Archiv der Kategorie: Rollstuhl

„Besichtigung“ des Haltepunkten Mitte

Vorige Woche hab ich mindestens zwei interessante Begegnungen gehabt.

Am Montag war AG Behindertenhilfe der Stadt Plauen am Haltepunkt “Mitte”

leider nicht auf dem Bahnsteig, weil der Fahrstuhl nicht geht. (hat den etwa der TÜV nicht abgenommen), irgendeine Toilette ist auch nicht vorgesehen.
Die untere Linie hatte früher drei Haltestellen, zwei Bahnhöfe und einen Haltepunkt. Jetzt läuft Bahn, Straßenbahn und Bus zusammen und der Elster Radweg mündet dort auch. Die untere Linie ist ein direkter Weg nach Gera oder Erfurt und von dort eigentlich ins gesamte Bundesgebiet. Doch sehr wenige Menschen fahren.

Es gibt das LEADER Konzept, diesen “Flächen-Nutzungslan” für den Ländlichen Raum. Da hält sich Plauen ja raus. Den hab ich mal zu Gesicht bekommen. Da steht auf Seite 32, dass Sachsen führend in Barrierefreiem Tourismus gemacht werden soll.

Wenn wir solche Ressourcen vergeben wird das nichts.
Denk ich.

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Spitzenfest & Barrierefreiheit

In diesem Jahr hatte die Mannschaft des Spitzenfestkomitees wieder eine Menge Highlights auf die Bühne gebracht.
Schade, dass es wieder für einen reservierten Bereich vor der Bühne für Rollstuhlfahrer nicht gereicht hat.
Ich zählte mindestens zwölf elektrische Rollstühle deren Fahrer nur während der Umbaupausen oder mit etwas Glück einen Blick auf das Bühnenprogramm auf der großen Bühne werfen konnten.
Für sie blieb das Programm im Lichthof, das auch Spitze war.
Vielleicht müssen wir mal eine Selbsterfahrungsübung durchführen. Mitglieder des Spitzenfestvereins genießen eine Abendveranstaltung im Rollstuhl.

Übrigens zwölf Rollstühle: Im Sinne der Barrierefreiheit wäre es angebracht die optische und akustische Nutzbarkeit des Angebots für JEDEN, ob mit Einschränkung oder ohne und ungeachtet der Zahl derer mit Einschränkungen haben zu gewährleisten.
Das soweit es die Behindertenrechtskonvention betrifft.
Und falls der Wunsch nach Gesetzesvorlagen da ist:

Bundesgesetzblatt Jahrgang 2008 Teil II Nr. 35, ausgegeben zu Bonn am 31. Dezember 2008

Oder: Gesetz zur Verbesserung des selbstbestimmten Handelns von Menschen mit Behinderungen im Freistaat Sachsen vom 28. Mai 2004.

Studentinnen der MedFachschule Bad Elster und Mitglieder des Vereins VITAL e.V. testen in Plauen Barrierefreiheit.

Es geht was in Sachen Freundlichkeit und inklusiver Entwicklung!!

In dem gemeinsam vorbereiteten Test zeigte sich mehr was geht als was nicht geht.
Vorab können wir sagen, dass alle Menschen denen wir begegneten freundlich und rücksichtsvoll mit Menschen mit Behinderung (sofern diese sichtbar ist) umgehen bzw. ihnen begegnen.
Auch die Helfer als Mittler zwischen den „Welten“ Behinderung und nicht Behinderung verspürten und erlebten diese Freundlichkeit.
Das macht Mut um weitere Anstrengungen in Sachen inklusive Barrierefreiheit zu unternehmen.
Denn wir wissen jetzt, dass wir nie allein sind und die Steine die im Wege liegen gemeinsam mit allen freundlichen Menschen beiseite geschafft werden können.

