Archiv der Kategorie: Krankheitsbewältigung

Die Lebenden … zum Tod von Roger Cicero

Viele haben gestern die Nachricht vom Tod von Roger Cicero durch einen Schlaganfall geteilt.
Auch mich berühren solche Nachrichten.
Doch ich muss auch an die weit über Zweihunderttausend anderen Schlaganfallopfer jedes Jahr allein in Deutschland denken deren Leben weitergeht.
Ich kenne viele, mich eingeschlossen, die vor dem fünfzigsten Lebensjahr einen Schlaganfall oder eine andere Hirnschädigung hatten. Meist werden ganze Familien aus ihrem gewohnten Leben gerissen.
Beziehungsprobleme und finanzielle Probleme lassen da, angesichts von Lähmungen und anderen Einschränkungen nicht lange auf sich warten.
Ganze Familien bräuchten dann Therapie. Auch auf psychosozialen Ebenen.
Häufig reicht es wenn jemand zum Reden da ist. Selbsthilfegruppen sind Knotenpunkte für Kommunikation, meistens vor Ort. Informationen holt man sich am besten bei denen die alles schon mal durch haben.
Vereine wie unserer sind dazu da, gemeinsam mit Betroffenen und ihren Angehörigen Wege zu finden um ein neues Selbstverständnis und eine neue Lebensperspektive zu finden.

Wie gesagt, auch mir gehen die Toten nahe, doch, ich muss auch an die Lebenden denken.

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Da wäre noch was:

Irgendwann hatte ich Geburtstag, und erst jetzt  fiel mir ein, daß ich mir überhaupt noch nichts zum Ehrentag geschenkt hatte. ‘
Und ist neben ein paar neuen dummen Sprüchen, (die alten werden selbstverständlich beibehalten) ein neues Portal : www.margy-plauen.de herausgesprungen.

www.margy-plauen.de/
http://www.margy-plauen.de/

Stichwort: dummer Spruch und Frühling. Die Zeit der Wolpertinger und Schleimmonster ist vorüber und Die Zeit der Springmiepsen und Muchteln beginnt.
Ein paar Ühù’s sind bestimmt auch drunter.

Hirngeschädigt und vergessen?

Da hab ich grade wieder in so einer Diskusion gelesen. Aus der Abteilung; Wenn du gesund bist hast du Freunde und Arbeitskollegen und wenn du krank bist kümmert sich kein Mensch um dich.

Es stimmt, diese Fälle gibt es, doch wie ich weiter gelesen hab ist es nicht die Regel. Noch anders ist es wenn man die Situation ein bisschen hinterfragt.
Dass Freunde und Arbeitskollegen jetzt andere Interessen haben, davon geht man aus.
Eine zweite Sache liegt in der Krankheit selbst begründet. Man wird allgemein nicht als Hirngeschädigter geboren, in den meisten Fällen jedenfalls nicht.
Schaganfallkinder Sachsen auf Facebook
Die Krankheit ist sehr vielschichtig, deshalb ist die Unwissenheit natürlich hoch, außerdem geht meistenteils eine starke Wesensveränderung einher.
Das schraubt die Hemmschwelle natürlich hoch. Viele wissen nicht wie sie damit umgehen sollen.
Und Desinteresse gibt es natürlich auch noch.
Dann ist das Wesen des Menschen daran schuld. Der Mensch ist zwar von Natur aus uneigennützig, jedoch ist den meisten ein gewisser Egoismus anerzogen. Deshalb stimmt das Sprichwort “ aus den Augen, aus dem Sinn „.
Dann spielt es bestimmt noch eine Rolle wie intensiv der eine und andere Kontakt ausgebaut und gepflegt wird und wurde. Nicht zu reden davon, dass man anderen Menschen auch Zeit und Gelegenheit geben muss um seine Haltung dazu zu finden und zu überdenken. Denn jeder steht vor der Krankheit und weiß fast nicht. egal ob     Betroffener, Angehöriger, Kollege oder Freund. Da steht man wie der Ochs vorn neuen Tor.
Selbst einige Hausärzte scheinen Probleme damit zu haben bei all der Vielfältigkeit von Schlaganfällen und deren Auswirkungen die richtige Diagnose zu stellen.

