Archiv der Kategorie: Verein Vital

Heute war wieder Großkampftag

Schon Morgens ging es in der WBS Schule los mit den ersten Vorbereitungen für einen Wegetest des VITAL e.V. vertreten durch mich und der WBS Trainingsschule Plauen, vertreten mit 14 Auszubildenden und Frau Schmidt am 5.5.2017 barrierearme Wanderstrecken mit Interessierten an der Talsperre Pöhl testen. Und die ersten Interessierten waren schon dabei. Der Herr Wißgott, Projektmanager „Barrierefreier Tourismus“ beim Tourismusverband Vogtland e.V. war mit dabei und das „Sanitätshaus Schöne“ stellt die Rollstühle für die Schüler zur Verfügung

Wir werden also am 5.5., dem Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung 2017 zwei Strecken an der Talsperre Pöhl testen.
Und um es unter realen Bedingungen zu machen werden wir am Bahnhof Plauen beginnen und den öffentlichen Nahverkehr mit einbeziehen. Leider erfahren wir die genauen Abfahrtsgeiten erst mit Erscheinen des Sommerfahrplans.

Nachmittags ging es dann weiter. Wir hatten die ehrenamtlichen Helfer im VITAL e.V., welche immer da sind wenn Hilfe gebraucht wird eingeladen. Es ging vor allem darum eine Ehrenamtsabsichtserklärung vorzubereiten, auch um Rechtssicherheit in Schadensfällen zu schaffen.

Zum ersten Mal  hab ausnahmsweise selbst gemerkt, dass ich ganz schön fertig war. Bis jetzt mussten das mir andere sagen.

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Unterwegs bei der Plauener Nacht der Museen

Schön war´s, gesehen haben wir lang nicht alles.
Das war zwar die Nacht der Museen, ich denke am frühen Abend zog es allerdings bei diesen Temperaturen bestimmt fast niemanden in geschlossene Räume.
Dafür gab es im Freien genug Musik und Tanz und auch vieles mehr.
Auch einige Plauener Mitglieder des Verein VITAL e.V. waren an diesem Abend unterwegs. Zusammen begannen wir den Abend im Garten der Weberhäuser. Dort spielten Peter und der Ralf. Nach einer Stunde ging es auf einer anderen Bühne weiter. In den Weberhäusern und im Weisbachschen Haus liefen Ausstellungen, die allerdings nicht barrierefrei waren. Auch dem „Unikat Verein“ empfehlen ich die Anschaffung einer mobilen Rampe um über den Mühlgraben zu kommen. Auch einige Andere weise ich auf das Investitionsprogramm „Lieblingsplätze für alle“ der sächsischen Staatsregierung, falls es 2017 wieder aufgelegt wird, hin.
In Plauen war an dem Abend ziemlich viel los, was wir dann in Kleinen Gruppen erkundeten. Aus allen Ecken schallte Musik und in Galerien, Museen und Ateliers waren Ausstellungen. Alles konnte man gar nicht in Ruhe ansehen. Also beschränkte ich, der ich mit Rollstuhl unterwegs war und mein Assistent Heinrich uns auf die Sachen im Freien quer durch die Stadt.
Im Komturhof war das Mittelalter ausgebrochen. Im Komturgebäude selbst war bestimmt auch eine Ausstellung, doch im 13, Jahrhundert dachte man nicht besonders an Barrierefreiheit Das ist wieder Denkmalschutz vs. Barrierefreiheit.
Das Malzhaus ließen wir links liegen obwohl das barrierefrei ist. Also über den Markt.
Dort hatte man einen französischen Gourmetmarkt mit vielerlei Angeboten aufgebaut. Viele Stühle und Tische und viele Menschen. Die standen auch in mehreren Reihen vor der Galerie am Altmarkt wo Musik her schallte. Ich musste meinen Assistenten schon bitten ein Bild über die Köpfe zu machen.
Wesentlich relaxter ging es da vorm „Irish Corner“ zu. Dort gab es Irische.- und Countryklänge zu hören.
Dabei beobachtete ich einen bekannten Bassisten wie er nach dem Umbau sein Instrument zusammen packte und zum nächsten Auftrittsort eilte.
Also ihm hinterher und da bekamen wir die letzten Takte Jazz mit bevor es mit leichter Unterhaltung am Straßenbahnknotenpunkt weiterging.
Zwischen dem Theater und der Musikschule war auch eine Bühne und Tische und Stühle aufgebaut, auf der Bühne gab es auch Musik.
Danach hinauf ins Quartier 30 Dort spielte Loreen Zacher zur Vernissage der Ausstellung der Bilder vom Kinderschutzbund, die dort hängen wo vor kurzem die Bilder unserer Leute hingen. Danach nach Einbruch der Dunkelheit kam Chariash der Gaukler.
Oberhalb gab es Tango zu hören und Tänzer zu bewundern.
Es war noch viel mehr los.
Ich will jetzt nicht aufzählen was alles barrierefrei ist und was nicht, nur ein Beispiel zeigt was passiert.
Ich hab aufgrund meiner Erinnerung in den Weberhäusern angerufen und um eine kleine Rampe für die Stufe am Steg über den Mühlgraben gebeten. Und die Dame war ganz erstaunt und sagte: „Da ist keine Stufe!“. Am Ende war da doch eine.
Diese Aussage war keinesfalls böser Wille. Der Laufende nimmt die Stufe nicht wahr weil es für ihn keine Barriere darstellt. Mit vereinter Kraft und einer Behelfsrampe wurde die Stufe dann überwunden.
Darum ist Kampf gegen Barrieren auch Teilhabe zu leben, also auch Kulturelle Angebote nutzen.
Je mehr die Angebote auch von Menschen mit Behinderung genutzt werden, je eher begreift auch ein Privatunternehmer wie wichtig Barrierefreiheit für das Bestehen am Markt, auch für die Zukunft ist. (Man könnte zwar auch das mit Gesetzen regeln, doch ohne Einsicht in die Notwendigkeit …)
Denn Barrierefreiheit ist Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit für alle Menschen.