Wir trafen uns am Bahnhof, dort teilten wir uns in drei Gruppen auf. Ich selbst befand mich bei der Gruppe die sich der Straßenbahn anvertraute. Am Fahrkartenautomat der Plauner Straßenbahn war auch sehr gut für den Stadtfremden Reisenden das Fahrscheinsystem erläutert.
Die meisten der Schüler kamen ja auch aus anderen Gegenden, also konnten wir ziemlich gut nachkommen wie es für einen Fremden ist.
Die zweite Straßenbahn war auch gleich eine Niederflurbahn, mit der wir fahren konnten. Für einen  aus einer Bayrischen Großstadt war es ERST die Zweite, für uns ist es ein Fortschritt die sechs Niederflurbahnen zu haben.
Durch die Stadtgalerie stellten wir dann fest dass die meisten Verkaufstresen zu hoch für jemand im Rollstuhl sind.
Im Plauner Spitzenmuseum wurden wir sehr freundlich empfangen. Herr Fritzlar  zeigte uns die Räumlichkeiten und erklärte uns die Möglichkeiten barrierefreier Gestaltung in einem Haus dessen Ursprünge bis ins dreizehnte Jahrhundert zurück gehen. Es wird ein ständiger Kampf zwischen Anforderungen und Denkmalschutz sein. Fast der gesamte Bereich der  Ausstellungen ist über einen Nebeneingang zu erreichen. Einen ganz besonderen Dank für diese Einblicke.
Gegenüber im Kaffeehaus Müller stand uns selbstverständlich die Behindertentoilette offen. Das selbe versuchten wir dann im Theatecafe doch da kamen wir vor der Toilette an Treppen.
Überrascht war ich dann im Domero Hotel. Frau Glöckle führte uns herum und zeigte uns sogar ein Zimmer, dass zwar schön ebenerdig war, an wirkliche Barrierefreiheit war jedoch nicht zu denken. Man spürte, dass sie gern mehr zeigen wollte. Doch ein Trost:
Wirkliche Barrierefreiheit schert sich nicht um DIN Normen Es ist auch die Einstellung zu den Dingen.
Ich will diesen Bericht nicht in die Länge ziehen, am Klostermarkt trafen wir uns am Nachmittag zu einer kleinen Auswertung. Den gesamten Bericht gibt es in einigen Tagen auf unserer Internetseite.

Ganz besonderer Dank gilt den Ortskundigen “Mitläufern” vom Verein VITAL e.V., die trotz ihrer Einschränkungen einen für sie weiten Weg zurücklegten.

Nur so viel noch: Mit Hilfe kann jeder Mensch mit Behinderung sich frei in der Stadt Plauen bewegen. Alleine geht es noch nicht so komplett. Aber wie wir bereits feststellten, sind helfende Hände mit Menschen dran fast überall zu finden.

Eine Ausfahrt nach Pilsen

Das war nach langer Zeit wieder was neues.
Früh um vier aufstehen und mit dem Rollstuhl zum Bahnhof zu fahren.
Mit der Selbsthilfegruppe Junge Behinderte des VdK geht es ins Tschechische Pilsen.
Knapp eine halbe Stunde gefahren und man ist übers Bergel und über die Grenze.
Das einzige woran man merkt, dass man im Ausland ist, ist dem ersten Anschein nach, dass hier die Straßenschilder andere sind, die Ortsnamen andere und es mit den Straßenbegrenzungen nicht so eng gesehen wird.
Einige spektakuläre Dinge haben wir ja gesehen und erlebt.
Wir sind mit dem größten Fahrstuhl der Tschechischen Republik gefahren in dem wahlweise 72 Personen oder 31 Braumeister und ein dürrer Asiate Platz haben, wie unsere Führerin erzählte.
Dann waren wir in Tschechiens größter Kneipe mit 600 Sitzplätzen, abgesehen von der Brauerei  mit 1000000 hl Ausstoß an Bier.
Also Führung durch die Brauerei, Sudhaus, Maische und ein Bierkeller in dem man sich verlaufen kann.
Dazu noch jede Menge Informationen, Daten und Geschichten rund ums Pilsner Urquell.
Danach waren wir in der schon erwähnten Kneipe essen.
Da bin ich schon extra nach Pilsen wegen dem Bier gefahren, da hätte man mir auch sagen kònnen, dass man das auch zu hause im Kaufland gibt.

Zurück sind wir quer durch die Pampa nach Marienbad gefahren. Dort sind wir noch zwei Stunden durch die Gegend Geschlendert. Hochherrschaftliche Villen aus der Gründerzeit und Hotels.
Die dort arbeiten wohnen woanders.
Dann Kaffee Trinken mit Kaffee über der Hose, einen Parkrundgang und dann nach Hause. Unterwegs waren wir mit dem Busunternehmen „Joram“ aus Mülsen.

Ganz zum Schluss kam dann noch die Sonne raus. Das war in allem ein anstrengender Tag der trotzdem lehrreich und interessant war

