. Und je nachdem welcher Teil wie stark geschädigt ist sind die Auswirkungen und Therapiemöglichkeiten andere.
Da spielt es keine Rolle welches die Ursachen sind.

Die Risikofaktoren ist dann wieder eine noch andere Sache.

Doch die hat man stark gesenkt wenn man den Blutkreislauf intakt hält. Also auch die gewollten Ungleichmäßigkeiten zwischen dünnflüssigkeit des Blutes und Blutgerinnung.Das bedeutet manchmal nur seine Medikamente regelmäßig nehmen und den Blutdruck kontrollieren.
Und wenn der Blutdruck ideal ist kann man nicht weniger Medikamente nehmen. Das bedeutet, daß die Dosis stimmt.

Den Blutdruck unter Kontrolle zu halten gehört in jedem Fall dazu.

Irgendwie ist es eigenartig. Wenn einer einen Herzinfarkthatte bekommt er einen Stent wird zur Reha geschickt und dann wieder auf Arbeit. Nach einem Schlaganfall dagegen brauch es in den meisten Fallen jahrelange Therapie .

Die ist nun wirklich. von dem  abhängig was kaputt ist. Denn wenn im  Gehirn was kaputt ist kann sich das wieder erholen. Denn das Gehirn ist das einzige Organ, dass Sich in grenzen wiederherstellen kann. Man nennt das Neuronale Plastizität. Jedoch dauert das sehr lang. Doch je früher man anfängt zu Therapieren um so besser

Nun werden viele sagen, das ist doch nix neues. Doch für den der noch nichts davon gehört hat, dort wo ein Angehöriger einen frischen Schlaganfall hatte, können diese Grundlagen erhellend und beruhigend sein.

Für diese Menschen gibt esauch viele Selbsthilfegruppen in Deutschland. Und ich als Betroffener gehe heue auch zu einer.
www.plauen.vital-vogtland.de/

„Der Teufel hat seine Großmutter erschlagen weil der keine Ausrede mehr eingefallen ist“

Auch dieses Jahr mache ich weiter und versuche in relativ einfachen Worten die Dinge zwischen Barrierefreiheit, Hirnschädigung und Gott und der Welt zu beschreiben.
Nur erstens weiß ich auch nicht alles, doch ich lerne dazu.
Doch dann vergesse ich auch viel.
Vor kurzem hab ich gelesen, dass vergessen wichtig für die geistige Gesundheit ist.
Das wiederum muss ich mir merken.