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Es ist Zeit …

Ja, ist Zeit dass ich wieder mal was Neues (bei mein Blog rein) schreibe. Die  Zeiten sind hart und arbeitsam.
Ich hab jede Menge Dinge angedacht und langsam trägt es Früchte.

So weit so rätselhaft.

 

Jetzt ist es fast 13 Jahre her, dass ich eine Hirnblutung hatte. Konfuzius, weisester aller Chinesen hatte schon recht als er sagte: „Ist ein Kranker lange genug krank wird er selbst zum Arzt“. Nun, etwas ist schon anders. Ich befasse mich damit nicht so wie ein medizinischer Doktor, sondern befasse ich mich mit den psychosozialen Auswirkungen und mit Teilhabe. Immer noch.

Wenn auch zu mir mal jemand gesagt hat. „Ich will an nichrs teilhaben!“

Dem entgegne ich immer noch: Mein Freund das geht nicht. Denn, Kommunikation ist soziale Interaktion und soziale Interaktion ist Teilhabe.

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Unterwegs bei der Plauener Nacht der Museen

Schön war´s, gesehen haben wir lang nicht alles.
Das war zwar die Nacht der Museen, ich denke am frühen Abend zog es allerdings bei diesen Temperaturen bestimmt fast niemanden in geschlossene Räume.
Dafür gab es im Freien genug Musik und Tanz und auch vieles mehr.
Auch einige Plauener Mitglieder des Verein VITAL e.V. waren an diesem Abend unterwegs. Zusammen begannen wir den Abend im Garten der Weberhäuser. Dort spielten Peter und der Ralf. Nach einer Stunde ging es auf einer anderen Bühne weiter. In den Weberhäusern und im Weisbachschen Haus liefen Ausstellungen, die allerdings nicht barrierefrei waren. Auch dem „Unikat Verein“ empfehlen ich die Anschaffung einer mobilen Rampe um über den Mühlgraben zu kommen. Auch einige Andere weise ich auf das Investitionsprogramm „Lieblingsplätze für alle“ der sächsischen Staatsregierung, falls es 2017 wieder aufgelegt wird, hin.
In Plauen war an dem Abend ziemlich viel los, was wir dann in Kleinen Gruppen erkundeten. Aus allen Ecken schallte Musik und in Galerien, Museen und Ateliers waren Ausstellungen. Alles konnte man gar nicht in Ruhe ansehen. Also beschränkte ich, der ich mit Rollstuhl unterwegs war und mein Assistent Heinrich uns auf die Sachen im Freien quer durch die Stadt.
Im Komturhof war das Mittelalter ausgebrochen. Im Komturgebäude selbst war bestimmt auch eine Ausstellung, doch im 13, Jahrhundert dachte man nicht besonders an Barrierefreiheit Das ist wieder Denkmalschutz vs. Barrierefreiheit.
Das Malzhaus ließen wir links liegen obwohl das barrierefrei ist. Also über den Markt.
Dort hatte man einen französischen Gourmetmarkt mit vielerlei Angeboten aufgebaut. Viele Stühle und Tische und viele Menschen. Die standen auch in mehreren Reihen vor der Galerie am Altmarkt wo Musik her schallte. Ich musste meinen Assistenten schon bitten ein Bild über die Köpfe zu machen.
Wesentlich relaxter ging es da vorm „Irish Corner“ zu. Dort gab es Irische.- und Countryklänge zu hören.
Dabei beobachtete ich einen bekannten Bassisten wie er nach dem Umbau sein Instrument zusammen packte und zum nächsten Auftrittsort eilte.
Also ihm hinterher und da bekamen wir die letzten Takte Jazz mit bevor es mit leichter Unterhaltung am Straßenbahnknotenpunkt weiterging.
Zwischen dem Theater und der Musikschule war auch eine Bühne und Tische und Stühle aufgebaut, auf der Bühne gab es auch Musik.
Danach hinauf ins Quartier 30 Dort spielte Loreen Zacher zur Vernissage der Ausstellung der Bilder vom Kinderschutzbund, die dort hängen wo vor kurzem die Bilder unserer Leute hingen. Danach nach Einbruch der Dunkelheit kam Chariash der Gaukler.
Oberhalb gab es Tango zu hören und Tänzer zu bewundern.
Es war noch viel mehr los.
Ich will jetzt nicht aufzählen was alles barrierefrei ist und was nicht, nur ein Beispiel zeigt was passiert.
Ich hab aufgrund meiner Erinnerung in den Weberhäusern angerufen und um eine kleine Rampe für die Stufe am Steg über den Mühlgraben gebeten. Und die Dame war ganz erstaunt und sagte: „Da ist keine Stufe!“. Am Ende war da doch eine.
Diese Aussage war keinesfalls böser Wille. Der Laufende nimmt die Stufe nicht wahr weil es für ihn keine Barriere darstellt. Mit vereinter Kraft und einer Behelfsrampe wurde die Stufe dann überwunden.
Darum ist Kampf gegen Barrieren auch Teilhabe zu leben, also auch Kulturelle Angebote nutzen.
Je mehr die Angebote auch von Menschen mit Behinderung genutzt werden, je eher begreift auch ein Privatunternehmer wie wichtig Barrierefreiheit für das Bestehen am Markt, auch für die Zukunft ist. (Man könnte zwar auch das mit Gesetzen regeln, doch ohne Einsicht in die Notwendigkeit …)
Denn Barrierefreiheit ist Zugänglichkeit und Benutzerfreundlichkeit für alle Menschen.