Vorträge und Projektbeginn für Zusammenarbeit mit MedFachschule Bad Elster

Letztens waren wir zu zwei Vorträgen an der MedFachschule in Bad Elster gewesen. Das Treffen hatten wir zusammen vor einigen Monaten schon vorbereitet. Es ging um die Themen Barrierefreiheit, Behinderung, Teilhabe und ihre gesellschaftlichen Wechselbeziehungen, dann Krankheitsverarbeitung, das Thema Schlaganfall und speziell meine Erfahrungen mit dem Thema war gefragt.
Ganz  spezielle Fragen aus derzeitigem Unterrichtsstoff wie zu Meinungen zur Lagerung in der Früh-Reha kamen auch.
Nach einem leckeren Mittagessen machten wir noch Schlachtpläne für eine weitere Zusammenarbeit, die ein weiteres Treffen in einem Monat vorsieht und eine größere Aktion zusammen mit dem ganzen Verein Vital e.V. wirft auch ihre Schatten voraus.
Das Thema Kunsttherapie ist auch im Gespräch gewesen und geht ja mit kommenden Projekten des Vereins große Berührungspunkte ein. In dieser Hinsicht erhoffe ich mir auch eine Zusammenarbeit.
Auch erhoffen wir ein Mitwirken bei dem Schlaganfalltag in der Brunnenberg Klinik am 9.5.2015.

 

Barrierefreier Tourismus, oder der Trip nach Dresden

Gestern war ich bei einer Tagung „Barrierefreier Tourismus in Sachsen“ der TMGS in Dresden gewesen und jetzt habe ich endgültig begriffen dass Barrierefreiheit nicht nur auf Menschen mit Behinderung bezogen ist sondern auf alle.
Denn was für einen mit Behinderung gut ist, kann für einen ohne Behinderung nicht schlecht sein.
Es geht auch nicht darum ein bisschen Wandern zu gehen, sondern darum die Kette vom Ankommen bis zum Abreisen nicht abreißen zu lassen.
Unter den Dingen die mich besonders beeindruckt haben der Auftritt des Sportlers und Buchautors Florian Sitzmann und seine Abenteuer am Fahrkartenschalter der deutschen Bahn, obwohl er schon die ganze Welt bereist hat und auch von unter dem Blätterdach des Amazonas erzählte.
Wir hörten von einem Reiseveranstalter aus Wiesbaden dessen Kundschaft zu 5% über neunzig Jahre ist. Das und weiteres was von den zahlreichen Rednern kam wird berufenen und bezahlten Ohren leider entgehen, denn vom Tourismusverband  Vogtland war niemand da. Das Gehörte hat dann wenigstens unseren Horizont erweitert.
Dafür haben wir alte Bekannte vom Landschulheim Limbach getroffen oder die Behindertenbeauftragte des Erzgebirgskreises.
Barrierefreiheit ist eben nicht alles, aber ohne Barrierefreiheit ist alles nichts.

Diesmal mit dem Behindertenbeirat im Museum

Es ist immer das gleiche. Mal passiert gar nichts und jetzt sind wir wieder in einer Zeit drin, da kommt man gar nicht mehr mit dem schreiben hinterher.
Ganz besonders nicht wenn man wie ich im Adlersuchsystem schreibt, also so lang mit dem Finger über der Tastatur kreisen bis man den Buchstaben findet, den man sucht und dann herabstoßen.

Am Dienstag ging das los, da waren wir mit dem Behindertenbeirat im Plauener Vogtlandmuseum.
Der Einfachheit veröffentliche ich mal einen Bericht den ich für ein anderes Medium geschrieben, habe:

Der Behindertenbeirat des Kreistages des Vogtlandkreises hatte die Sitzung im April 2015 ins Vogtlandmuseum verlegt.
Sie fand im Festsaal des rund 320 Jährigen Gebäudes statt. Die Direktorin des Hauses Frau Dr. Silke Kral stellte Das Haus und die Arbeit des Museums vor allem in Hinblick auf Barrierefreiheit und die zahlreichen Umbaumaßnahmen.
Auch mögliche und schon existierende Zusammenarbeit mit Einrichtungen im Kreis inklusive Plauens kam zur Sprache. Mit der Lebenshilfe Plauen besteht schon eine Zusammenarbeit.  Das regte Interesse bei Frau Roth von der Elterninitiative und des Vertreters der Lebenshilfe Auerbach. Es gab viele Fragen zur Zukunft des Museums. So soll Das Museum in das Ensemble der Altstadt einbezogen werden. Im Sommer sollen die Höfe zugänglich gemacht werden und zum flanieren einladen. Sie unterstrich immer wieder den wissenschaftlichen Charakter der Sammlung und eigentlich des ganzen Hauses als Schauobjekt, von dem während des Ausbaus, der längst noch nicht fertig ist sehr viel der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Später nahmen wir noch einen Rundgang durch den weitgehend Barrierefreien Teil des, Hauses, der auch noch erweitert wird durch. In den verwinkelten Gängen entdeckt man immer wieder etwas Neues. Ein Besuch des Hauses lohnt sich und Anregungen für die Zusammenarbeit mit Einrichtungen im Vogtlandkreis waren reichlich da.

Behindertenbeirat Behindertenbeirat

Es geht gleich weiter.