Am besten gleich die 112 wählen, bei:

Die Zeichen eines Schlaganfalles können plötzlich, und je nach Schweregrad können auch gleichzeitig, mehrere Symptome auftreten,

Aktivtag im Schullandheim Limbach

Einen Aktivtag des Verein VITAL e.V.der besonderen Art erlebten wir am Samstag.
Zu diesem Zweck trafen wir uns um10:30 Uhr um nach Limbach bei Reichenbach zu fahren, um in dem dortigen Landschulheim aktiv zu werden.
Wir bildeten Fahrgemeinschaften, beziehungsweise arbeiteten mit der Elterninitiative für Behinderte und ihre Familien zusammen, von der wir uns einen Kleinbus samt Fahrer holten.
Dort war alles, also zumindest das Hauptgebäude und die Turnhalle barrierefrei ausgestattet und mit Behindertentoilette versehen.
Es liegt im Wald und in den Sommermonaten ist hier bestimmt ziemlich viel los.
Dort in dem Speisesaal versammelten sich alle. Es waren ziemlich viele neue Gesichter dabei, dafür fehlten einige andere, so dass es trotzdem über 40 Menschen waren.
Der  Vorsitzende begrüßte kurz und als erstes gab es einen Vortrag unseres Vereinsmitglieds Frank Marquardt. Zusammen mit seiner Ergotherapeutin Theresa Dietzel vom Rehabilitations- und Therapiezentrum ADMEDIA Plauen über Motivation an seinem Beispiel.
Das Krankheitsbild nach einer Hirnschädigung ist eben nie mit einem stetigen Aufwärtstrend in dem Bewältigungsprozess der Therapie-Erfolgen verbunden, sondern weist Höhen und Tiefen auf und damit muss man umgehen lernen und sich immer aufs neue motivieren und motivieren lassen.

Danach gab es Stationsbetrieb. Zum einen hieß es „kreativ“, mit dem Gestalten von Gelkerzen und Geschenkkarten aus den verschiedensten Materialien. Auch Gewürze waren mit im Spiel.
Zwischendrin war Mittagessen, das uns von den Mitarbeitern des Landschulheims gekocht wurde.
Als zweite Station: „aktiv“, nutzten wir die vorhandene Biathlon Anlage. Die fünf Kilometer Laufstrecke ließen wir in Hinblick auf die Laufeinschränkungen der meisten Mitmachenden weg, also blieb noch das Schießen mit der Laserzielanlage. Bei dem alle ziemlich viel Spaß hatten.
Bei der dritten Station waren die Musiker Peter und der Ralf gefordert um mit den Mitmachenden zu musizieren und singen und anders herum. Dazu hatten sie außer ihrem Instrumentarium noch allerlei Klangzeugs mitgebracht. Dabei war es für viele Notwendig auch eigene Grenzen zu verschieben.
Das Ganze war recht kurzweilig und die Zeit verging wie im Flug und so fanden wir uns schon am Ausgangspunkt der Veranstaltung im Speisesaal wieder, wo wir bei Kaffee und selbstgebackenem Kuchen über die Ergebnisse sprachen und mit einem Abschlusskanon, angeleitet von „Peter und dem Ralf“ unsere Veranstaltung beendeten.
Wir danken auch den ehrenamtliche Helfern Anett Pfretzschner, Heinrich Schiller und der Mannschaft des AWO Schullandheims in Limbach sowie Musiker Peter Schimmel von der Adolf Kolping Schule.