Steffen Marquardt

04.06.2016 Mitteldeutsche Regionalbahn stellt sich vor

Heute sind wir dem Ziel: „Öffentlicher Personennahverkehr für alle“ etwas näher gekommen.
Es ist auf dem Oberen Bahnhof ein Zug der Mitteldeutsche Regionalbahn vorgestellt worden der nicht nur gut aussieht, sondern es auch ist.
Es hat sich das Unternehmen Mitteldeutsche Regionalbahn vorgestellt
Dabei waren, neben Geschäftsführern und Gesellschaftern der Mitteldeutschen Regionalbahn auch der Landtagsabgeordnete Stephan Hösl, der Oberbürgermeister Ralf Oberdorfer, der Beauftragten für Menschen mit Behinderung des Kreises Dagmar Nauruhn, auch Mitglieder des Verein VITAL e.V. aus Plauen und Reichenbach.

Der Zug ist auf das modernste ausgestattet. Eine Toilette, die man auch als Rollstuhlfahrer benutzen kann, viel Platz, so dass auch zwei E-Rollis und ein Kinderwagen in einem Eingangsbereich nebeneinander hinpassen und überall gibt es Steckdosen an denen man auch mal einen Laptop anschließen kann. Den Zugbegleiter gibt es wieder, der Auskunftei, helfende Hand und vieles Mehr sein kann und ein begrenztes Cathering gibt es.

Diese Züge verkehren auf der Strecke von Dresden bis Hof. Das Streckennetz reicht von Leipzig über Dobeln und mit den Partnern bis Magdeburg, Berlin und in den Harz.

Nachdenklich wird mein Gedankengang dann, wenn ich daran denke dass ein barrierefreies Nahverkehrskonzept nur so gut ist, wie es dicht genug ist und nutzbar für alle.  Und es ist überaus schwierig das zu Gewährleisten.
Wir sind im Vogtland eine ländliche Region. Das heißt, viele kleine Orte, die durch ein Nahverkehrsnetz verbunden werden wollen.
Es ist nicht nur dazu da, die Menschen irgendwohin zu bringen, sondern auch her.

[Und schon macht es Sinn, dass zB. ein Gert Müller überregional Werbung für ein fast barrierefreies Schaubergwerk mitten in Plauen [Wer hat das schon?] macht, denn es erhöht den Nahverkehrswert der Region.]

Der Einbau einer barrierefreien Toilette wird sich bei einer Gaststätte nicht sofort in klingende Münze umwandeln, aber sich langfristig bezahlt machen, im Hinblick auf die demografische Entwicklung der kommenden Jahre.

Wir haben seit fast 5 Jahren Erfahrungen  mit barrierearmen Wanderwegen und selten kommt es vor, dass wo ein barrierearmer Wanderweg ist, auch barrierefrei nutzbare Gastronomie ist. (Und barrierefreier Zugang  ohne barrierefreie Toilette, dann ist das ganze Objekt nicht barrierefrei Nutzbar.)