Steffen Marquardt

Verein VITALe.V. bei der MDR-Studiotour und im Panometer

Wieder mal heißt es früh aufstehen.
Vor einigen Tagen hat der Wetterbericht noch Regen angesagt. Doch heute ist Sonne. So muss das sein.
Die Busfahrt war wie im Flug vorbei. Als wir ausstiegen wurde das Panometer gerade geöffnet.
Das ist der alte Gasometer, der jetzt genutzt wird, indem dort ein Panoramabild Great Barriere Reef ausgestellt wird. Nachdem wir in dem Dokumentarfilm über den Künstler „Yadegar Asisi“ gesehen hatten, war uns auch klar, dass das keine einfache Fotografie war.
Das ist zwischen Fotografie, Malerei und Zeichenkunst in Einzelarbeit und Teamwork hergestellt. Teamwork in dem …zig Menschen, bis zu Schauspielern dabei sind mit Kamera und Zeichenblock eingefangen zu werden bzw. aktiv in die Produktion einzugreifen. Der Künstler ist dabei nicht nur Maler, Zeichner und Fotograf, auch Regisseur und Dramaturk, sowie Teamleiter und wenn nötig wie hier auch Taucher.
Danach gingen wir zum MDR. Zuerst waren wir dann beim MDR, Mittagessen.
Dann erst mal in die Studios für Nachrichten und Aktuelles. Dort sah man eigentlich nichts weiter als grüne Wände, Kameras und hunderte Scheinwerfer. Es wird die „Chroma Key“ Technik verwendet um Dekorationen am Computer mittels Grafikprogramm zusammenzuschneidern und den Menschen da hineinzustellen.
Im 13.Stockwerk des MDR-Hochhauses hatten wir außer der Maske noch einen schönen Blick über Leipzig.
Wieder unten angekommen, ein Blick in den Kleiderfundus und dann waren wir in einem Studio, dass man wahrscheinlich für den Besucherverkehr aufgebaut wurde. Dort konnte man mit dem Hintergrund von MDR-Aktuell vom Teleprompter Text ablesen.
Beim MDR ist es ein Beispiel für Barrierefreiheit obwohl es nicht für Menschen mit Behinderung gemacht ist. Doch man hat gleich so gebaut und umgebaut, dass man alle Eventualitäten einkalkuliert hat. Die Gebäude sind zum Teil ein ehemaliger Schlachthof.
Nicht in Ordnung war, dass der Blindenhund eines unserer Mitglieder draußen bleiben musste und sein Besitzer zugleich auch mit. Ein Blindenführhund ist ein Assistenzhund für Menschen mit einer Seheinschränkung und damit ein nötiges Werkzeug. Er ist für nahezu alle Eventualitäten Trainiert. außerdem war er als „Im Dienst“ an dem Weißen Geschirr erkennbar.
Im Erdgeschoss waren in einem anderen Gebäude, der „Media City Leipzig“, da durfte er dann mit, da wurde die „In aller Freundschaft“ die Sachsenklinik und solche Sendungen wie Riverboat aufgezeichnet.
Eine Fotoausstellung einer aktuellen Produktion des Musicals „Cabaret“ konnte auch bewundert werden.
Auch „Wetten Dass“ wurde hier schon produziert und auch internationale Produktionen. Hier arbeiten über 70 Firmen.
In dem einzigen nicht barrierefreien Raum konnte man sich mit den Serienstars fotografieren lassen. Die waren selbstverständlich nicht selbst anwesend, sondern wurden mittels Techniken und Dekorationsstücken zu einer wirklichkeitsnahen Situation zusammengestellt.
Dann ging es langsam nach Hause.