Abriss von dieser Woche

Wer denkt ich habe vorgestern bei den Therapeutenschülern nichts mitgenommen der irrt sich. Die Haupterkenntnis war, dass man nie den Faktor Zeit außer acht lassen sollte.

Für mich ist das Alltag.
Ich muss mich selbst daran erinnern, dass ich und die meisten der anderen Betroffenen für alles mehr Zeit gebrauchen.

Interessant fand ich auch einige Fragen, z.B. nach ganz alltäglichen Dingen über die ich erst nachdenken musste.
Es gab auch Fragen auf die ich ganz einfach keine Antwort wusste, weil ich darüber noch nie nachgedacht hatte.
Z.B: danach was mir wohl am schwersten gefallen ist seit dem ich umgefallen bin.
Vor allem weil mehr im Vordergrund stand was geht, als dass was nicht geht.

Was den Stammtisch betrifft der gestern statt fand uns alle zwei Wochen im Panoramacafe des Möbelhauses Biller ist,  waren gestern etwas weniger Leute, weil ja in dieser Woche viel los ist. Doch es ging schon um den 3. Aktivtag in diesem Jahr im Landschulheim Limbach am 22.11., das Benefizkonzert in der Ranch am 15.11. und den Info-Tag Schlaganfall am kommenden Samstag.
Neue Leute waren auch dabei.
Privatere Unterhaltungen kamen auch nicht zu kurz. Aber ein Katzenstammtisch wurde es diesmal nicht

Mensch mit Behinderungen ?

Die Sicht auf Behinderung nach der Behindertenrechtskonvention[i]

  • Behinderung ist danach eine Wechselwirkung und keine Eigenschaft Behinderter Menschen,
  • Sie ist keine Konstante, sondern vom Verständnis der Gesellschaft abhängig,
  • Maßgebend sind nicht die Beeinträchtigung der Funktionsfähigkeit, sondern die Barrieren,
  • Barrieren sind nicht nur physische Hindernisse, sondern auch Vorurteile und
  • Behinderung ist die Einschränkung der vollen, wirksamen und Gleichberechtigten Teilhabe!

Also ist es schon ein bisschen falsch mich als Mensch mit Behinderungen zu bezeichnen.
Mensch mitbesonderen Bedürfnissen wäre da besser,
denn:

  • Ich benutz ein Gehbänkchen um zu „laufen“
  • Einen Rollstuhl um mich vorwärts zu bewegen
  • Einen Computer oder ein Handy um zu schreiben

Obwohl ich gelernt habe:

  • Halbwegs verständlich zu reden (mit Logopatie)
  • Aufrecht zu sitzen (mit Physiotherapie)
  • Trotz eines gelahmten Armes mit Messer und Gabel zu essen (mit Ergotherapie)

[i] Gesetz zu dem Übereinkommen der Vereinten Nationen vom 13. Dezember 2006 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen sowie zu dem Fakultativprotokoll vom 13. Dezember 2006zum Übereinkommen der Vere inten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

Vom 21. Dezember 2008

 

arbeiten mit den Fakten

Ich hab nochmal das Ding mit der Krankheitsverarbeitung neu abkopiert weil diese Version  (3.9.2014) vollständiger ist.
Es ist eigentlich ein alter Hut.

Einige werden fragen warum ich das gemacht hab.
Ich arbeite damit.

Ich hab ziemlich Probleme damit einen Fakt im Zusammenhang darzustellen. Und manchmal spielt auch das Kurzzeitgedächtnis verrückt, dann hab ich Wortfindungsstörungen.
So wie das mit der Krankheitsverarbeitung  dargestellt ist stimmt es. Ich erkenne mich wieder.

Jetzt kann ich darauf verweisen.
Und zwar so hier
Das braucht man wirklich oft . Vor allem wenn Angehörige nachvollziehen wollen was  den Betroffenen zu bestimmten Handlungen antreibt. Und sie selbst auch. Denn sie selbst machen diesen ganzen Prozess mit durch.