Verein VITALe.V. bei der MDR-Studiotour und im Panometer

Wieder mal heißt es früh aufstehen.
Vor einigen Tagen hat der Wetterbericht noch Regen angesagt. Doch heute ist Sonne. So muss das sein.
Die Busfahrt war wie im Flug vorbei. Als wir ausstiegen wurde das Panometer gerade geöffnet.
Das ist der alte Gasometer, der jetzt genutzt wird, indem dort ein Panoramabild Great Barriere Reef ausgestellt wird. Nachdem wir in dem Dokumentarfilm über den Künstler „Yadegar Asisi“ gesehen hatten, war uns auch klar, dass das keine einfache Fotografie war.
Das ist zwischen Fotografie, Malerei und Zeichenkunst in Einzelarbeit und Teamwork hergestellt. Teamwork in dem …zig Menschen, bis zu Schauspielern dabei sind mit Kamera und Zeichenblock eingefangen zu werden bzw. aktiv in die Produktion einzugreifen. Der Künstler ist dabei nicht nur Maler, Zeichner und Fotograf, auch Regisseur und Dramaturk, sowie Teamleiter und wenn nötig wie hier auch Taucher.
Danach gingen wir zum MDR. Zuerst waren wir dann beim MDR, Mittagessen.
Dann erst mal in die Studios für Nachrichten und Aktuelles. Dort sah man eigentlich nichts weiter als grüne Wände, Kameras und hunderte Scheinwerfer. Es wird die „Chroma Key“ Technik verwendet um Dekorationen am Computer mittels Grafikprogramm zusammenzuschneidern und den Menschen da hineinzustellen.
Im 13.Stockwerk des MDR-Hochhauses hatten wir außer der Maske noch einen schönen Blick über Leipzig.
Wieder unten angekommen, ein Blick in den Kleiderfundus und dann waren wir in einem Studio, dass man wahrscheinlich für den Besucherverkehr aufgebaut wurde. Dort konnte man mit dem Hintergrund von MDR-Aktuell vom Teleprompter Text ablesen.
Beim MDR ist es ein Beispiel für Barrierefreiheit obwohl es nicht für Menschen mit Behinderung gemacht ist. Doch man hat gleich so gebaut und umgebaut, dass man alle Eventualitäten einkalkuliert hat. Die Gebäude sind zum Teil ein ehemaliger Schlachthof.
Nicht in Ordnung war, dass der Blindenhund eines unserer Mitglieder draußen bleiben musste und sein Besitzer zugleich auch mit. Ein Blindenführhund ist ein Assistenzhund für Menschen mit einer Seheinschränkung und damit ein nötiges Werkzeug. Er ist für nahezu alle Eventualitäten Trainiert. außerdem war er als „Im Dienst“ an dem Weißen Geschirr erkennbar.
Im Erdgeschoss waren in einem anderen Gebäude, der „Media City Leipzig“, da durfte er dann mit, da wurde die „In aller Freundschaft“ die Sachsenklinik und solche Sendungen wie Riverboat aufgezeichnet.
Eine Fotoausstellung einer aktuellen Produktion des Musicals „Cabaret“ konnte auch bewundert werden.
Auch „Wetten Dass“ wurde hier schon produziert und auch internationale Produktionen. Hier arbeiten über 70 Firmen.
In dem einzigen nicht barrierefreien Raum konnte man sich mit den Serienstars fotografieren lassen. Die waren selbstverständlich nicht selbst anwesend, sondern wurden mittels Techniken und Dekorationsstücken zu einer wirklichkeitsnahen Situation zusammengestellt.
Dann ging es langsam nach Hause.

Als wir in Plauen wieder ankamen, wurde es Abend und ganz schön kalt trotz der Sonne die noch am Horizont stand.
Ein schöner Tag.

Im Quartier 30 in Plauen trafen sich Freunde des Gesanges

Als ich mich am Donnerstag Nachmittag ins Quartier 30 aufmachte wusste ich nicht was auf uns zukommt.

Denn für diese Sache hatten wir erst einmal einen Testballon steigen lassen und Menschen aus anderen Selbsthilfegruppen eingeladen.
Einige vom Verein Vital e.V. , einige welche nachmittags bereits Zeit hatten waren gekommen. Denn Arbeit und Therapien verhinderten bei einigen die Teilnahme.
Singen_im_Quartier_30_126Zusammen waren wir ein 18 Personen starker Haufen.
Etwas Kaffee getrunken und sich viel unterhalten, denn viele kannten sich noch gar nicht. Ein musikalischer Leiter war auch avisiert, kam dann aber nicht. So schlimm war das auch gar nicht, seine Liedtexte waren ja da. Also gab Frau Dathe den Ton an und es wurde reichlich gesungen. .Singen_im_Quartier_30__0142

Da ja alles in unserem „Netzwerkprojekt Inklusionskultur“ einzuordnen ist, sind noch weitere Veranstaltungen geplant. Die Terminfindung für den 2. Teil ist im Gange.
Aber erst kommt am 18. Februar um 16:30 Uhr der erste Teil des Keramikkurses und am 8.März die Vernissage der Bilder, die Leute aus dem Verein gemalt haben. Näheres steht in der Vorschau auf der Internetseite des Verein Vital e.V.
Steffen Marquardt

