Archiv der Kategorie: Schlaganfall

Die Lebenden … zum Tod von Roger Cicero

Viele haben gestern die Nachricht vom Tod von Roger Cicero durch einen Schlaganfall geteilt.
Auch mich berühren solche Nachrichten.
Doch ich muss auch an die weit über Zweihunderttausend anderen Schlaganfallopfer jedes Jahr allein in Deutschland denken deren Leben weitergeht.
Ich kenne viele, mich eingeschlossen, die vor dem fünfzigsten Lebensjahr einen Schlaganfall oder eine andere Hirnschädigung hatten. Meist werden ganze Familien aus ihrem gewohnten Leben gerissen.
Beziehungsprobleme und finanzielle Probleme lassen da, angesichts von Lähmungen und anderen Einschränkungen nicht lange auf sich warten.
Ganze Familien bräuchten dann Therapie. Auch auf psychosozialen Ebenen.
Häufig reicht es wenn jemand zum Reden da ist. Selbsthilfegruppen sind Knotenpunkte für Kommunikation, meistens vor Ort. Informationen holt man sich am besten bei denen die alles schon mal durch haben.
Vereine wie unserer sind dazu da, gemeinsam mit Betroffenen und ihren Angehörigen Wege zu finden um ein neues Selbstverständnis und eine neue Lebensperspektive zu finden.

Wie gesagt, auch mir gehen die Toten nahe, doch, ich muss auch an die Lebenden denken.

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10 Jahre später …

Ich habe in meine Stammseite  www.margy-plauen.de/ eine neue Seite eingefügt.  Die heißt „10 Jahre später “ aber eigentlich müßte sie 11 Jahre später heißen.
Doch da sollte noch eine positive Weiterleitung rein:

10 Jahre später

… hab ich einiges mehr begriffen und mich viel mit dem Warum beschäftigt. Vor allem die ganze Thematik der Krankheitsverarbeitung oder -.bewältigung zu verstehen ist wichtig um zu begreifen wie und was ich damals erlebt und gefühlt hab.

Als ich damit durch war, war ich in der Lage in meinen Möglichkeiten wieder aktiv mein Leben zu leben. Auch Hilfe annehmen will gelernt sein. Und ich brauche fast für alles Hilfe. Besonders zu ertragen wenn einige “Gesunde” einem Hilfe aus verschiedenen Gründen regelrecht aufzwingen.
Der Schmerz gehört immer noch zu meinem Leben. Doch ich hab gelernt damit umzugehen. Ihn nicht mehr bestimmen zu lassen. In Grenzen über ihn zu bestimmen. Das braucht vor allen Dingen, meiner Erfahrung nach Zeit. Und ich darf meine Erfahrung nicht allgemeingültig sehen.
Auch zu meinem Leben gehören Medikamente.

 

Eigentlich ist es ein langer Weg, doch irgendwann wird jede Einschränkung (andere sagen auch Behinderungen) zur Normalität.

 

Ich kann zwar nicht alleine, ohne Hilfe leben, doch ich beteilige mich am öffentlichen Leben soweit und solang es geht.

Ich bin Vorstandsvorsitzender des Vereins Vital e.V. (Vogtländische Initiative für Teilhabe und aktives Leben)und Mitglied des Behindertenbeirates des Kreistags des Vogtlandkreises.

Generationsübergreifend (auch Menschen mit Einschränkung werden immer älter)

Wir führen Generationsübergreifende Aktivitäten durch, die den Austausch von Menschen mit und ohne Behinderung fördern.(aus dem Netzwerkprojekt „Inklusionskultur“)

Also fördern diese Art von Veranstaltungen dass man sich aktiv miteinander beschäftigt. Menschen mit Einschränkungen und ohne Einschränkungen. Und das Generationenübergreifend. Um Barrieren wegzuräumen

Ursächlich für eine Behinderung ist nicht eine etwaige medizinische Einschränkung, sondern die Barriere.

Ob jemand eine Einschränkung hat auf Grund dem Alter oder auch einer Krankheit ist doch gleich.
Nur wird der zweite Grund immer häufiger.
Bis 2050 wird sich die Zahl der 80jährigen verdreifachen. Und da sind nicht nur Gesunde drunter.
Die Einschränkung ist da und sie wirkt behindernd an der Teilhabe. Zwischen dem Menschen und der Teilhabe steht eine Barriere. Und die muss man Überbrücken.