Als wir in Plauen wieder ankamen, wurde es Abend und ganz schön kalt trotz der Sonne die noch am Horizont stand.
Ein schöner Tag.

Die Lebenden … zum Tod von Roger Cicero

Viele haben gestern die Nachricht vom Tod von Roger Cicero durch einen Schlaganfall geteilt.
Auch mich berühren solche Nachrichten.
Doch ich muss auch an die weit über Zweihunderttausend anderen Schlaganfallopfer jedes Jahr allein in Deutschland denken deren Leben weitergeht.
Ich kenne viele, mich eingeschlossen, die vor dem fünfzigsten Lebensjahr einen Schlaganfall oder eine andere Hirnschädigung hatten. Meist werden ganze Familien aus ihrem gewohnten Leben gerissen.
Beziehungsprobleme und finanzielle Probleme lassen da, angesichts von Lähmungen und anderen Einschränkungen nicht lange auf sich warten.
Ganze Familien bräuchten dann Therapie. Auch auf psychosozialen Ebenen.
Häufig reicht es wenn jemand zum Reden da ist. Selbsthilfegruppen sind Knotenpunkte für Kommunikation, meistens vor Ort. Informationen holt man sich am besten bei denen die alles schon mal durch haben.
Vereine wie unserer sind dazu da, gemeinsam mit Betroffenen und ihren Angehörigen Wege zu finden um ein neues Selbstverständnis und eine neue Lebensperspektive zu finden.

Wie gesagt, auch mir gehen die Toten nahe, doch, ich muss auch an die Lebenden denken.

Im Quartier 30 in Plauen trafen sich Freunde des Gesanges

Als ich mich am Donnerstag Nachmittag ins Quartier 30 aufmachte wusste ich nicht was auf uns zukommt.

Denn für diese Sache hatten wir erst einmal einen Testballon steigen lassen und Menschen aus anderen Selbsthilfegruppen eingeladen.
Einige vom Verein Vital e.V. , einige welche nachmittags bereits Zeit hatten waren gekommen. Denn Arbeit und Therapien verhinderten bei einigen die Teilnahme.
Singen_im_Quartier_30_126Zusammen waren wir ein 18 Personen starker Haufen.
Etwas Kaffee getrunken und sich viel unterhalten, denn viele kannten sich noch gar nicht. Ein musikalischer Leiter war auch avisiert, kam dann aber nicht. So schlimm war das auch gar nicht, seine Liedtexte waren ja da. Also gab Frau Dathe den Ton an und es wurde reichlich gesungen. .Singen_im_Quartier_30__0142

Da ja alles in unserem „Netzwerkprojekt Inklusionskultur“ einzuordnen ist, sind noch weitere Veranstaltungen geplant. Die Terminfindung für den 2. Teil ist im Gange.
Aber erst kommt am 18. Februar um 16:30 Uhr der erste Teil des Keramikkurses und am 8.März die Vernissage der Bilder, die Leute aus dem Verein gemalt haben. Näheres steht in der Vorschau auf der Internetseite des Verein Vital e.V.
Steffen Marquardt