Das Kartoffel-Strom-Projekt

So, nun komm ich auch endlich einmal dazu auch hier etwas über die Erlebnisse vom Dienstag zu schreiben. Wir haben im Verein Vital e.V. ein Projekt, das bezeichnen wir als Kartoffel-Strom-Projekt. Dort beschäftigen sich Grundschüler mit LRS Syndrom und Betroffene von uns mit Kartoffeln. Damit ist das Legen, Ernten, und Kochen und ein Zusatzpunkt, zu dem komm ich aber später, gemeint.
Heut ging es weiter, in der vierten Runde, mit dem Kartoffel-Strom-Projekt „Voneinander lernen – Miteinander lernen“ was durch die „Stadtwerke Strom Plauen“ über „DEINE Energie für DEINEN Verein“ gesponsert wird.
Dabei waren wir in einer sehr schön ausgebauten „Hufeland Schule“.
Wir durften dort die Lehrküche benutzen und mit den Grundschülern der „Astrid Lindgreen Schule“ die Kartoffeln, die im Vorjahr im Mai gelegt wurden und im Herbst geerntet zubereiten
Als Chefkoch hatten wir Ditter Stein vom Haus Vogtland in Syrau eingeladen.
Der Ditter Stein ist sowas wie der regionale Chefkoch. Er hat ein gut besuchtes Lokal auf einem Dorf in der Nähe, dass er inzwischen an seinen Sohn weitergegeben hat, hat ein paar Kochbücher geschrieben und hat auch ein Talent mit Kindern umzugehen.
Es gab einen würzigen Toast, Ungarische Kartoffelsuppe, ein Kartoffelauflauf mit Cabanosi und einen vegetarischen Kartoffelauflauf.
Der Uli Wenzel hat inzwischen mit der zweiten Gruppe einen Kartoffelkuchen gebacken.
Wie man auf den Bildern sehen kann war das eine Arbeit bei der die Schürzen recht angebracht waren.
Das war dann schon ein gewusel zwischen den Schneidebrettern. Ich gesellte mich auch dazu und versuchte mit einem Kartoffelschäler für Rechtshänder als ungeübter Linkshänder eine Kartoffel zu schälen und das mit einer linken Hand ohne Oberflächensensibilität. Gut gehen ist was anderes. Nach der Hälfte gab ich dann auf. Zum Eier schälen war ich dann zu gebrauchen.
Die Hufeland Schule ist barrierefrei ausgebaut, also konnten einige vom Verein Vital e.V. auch ohne weiteres mitmachen.
Auch Mandy Wolf von den „Stadtwerke Strom Plauen“ ließ es sich nicht nehmen dabei zu sein.
Zum Schluss wurde das zusammen zubereitete auch zusammen gegesse

Das nächste Mal ist eine Ausfahrt zu FRIWEIKA, das ist der regionale Kartoffelverarbeiter dran. Dann ist das Projekt nach einem Jahr abgeschlossen. Vieleicht können wir das wiederholen, wenn wir jemanden finden der das fördert. So hangeln wir uns von einem Projekt zum Nächsten.

Das nächste Projekt mit den Stadtwerken Strom Plauen ist auch in Vorbereitung. Wenn wir damit in die engere Auswahl kommen, wie in den letzten zwei Jahren, kann man auch hier wieder dafür Voten.

Workshop Barrierefreiheit

Gestern ( jetzt schon wieder vorgestern, den gestern konnte ich den Text nicht fertig schreiben) war ich den ganzen Tag bei einem sogenannten Workshop in Leipzig.
Das Thema war Barrierefreiheit.
Eigentlich ein Thema mit dem ich mich auch sonst beschäftige, doch es ging auch darum neue Blickwinkel zu finden, Gesetzesgrundlagen kennenzulernen und um barrierefreies Internet.
Ausgerichtet wurde der Workshop vom sächsischen Antidiskriminierungsbüro.
Gebracht hat es aus diesen Sichten wirklich sehr viel. Jetzt geht es darum das umfangreiche Material, zu dem neben Aufzeichnungen auch Drucksachen gehören zu sichten und auf Anwendbarkeit zu prüfen.
Und dann kommt ein Haufen Arbeit auf uns zu. Ein der Referentinnen war selbst blind. Und es ist was anderes selbst zu erleben wie sie den Laptop beherrschte.
Da kommt man sich vor, wie wenn man nur selbst müde mit der Maus herumstochert.
Auch im Internet, wenn die Seiten barrierefrei aufgearbeitet sind.
Das kann man selbst prüfen wenn man ein Vorleseprogramm installiert.
Strukturierungsgrundlagen wie das Arbeiten mit Formatvorlagen, Linksbündigkeit und das Arbeiten mit Alternativtext bei Bildern.
Wie gesagt, viele Dinge die für Menschen mit gesundheitlichen Einschränkungen wichtig sind und für alle anderen das Leben etwas angenehmer machen.