Am einfachsten sieht man das am Beispiel der Seheinschränkung. Am einfachsten reicht eine Brille. Am kompliziertesten braucht man einen Blindenhund.

Wobei Teilhabe auch wieder Differenziert zu sehen ist.

Ein Blindenhund kann einem bei der Orientierung helfen. Bei dem Ausfüllen eines Antrages schon nicht mehr. Also muss ein anderes Werkzeug her.

Was war gleich Teilhabe? Die Einbeziehung in Entscheidungs- und Willensbildungsprozesse.

Behinderung bedeutet: „Beeinträchtigung der Teilhabe als Wechselwirkung zwischen dem gesundheitlichen Problem einer Person und ihren Umweltfaktoren“. Irgendwie sagt das das gleiche aus.

VA-Vor2015.10-20

Ich hab in ein paar andere Blogs hinein geschnuppert und würde auch mal gern etwas Poetisches veröffentlichen, doch irgendwie liegt da bei mir eine völlig andere Gedankenwelt vor.

Hallo liebe daheim gebliebene

Also mal ohne Bild. Heute fahren   wir nochmal nach Warnemünde. Dort werden wir noch ein bisschen die Gegend erkunden und dann gibt es eine Hafenrundfahrt und ein Treffen mit einer Schlaganfall Selbsthilfegruppe aus Rostock.

Wahrnehmung im künstlichen Koma

Ich hab mir in letzter Zeit ein paar Gedanken gemacht, im Zug in dem ich einige Vorträge vorbereiten durfte. Auch über das künstliche Koma, was wirklich ein künstlicher Tiefschlaf ist. Ich wurde nämlich letztens gefragt ob ich da was gefühlt oder gesehen hab. Nein.

Man stelle sich die Verbindung vom Bewusstsein, also der Wahrnehmung des Ich,  zur Außenwelt verschließbar durch eine Art Augenlid, wie bei einem Auge. Das Wahrnehmungsfeld   ist verschieden groß, bei einem erwachsenen gesunden Menschen ist das Lid fast ganz geöffnet, im künstlichen Tiefschlaf oder im Koma geht das Lid ein kleines bisschen auf.
Das alles nur in übertragenem Sinne. Der Patienten bekommt dabei ein sogenanntes Sedierungsmttel verabreicht, wahrscheinlich  vom Tropf, dass die Wirkung nicht nachlässt. Und während das abgesetzt  wird durchläuft  der Patient ein sogenanntes Durchgangssyndrom, eine Aufwachphase. In der „träumt“ er denk ich.
Meiner  Erfahrung nach Projiziert das Gehirn dann ein Gemisch von Hören, Sehen, Fühlen, riechen Gedankenimpulsen fast aus dem ganzen Gehirn, weil das Gehirn  ständig  das Wahrgenommene mit gespeicherten Informationen vergleicht und zumindest  im künstlichen Tiefschlaf die wenigen wahrgenommenen Informationen mit welchen aus dem Gedächtnis offenbar auffüllt. Nur so  lassen sich die von mir die erlebten Irrealen Erlebnisse während des künstlichen Tiefschlafs erklären. Das waren richtige kleine Filmchen, nur der Inhalt war irreal. Die Handlungen einiger hab ich später hier aufgeschrieben.

(Das sind Ruckschlüsse von mir und keine wissenschaftlichen Erkenntnisse).

Der Schlaganfall-Hilfe Bus auf dem Klostermarkt in Plauen

Wir hatten heute das Glück mit Mitgliedern der Ärztegenossenschaft Vogtland am Plauner Klostemarkt zu stehen. Gemeinsam mit der Ärztegenossenschaft und der AOK, die auch informierte, hatten wir den roten Doppelstockbus der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH + Co. KG mit dem die Stiftung Schlaganfall-Hilfe quer durch Deutschland tourte, unter dem Motto Herzenssache Schlaganfall über Schlaganfallrisiken wie hohen Blutdruck und Vorhofflimmern aufklärte, sowie unter Beteiligung der Ärzte umfassende individuelle Beratung Messungen von Blutdruck, Cholesterin und Blutzucker vollführte.