Das Kartoffel-Strom-Projekt

So, nun komm ich auch endlich einmal dazu auch hier etwas über die Erlebnisse vom Dienstag zu schreiben. Wir haben im Verein Vital e.V. ein Projekt, das bezeichnen wir als Kartoffel-Strom-Projekt. Dort beschäftigen sich Grundschüler mit LRS Syndrom und Betroffene von uns mit Kartoffeln. Damit ist das Legen, Ernten, und Kochen und ein Zusatzpunkt, zu dem komm ich aber später, gemeint.
Heut ging es weiter, in der vierten Runde, mit dem Kartoffel-Strom-Projekt „Voneinander lernen – Miteinander lernen“ was durch die „Stadtwerke Strom Plauen“ über „DEINE Energie für DEINEN Verein“ gesponsert wird.
Dabei waren wir in einer sehr schön ausgebauten „Hufeland Schule“.
Wir durften dort die Lehrküche benutzen und mit den Grundschülern der „Astrid Lindgreen Schule“ die Kartoffeln, die im Vorjahr im Mai gelegt wurden und im Herbst geerntet zubereiten
Als Chefkoch hatten wir Ditter Stein vom Haus Vogtland in Syrau eingeladen.
Der Ditter Stein ist sowas wie der regionale Chefkoch. Er hat ein gut besuchtes Lokal auf einem Dorf in der Nähe, dass er inzwischen an seinen Sohn weitergegeben hat, hat ein paar Kochbücher geschrieben und hat auch ein Talent mit Kindern umzugehen.
Es gab einen würzigen Toast, Ungarische Kartoffelsuppe, ein Kartoffelauflauf mit Cabanosi und einen vegetarischen Kartoffelauflauf.
Der Uli Wenzel hat inzwischen mit der zweiten Gruppe einen Kartoffelkuchen gebacken.
Wie man auf den Bildern sehen kann war das eine Arbeit bei der die Schürzen recht angebracht waren.
Das war dann schon ein gewusel zwischen den Schneidebrettern. Ich gesellte mich auch dazu und versuchte mit einem Kartoffelschäler für Rechtshänder als ungeübter Linkshänder eine Kartoffel zu schälen und das mit einer linken Hand ohne Oberflächensensibilität. Gut gehen ist was anderes. Nach der Hälfte gab ich dann auf. Zum Eier schälen war ich dann zu gebrauchen.
Die Hufeland Schule ist barrierefrei ausgebaut, also konnten einige vom Verein Vital e.V. auch ohne weiteres mitmachen.
Auch Mandy Wolf von den „Stadtwerke Strom Plauen“ ließ es sich nicht nehmen dabei zu sein.
Zum Schluss wurde das zusammen zubereitete auch zusammen gegesse

Das nächste Mal ist eine Ausfahrt zu FRIWEIKA, das ist der regionale Kartoffelverarbeiter dran. Dann ist das Projekt nach einem Jahr abgeschlossen. Vieleicht können wir das wiederholen, wenn wir jemanden finden der das fördert. So hangeln wir uns von einem Projekt zum Nächsten.

Das nächste Projekt mit den Stadtwerken Strom Plauen ist auch in Vorbereitung. Wenn wir damit in die engere Auswahl kommen, wie in den letzten zwei Jahren, kann man auch hier wieder dafür Voten.

Veranstaltung zum Jahresausklang oder Weihnachtsfeier

Heute gab es die diesjährige Weihnachtfeier oder auch Veranstaltung zum Jahresausklang, weil kein Weihnachtsmann drin vorkam, des Verein Vital e.V. die diesmal in der Aula der “Anne Frank”  Schule stattfand.
Es waren 58 Mitglieder und Gäste gekommen um gemeinsam in der Veranstaltung zum Jahresende zu feiern, den Alltag abzustreifen und auch ein bisschen zu lachen.
Auch neue Gesichter sah man darunter.
Zuerst sprach der Vorsitzende des Vorstands ein paar Worte. Er sprach von den Ergebnissen und zukünftigen Aufgaben der Vereinstätigkeit, sprach Grüße von der Behindertenbeauftragten des Vogtlandkreises und wünschte allen besinnliche Adventszeit, auch wenn wir unruhige Zeiten haben.
Beim darauf folgendem Kaffee und Stollen verzehren hatte man sich vieles zu sagen, hatten sich viele doch seit der letzten gemeinsamen Veranstaltung nicht gesehen.
Für die musikalische Umrahmung sorgte der Frank. Und noch etwas hatten wir uns einfallen lassen.
Es spielte das Kottengrüner Trempele.
Was ein Trempele ist das sollte man denen die der Vogtländischen Mundart nicht mächtig sind erklären. Das ist einfach eine kleine Gruppe von Leuten.
Und diese vier spielten Mundarttheater. Sketche die dem Leben entsprungen sein könnten.
Dabei gab es auch viel zu lachen.
Die Veranstaltung hat bestimmt allen gefallen, das war einheitliche Meinung beim Hinausgehen.
Und sogar meine.