Die Ärztegenossenschaft war im und am Bus tätig und wir informierten über die Möglichkeiten der psychosozialen Rehabilitation, also über das Selbsthilfesystem, den Verein Vital e.V. und dessen Aktivitäten.
Mitglieder aus Plauen,  Syrau und Reichenbach waren dabei und so war es am Nachmittag wie eine kleine Selbsthilfegruppenveranstaltung bei uns an Stand.
Der Kultur und Sozialbürgermeister Uwe Teschner begrüßte im Namen der Stadt Plauen und informierte über deren Aktivitäten, auch gegenüber der Presse, für die eine kleine Pressekonferenz gegeben wurde.
Das Ganze dauerte nur vier Stunden, eigentlich viel zu wenig Zeit um umfassend zu informieren, Schlaganfallprävention zu betreiben, aber auch Wege vorzustellen wie es nach einem Schlaganfall weiter gehen kann.
Denn es geht auch darum nach einem Schlaganfall die Nachsorgekette nicht abreißen zu lassen und auch die Angehörigen nicht alleine zu lassen.
Der Bus fuhr weiter nach Chemnitz und wir bleiben im Vogtland und machen weiter.

Der 12, Aktivtag im Natur und Umweltzentrum Oberlauterbach

Eigentlich war an diesem 27. Juli 2=15 eine Regenwahrscheinlichkeit von über 80% angesagt. Während der Zeit in der wir in Oberlauterbach waren hatte das Wetter Erbarmen mit uns: Das Team des Natur und Umweltzentrum Oberlauterbach hat sich ordentlich in´s Zeug gelegt, dass
auch bei mäßigem Wetter unsere Veranstaltung ein Erfolg wird.
Wir beendeten mit dieser Veranstaltung zwei Projekte, Die besten Teile  der Projekte werden wir beibehalten obwohl es dafür keine Forderung mehr gibt.
Das ist nur möglich, weil  Teile der Projekte ein Eigenleben entwickelt haben und im Wesentlichen alleine laufen.
Von allen Selbsthilfegruppen waren Betroffene und auch Angehörige dabei. Ich dachte kurz an die Platzprobleme, die wir hätten wenn alle gekommen wären, dann wären über hundert Leute da.
Wir suchen auch immer ehrenamtliche Helfer, die sich bei Veranstaltungen mit einbringen, da viele Menschen mit Einschränkungen sind und erhöhten Hilfebedarf haben.

Im Anschluss teilten sich alle in zwei Gruppen auf und ein Teil Wanderten wir ein Stück durch des geschützte Flächenkulturdenkmal mit seinen Wiesen und Teichen bis ins grüne Klassenzimmer. Ein Teil der Wege ist Barrierefrei ausgebaut und sehr gut Beschildert bzw. mit Erklärungstafeln versehen. Frau Bruchholz  vom Team des NUZ Oberlauterbach war dabei uns alles sehr genau zu erklären und nahm sich dabei auch viel Zeit.
Es lohnt sich einmal die Internetseite des NUZ Oberlauterbach zu erforschen oder selbst einmal hinzufahren.

Uli Wenzel und Tochter vom Vogtländischen Knollenring e.V. nebst einigen Leuten vom Verein Vital e.V. hatten sich inzwischen um das Mittagessen gekümmert. Es gab leckere Bambes und Kartoffelroster. Während wir unterwegs waren gab es einen Kräuterworkshop bei dem auch Kräuter verkostet wurden und danach wurde Kräuterquark hergestellt. Auch hatten sie mit zwei freundliche Männer, vom NUZ Lampions gebastelt von denen dann später jeder unterwegs Gewesene selbst einen basteln konnte.
Am Ende war eigentlich ein kleiner Lampionumzuge geplant, der auf das kommende Projekt hinweist mit Vernetzungsinhalten und kulturellen.-  und inklusiven Inhalten.
Doch dann spielte das Wetter nicht mehr mit.
Es gab Kaffee und Kuchen vom örtlichen Bäcker und das Akkordeon blieb drinnen.

Viele Gespräche wurden geführt, einige hatten sich über Monate, manchmal Jahre nicht gesehen. Den Satz „wie geht’s denn?“ hätte man bestimmt oft hören können.


Auf jeden Fall war es wieder eine gelungene Veranstaltung des Verein Vital e.V. unter Mitwirkung des Vogtländischen Knollenring und des NUZ Oberlauterbach wofür ich allen, auch den Teilnehmern und unseren Mitarbeitern im Namen des Vorstands recht herzlich danken will.

Steffen Marquardt